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März: Liliputbahn fährt ab

Seit 92 Jahren fährt die Liliputbahn bereits durch den Wiener Prater. Auch während der Winterpause herrscht in den Werkstätten des Wiener Traditionsunternehmens Hochbetrieb.

Führungsteam: Anna Kleindienst und Philipp Fabschütz führen seit Juli 2019 gemeinsam die „Liliputbahn im Prater GesmbH”.
© Philipp Pertl Führungsteam: Anna Kleindienst und Philipp Fabschütz führen seit Juli 2019 gemeinsam die „Liliputbahn im Prater GesmbH”.

Die Bäume im Wiener Prater beginnen wieder zu blühen und der Winter neigt sich langsam dem Ende zu. Zwar stehen die Fahrgeschäfte der Liliputbahn GesmbH noch still, bei den vielen einzelnen Betrieben des Unternehmens, wie der Wasser- und Abenteuerbahn Quagaudi, den Hochschaubahnen Dizzy Mouse und Super8, dem Fahrradverleih Almradler, dem Flyboard, der Donauparkbahn, den Vienna Heurigen Express Zügen und der legendären Schmalspurbahn herrscht aber Hochbetrieb. Schon seit Herbst wird nämlich wieder fieberhaft dem Saisonstart am 15. März entgegengearbeitet.

„Der Winter ist für uns eine besonders wichtige Zeit, weil die Saison immer länger wird und wir in der Winterpause neben den Sanierungsarbeiten auch die Zeit nutzen müssen, um für das nächste Jahr zu planen und strategische Entscheidungen zu treffen“
Anna Kleindienst

Und dafür wird hier gehämmert und geschraubt, geputzt und geschliffen, Gleise werden neu verlegt, Boote werden präpariert, Loks zerlegt, Wasserpumpen ausgebaut und gereinigt und Wagons neu gestrichen: „Obwohl wir noch in Winterpause sind und die Saison erst wieder Mitte März beginnt, haben wir hier alle Hände voll zu tun“, schildert der technische Geschäftsführer Philipp Fabschütz, während im Hintergrund die Gleisstopfmaschine den Schotter ins Gleisbett der berühmten Liliputbahn hämmert. „Heuer mussten wir einen Teil der Gleise erneuern. Die Schwellen waren aus Holz und wurden im Laufe der Zeit morsch. Diese haben wir nun ersetzt“, schildert Fabschütz, der das Unternehmen, das aus insgesamt 15 verschiedenen Betrieben besteht, gemeinsam mit Anna Kleindienstd, die das Familienunternehmen bereits in dritter Generation fortführt.

Lokomotive
© wkw/eder

Nostalgie trifft Innovation

Besonderen Wert legt man im Wiener Traditionsunternehmen auf den Input der Mitarbeiter: „Uns ist es besonders wichtig, den Mitarbeitern Raum und Luft für neue Ideen zu geben. So sind zum Beispiel auch viele Innovationen, wie der hochmoderne Salonwagon oder die Hydrolili entstanden“, erklärt Kleindienst. Als Geheimrezept für den Erfolg der Liliputbahn, die pro Saison mehr als 180.000 Passagiere befördert, sieht sie einerseits die Liebe zur Tradition sowie der innovative, moderne Gedanke der Mitarbeiter. Unter dem Motto „Not macht erfinderisch“ entstand unter der Leitung von Cheftechniker Ronald Durstmüller etwa der neue Salonwagen, eine hochmoderne Gleisstopfmaschine oder eine Lokomotive mit Elektroantrieb:  „Für die Liliputbahn braucht man immer spezielle Bauteile in den richtigen Maßen – diese sind im herkömmlichen Handel nicht erhältlich und müssen deshalb von uns selbst entwickelt und hergestellt werden”, schildert Durstmüller, der für die Produktion dieser Einzelteile die Tochterfirma „Temo“ gründete und für seine Entwicklungen sogar schon Aufträge von dem einen oder anderen Eisenbahnunternehmen – imGroßformat - bekommen hat.

 

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