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Lernen wird individuell

Erwachsene bilden sich gerne weiter - am liebsten im eigenen Tempo, räumlich und zeitlich flexibel. Online-Angebote kommen dem entgegen.

Weiterbildung
© Mangostar/Shutterstock

Schulen mussten, gezwungen durch mehrere coronabedingte Lockdowns, auf Distance-Learning umsteigen. Behörden, Eltern und die Schüler selbst sind allerdings mehrheitlich dafür, zum Präsenzunterricht zurückzukehren. In der Erwachsenenbildung hingegen sind Online-Unterrichtsformen gekommen, um zu bleiben. Corona hat, wie in so vielen Branchen, auch hier den Digitalisierungstrend verstärkt und den Bedarf an flexiblen Bildungsformaten geweckt, wie Christian Faymann, Institutsleiter am WIFI Wien, berichtet: „Bei den Unternehmen konnten wir mit Beginn des ersten Lockdowns eine Einstellungsänderung beobachten: Die Offenheit und Akzeptanz gegenüber online durchgeführten Trainings stieg deutlich.” Eine von OGM (Österreichische Gesellschaft für Marketing) im Auftrag des WIFI Wien durchgeführte Umfrage zeigte, dass die Mehrheit der Schulungsteilnehmer Mischformen von Online und Präsenzkursen bevorzugt. Reine Online- Kurse wurden vor allem wegen der fehlenden bzw. mangelhaften sozialen Interaktion nur von einer Minderheit bevorzugt. Die Erfahrungen aus dem Home-Office spielten hier eine große Rolle. Es zeigte sich deutlich, dass sich hybride Formate, Stichwort blended learning, durchsetzen werden.

„Lernen wird durch Online-Angebote einen neuen Reiz bekommen.”
Christian Faymann, Institutsleiter WIFI Wien

Ein Schulabschluss ist nicht das Ende der Ausbildung

Das Konzept des lebensbegleitenden Lernens wird schon seit den 1990er Jahren in vielen europäischen Staaten propagiert. Es hat zunehmend an Bedeutung gewonnen - vor dem Hintergrund des aktuellen Fachkräftemangels ist es wichtig wie nie. Mit dem Abschluss der Schule ist das Lernen also nicht zu Ende: „Dem Bedarfan ständig neuen Kompetenzen und Fertigkeiten steht eine immer kürzere Halbwertszeit von Wissen gegenüber. Lebenslange Weiterbildung wird damit zur Schlüsselqualifikation”, sagt Faymann. „Betriebe wie Arbeitnehmer sind in hohem Maße bereit, in Aus- und Weiterbildung zu investieren”, bestätigt Barbara Kluger-Schieder, die Leiterin der Bildungseinrichtungen der Wirtschaftskammer Wien. Dabei gehe es nicht nur um den Erwerb von mehr technischen Kompetenzen und um die Digitalisierung. „Das Lernen hat nicht nur eine technische Seite, sondern beinhaltet auch Aspekte wie das Führen im digitalen Zeitalter oder den Umgang mit virtuellen Teams. Zudem steigt das Maß der verlangten sozialen Kompetenzen merklich an”, so Kluger-Schieder. Die Statistik Austria misst regelmäßig den Anteil der Bevölkerung, die an Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen teilnimmt. Erfasst sind in dieser Statistik Menschen im Alter von 25 bis 64 Jahren. Mittlerweile nehmen jährlich rund 15 Prozent dieser Gruppe an Weiterbildungen teil. Dabei gehen mit steigendem Bildungsniveau häufigere Schulungsbesuche einher. Dem immer weiter steigenden Interesse an Weiterbildung wird Rechnung getragen: „Lernen passiert immer und überall, unabhängig von Zeit und Ort. Umso wichtiger ist es, individuelle und flexible Lernmöglichkeiten anzubieten, die zur persönlichen und beruflichen Weiterbildung motivieren und der Lebensrealität der Lernenden entsprechen”, sagt Kluger- Schieder. Mit den hybriden Lernformaten sollen noch mehr Gruppen angesprochen und zur Weiterbildung motiviert werden, etwa Ältere oder Berufsgruppen mit hohem Migrationsanteil. Trainer müssen ihre didaktischen Methoden und Lernsettings an die neuen Formate anpassen. Faymann bestätigt diese Strategie für sein Institut: „Die Lernangebote werden sich verändern. Hybrid und Online wird verstärkt angeboten. Man kann sich aus meiner Sicht bereits jetzt schon darauf freuen, dass das Lernen einen neuen Anreiz bekommen wird.”

In Zukunft mehr Lernformate zur Wahl

Neue Formate erfüllen die individuellen Lernwünsche: Räumlich flexibel, ein individuelles Lerntempo oder das Nutzen aller Sinne, um den bestmöglichen Lernerfolg zu erzielen. Hier einige neue Lösungen dafür:

  • Blended-Learning-Kurs: Ein Teil der Materie wird flexibel online gelernt, Präsenzeinheiten sorgen für vertiefende Praxis.
  • Live-Online-Kurs: Lernen wie im Seminarraum, nur von zuhause oder vom Arbeitsplatz aus.
  • elearning-Kurs: 100 Prozent online, alle Lerninhalte stehen immer zur Verfügung, das Tempo bestimmt man selbst.
  • Hybrid-Kurs: Ein fixer Stundenplan gibt den Takt vor, man kann teilnehmen, wo man gerade ist. Vor Ort im Lehrsaal oder live online. 

 

Tipp!
17. - 22. JÄNNER: WIFI Online-Infotage


 

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