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Maier: Schranken abbauen, Chancen zeigen

Neue Märkte zu finden und den Betrieben den internationalen Handel zu erleichtern, das ist das primäre Ziel des Wiener Landesgremiums Außenhandel, sagt dessen neuer Obmann Franz Maier.

Außenwirtschaft
© S Menegaldo

Als Obmann des Wiener Außenhandels-Gremiums ist Franz Maier seit Juli Branchensprecher für rund 2100 Wiener Unternehmen, die im Import, Export oder Transithandel tätig sind. Dass die Bandbreite der Produkte, mit denen sie handeln, denkbar breit ist, sei eine Herausforderung. „Jede Branche hat ihre ganz speziellen Anliegen”, sagt Maier. Er sieht es als Aufgabe des Gremiums, die Rahmenbedingungen so mitzugestalten, dass allen Wiener Im- und Exporteuren ihr Tun erleichtert wird.

„Österreich lebt vom Export. Deshalb müssen wir schauen, dass die Exportquote weiter steigt.”
Franz Maier

Die ganze Welt im Fokus

Die Spielregeln für den internationalen Handel werden überwiegend auf internationaler Ebene gemacht. Was Wiens Außenhändler bewegt, wird daher ins Bundesgremium getragen. Dieses habe einen „guten Draht” in die Europäische Union, sagt der Gremialobmann. Wien hat aufgrund der räumlichen Nähe und seiner Vergangenheit eine stärkere Handelsverflechtung mit Osteuropa als die westlichen Bundesländer. Dennoch sei die gesamte Welt im Blickpunkt, sagt Maier. „Es gibt noch viele Möglichkeiten für unsere Betriebe, etwa in Afrika, China oder entlang der geplanten Neuen Seidenstraße.” Dort gelte es Handelsschranken abzubauen und den Unternehmen Chancen aufzuzeigen. Hilfreich dabei: Das einzigartige Netz der Außenwirtschaftsorganisation.

Um zu sehen, wo seine Mitglieder der Schuh drückt, setzt Maier auf die Kommunikation mit den Mitgliedern - elektronisch via Newsletter und Mail und persönlich bei Netzwerk- und Info-Veranstaltungen. Dazu kümmern sich mehrere Unterausschüsse um spezielle Themen, etwa Bildung: „Außenhandelswissen sollte von Grund auf in der Schule gelehrt werden”, ist Maier überzeugt. An der Vienna Business School unterstützt das Gremium deshalb Sprachförderprojekte mit Russland- und China-Schwerpunkt. Auch ein eigener Lehrberuf Außenhandel wäre für Maier vorstellbar.

Working Capital Management ist ein Schwerpunktthema

Auch mit dem Thema Finanzierung beschäftigt sich eine eigene Expertengruppe. Sie entwickelt gemeinsam mit Banken und Versicherungen maßgeschneiderte Versicherungs- und Finanzierungsprodukte für den Außenhandel. Etwa für die Überbrückung von Finanzierungslücken: Gekaufte Ware muss vorab bezahlt, für Verkäufe aber ein Zahlungsziel eingeräumt werden. Dieses „Working Capital Management” ist gerade für kleinere Betriebe, die wachsen wollen, ein Problem, sagt Maier. Das Gremium setzt auf Information über Angebote wie Factoring oder Bürgschaften und bietet über Kooperationen mit einzelnen Anbietern konkrete Lösungen an - vom Polizzen-Check über kostenlose Exportfinanzierungsberatung bis zur Absicherung von Währungsrisiken bei weltweiten Geschäften. Der derzeitige weltweite Abschwung macht Maier Sorgen. In Kombination mit steigenden Rohstoffpreisen könnte daraus eine Rezession werden, fürchtet er. Leichter werde es für seine Branche 2020 jedenfalls nicht. „Die Politik sollte die Steuern senken. Die Betriebe gehören entlastet”, sagt er.

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