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Mehr Strahlkraft für Wiens Nachtwirtschaft

Die KMU Forschung Austria hat im Auftrag der Wirtschaftskammer Wien die Nachtwirtschaft der Bundeshauptstadt genau unter die Lupe genommen. Die Studie bringt die wirtschaftliche Bedeutung der Branche ans Licht. Das Fazit der WK Wien lautet: Wien braucht Anlaufstellen, um den Wirtschaftsfaktor Nachtwirtschaft optimal nutzen zu können.

Arsenovic und Grießler
© Florian Wieser V.l.: Hans Arsenovic, WK Wien-Vizepräsident, und Markus Grießler, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, präsentierten die Studie zur Wiener Nachtwirtschaft.

Wer Wien schon bei Nacht gesehen hat, der weiß: Die Gehsteige werden hier nicht hochgeklappt, die Bundeshauptstadt hat ein pulsierendes Nachtleben. Wien ist im internationalen Städtevergleich trotzdem nicht als Party-Hotspot bekannt, aber die wirtschaftliche Bedeutung der Branche ist groß. Das belegt eine von der Wirtschaftskammer (WK) Wien in Auftrag gegebene Studie der KMU-Forschung Austria zu Wiens Nachtwirtschaft.

„Die ökonomische Bedeutung des Wiener Nachtlebens galt bislang als kaum erforscht. Unsere Studie lässt hier Lichter angehen und liefert wissenschaftlich fundierte Analysen und Einsichten”, erklärte Wolfgang Ziniel von der KMU Forschung Austria die Bedeutung der Studie. Das Nachtleben sei zu einem bestimmenden Faktor des urbanen Lebens geworden, betonte WK Wien-Vizepräsident Hans Arsenovic bei der Präsentation der Studie. 

„Die Wiener Nachtwirtschaftsbetriebe wie z.B. Restaurants, Bars, Diskotheken und Theater sind weit mehr als reines Amüsement, sondern bereichern unsere Stadt sowohl in wirtschaftlicher als auch in kultureller und sozialer Hinsicht.”
Hans Arsenovic, WK Wien-Vizepräsident 

Die Studie bringt wissenschaftliche Kenntnisse der Branche, zu der 4270 Unternehmen mit rund 24.000 Beschäftigten zählen (siehe Grafik unten). „Der Jahresumsatz der Betriebe beträgt eine Milliarde Euro und die Bruttowertschöpfung liegt bei 440 Millionen Euro”, so Arsenovic.  

Beitrag zur Wertschöpfung 

„Damit leisten die Nachtwirtschaftsunternehmen einen zentralen Beitrag zur Umsatzleistung und Wertschöpfung der Wiener Wirtschaft”, fasste Arsenovic die wirtschaftliche Bedeutung zusammen. Ebenfalls eine zentrale Erkenntnis der Studie: Die Bedeutung der Wiener Nachtwirtschaftsbetriebe steigt stetig nach oben. In den letzten zehn Jahren ist die Anzahl der Betriebe relativ konstant geblieben, die Anzahl der Mitarbeiter und der Umsatz aber um rund ein Drittel gestiegen (siehe Grafik unten). „Diese dynamische Weiterentwicklung der Branche ist auf eine Professionalisierung der Unternehmen zurückzuführen”, betonte Arsenovic.

Grafik Nachtwirtschaft
© KMU-Forschung Austria

„Wiens Nachtwirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Tourismusfaktor gleichermaßen”, sagte Markus Grießler, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der WK Wien. Ein lebendiges und vielfältiges Nachtleben unterstreiche die kulturelle und subkulturelle Vielfalt einer Großstadt und beeinflusse ihre Entwicklung, erklärte auch Ziniel. Es gibt jedoch einen großen Minuspunkt der Wiener Nachtwirtschaft, gab Grießler zu bedenken. „Aktuell müssen sich die Unternehmen durch einen dichten Bürokratiedschungel schlagen. Um den bei Nacht tätigen Unternehmern das Leben etwas zu erleichtern, wollen wir bis 2020 eine One-Stop-Anlaufstelle schaffen.” Diese muss schnell, flexibel und unbürokratisch agieren können. „Dazu laufen aktuell bereits Gespräche mit dem Wiener Tourismusverband, der Wirtschaftsagentur und der Stadt Wien. Es müssen neue Konzepte entwickelt werden. Das notwendigen Know-how ist vorhanden, es muss nur gebündelt werden”, so Grießler.  

Wien muss Event-Hotspot werden 

Zusätzlich zu einer One-Stop-Anlaufstelle müsse ein Eventboard etabliert werden. Touristisch gesehen sei die Nachtwirtschaft ein enorm wichtiger Faktor im heiß umkämpften Städtetourismus-Markt, so Grießler. Internationale Vorbilder wie London und Berlin zeigen, wie wichtig das Unterhaltungsprogramm einer Stadt für den Touristen von heute ist.

„Das Ziel ist ja auch, mehr junge Gäste nach Wien zu holen. Touristen wollen etwas entdecken, und dazu gehören auch die nächtlichen Events einer Stadt. Deshalb ist der nächste Schritt ein von uns schon lange gefordertes Eventboard, um internationale Events, und damit Wien-Touristen, in unsere schöne Stadt zu holen.”
Markus Grießler, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der WK Wien

Damit Wien in Zukunft nicht von anderen Großstädten im touristischen Wettbewerb in den Schatten gestellt wird.

Infos zu Wiens Nachtwirtschaft

Bedeutung des Nachtlebens 

Bestimmender Faktor der soziokulturellen, wirtschaftlichen und urbanen Standortqualität, wichtiger Beitrag zur kulturellen Vielfalt einer Stadt, Städte widmen sich zunehmend der wirtschaftlichen Bedeutung des Nachtlebens, so z.B. London, Berlin, Sydney oder New York, Events und Initiativen (z.B.EuroPride, „Lange Nacht der...”) haben eine wichtige touristische, wirtschaftliche und soziale Bedeutung. 

Umsätze und Wertschöpfung

Die Unternehmen der Wiener Nachtwirtschaft (Bereiche Getränke-, Speise-, Eventorientierung exkl.
Kulturorientierung) erzielen einen Jahresumsatz von fast einer Milliarde Euro, eine Bruttowertschöpfung von rund 440 Millionen Euro.

(Quelle: Studie der KMU-Forschung Austria)

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