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Man muss zum Mittun motivieren

Fischhändler Willy Vranovsky ist einer der ersten Wiener Unternehmer, die bei der Wirtschaftskammer-Kampagne #schaffen wir mitmachen. Nachhaltigkeit hat bei ihm nicht nur Vorrang, wenn es um Fisch geht.

#schaffenwir
© wko

Seit 22 Jahren steht Willy Vranovsky hinter dem Ladentisch des Fisch & Co in der Hütteldorfer Straße. Seit 1945 betreibt seine Familie das Fischgeschäft mit Imbiss, heute ist es eines von nur noch wenigen in Wien. Und ganz groß, wenn es um Nachhaltigkeit geht. „Bei uns gibt es nur Frischfisch aus Wildfang”, betont Vranovsky. Am liebsten kaufe er die Tagesfänge von kleinen Fischkuttern, „nichts von großen Fischfabriken”, betont er. Alle Meeresfische tragen das Msc-(Marine Stewardship Council)-Siegel für nachhaltigen Fischfang. Meist dauere es nicht länger als 48 Stunden, bis der Fang bei ihm ankommt. Viele Lieferanten kennt er persönlich, besonders jene, die ihn mit Karpfen, Forellen oder Saiblingen aus heimischen Gewässern versorgen. „Da weiß ich, wie sie arbeiten.” Und auch das Gemüse, das im Fisch & Co auf den Tisch kommt, stammt aus Biobetrieben aus der Region. Nachhaltigkeit endet bei Vranovsky aber nicht am Verkaufstisch. Er sammelt auch Altspeiseöl - einerseits, damit es sinnvoll entsorgt wird, aber vor allem, und daraus Geld für soziale Projekte zu lukrieren. Und das geht so: Private können ihre Ölreste in eigenen Sammelgebinden zu Fisch & Co bringen. Dort kommt es in große Tonnen, die regelmäßig vom Wiener Unternehmen Münzer Bioindustrie abgeholt werden. Für Münzer ist das Altöl ein wertvoller Rohstoff, denn daraus wird Biodiesel erzeugt. Der Reinerlös der Sammel-
aktion - 22 Cent gibt es pro Liter Altöl - wird gespendet. „Damit werden Sozialprojekte in Südafrika unterstützt”, sagt Vranovsky.

Sinnvolle Kreislaufwirtschaft

Begonnen hat alles mit Fußball - und Musik. Als 2010 die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika stattfand, nahm der leidenschaftliche Musiker Vranovsky mit seiner Band eine CD auf, deren Erlös an ein karitatives Projekt in Südafrika ging. Er wollte danach weiter helfen - und kam auf die Altölsammlung. Mittlerweile gibt es dafür den Verein „Greenbox”, dem neben Vranovskys Fisch & Co auch eine Reihe von Gastronomiebetrieben in Wien und Niederösterreich angehören.

„Pro Jahr sammeln wir zwischen 14 und 16 Tonnen Altspeiseöl. Aufgefettet durch Spenden, sind es alljährlich etliche tausend Euro, mit denen Suppenküchen, Landwirtschaftsprojekte, ein Kinderhospiz und andere soziale Initiativen in Südafrika unterstützt werden.“
Willy Vranovsky

Oft stehe dabei die Versorgung der Menschen mit Nahrung im Vordergrund, sagt Vranovsky. Bewusst, denn das ist ein Fokus des Projekts Greenbox: Mit Essensrückständen aus Österreich die Ernährungssituation für Menschen in Südafrika zu verbessern. 

Nachmachen ist erwünscht

Als Gesicht der Kampagne #schaffenwir möchte Vranovsky sein Projekt bekannter machen. Sein Wunsch wäre, dass sich mehr Unternehmer „Greenbox” anschließen und wie er beginnen, in ihrem Grätzel Altöl zu sammeln. Voller Einsatz für die Sache sei aber Voraussetzung, denn: „Man muss die Menschen schon motivieren mitzumachen.”

 

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