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Lehrlingsaustausch: Wiener Germanistik-Student wird Tischler-Lehrling mit 40

Lehrlingsaustausch zwischen Wirtschaftskammer Wien und Handwerkskammer Koblenz – Bildungsbeauftragter Eppler: „Lehre ist auch für Ältere attraktiv“

Daniel Wasserer (l.) vor der Abfahrt nach Koblenz mit WK Wien Bildungsverantwortlichem Alexander Eppler
© Barbara Lachner Daniel Wasserer (l.) vor der Abfahrt nach Koblenz mit WK Wien Bildungsverantwortlichem Alexander Eppler

Bereits seit 1993 gibt es den Lehrlingsaustausch zwischen der Wirtschaftskammer Wien und der Handwerkskammer Koblenz. Für zwei Wochen sind Wiener Lehrlinge auch dieses Jahr wieder bei den Lehrbetrieben am Rhein, im Jahr darauf sind die deutschen Lehrlinge dafür in Wien. Heuer findet der Lehrlingsaustausch zum 29. Mal von 9. bis 22. Oktober statt. Organisiert werden die Kurzpraktika in Koblenz (Deutschland) von der Wiener Sparte Handwerk und Gewerbe.

„Die Lehre wird durch den internationalen Austausch attraktiv und hebt gleichzeitig das Image der Lehre.“
Alexander Eppler

Heben Image der Lehre

„Die Erfahrungen, Erlebnisse und Bekanntschaften helfen unseren Betrieben und vor allem den jungen Menschen“, sagt Alexander Eppler, Spartenobfrau-Stellvertreter Gewerbe und Handwerk und Bildungsbeauftragter der Wirtschaftskammer Wien, über den Lehrlingsaustausch: „Die Lehre wird durch den internationalen Austausch noch attraktiver, das Image der Lehre wird angehoben.“ Acht Lehrlinge aus dem Wiener Gewerbe und Handwerk haben sich heuer für das zweiwöchige Berufspraktikum in Koblenz beworben. Darunter die drei Friseur-Lehrlinge Vanessa Molzer (Firma Grießner & Mayerhofer GmbH), Carmen Schmölz-Dosedel und Lara Zelenka (beide Firma Sibylle Grießner GmbH), ein Lehrling der Fleischverarbeiter Dario Ullrich (Firma Horst Stierschneider GmbH), der Goldschmied-Lehrling Philipp Tesarik (Firma Gabriela Bibl) und zwei Lehrlinge der Orthopädie-Schuhmacher, Felix Ochensberger und Liesa Griesbacher (Firma Ortho-Schuh GmbH).

Felix Ochensberger und Liesa Griesbacher mit Ausbilder Hermann Ochensberger
© WKW/Spitaler Felix Ochensberger und Liesa Griesbacher mit Ausbilder Hermann Ochensberger
Philipp Tesarik mit Ausbilderin Gabriele Bibl
© WKW/Spitaler Philipp Tesarik mit Ausbilderin Gabriele Bibl


Vom Germanistik-Student zum 40-jährigen Tischler-Lehrling

Erst am zweiten Bildungsweg die Lehre für sich entdeckt hat Tischlerlehrling Daniel Wasserer, der heuer ebenso in Koblenz dabei ist: Denn Wasserer hatte erst Germanistik studiert und in diesem Job bereits gearbeitet, als er sich schließlich doch noch für eine Tischlerlehre entschied. „Ich bin mittlerweile 42 Jahre alt, habe mich vor etwa drei Jahren dazu entschlossen, einen beruflichen Neuanfang zu wagen und meine Ausbildung 2021 begonnen“, erzählt Tischlerlehrling Wasserer: „Das Arbeiten mit verschiedensten Materialien und Techniken, das Umsetzen von Plänen auf Papier zu tatsächlichen Objekten und nicht zuletzt das Herstellen von Gegenständen, die länger Bestand haben, reizt mich sehr an diesem wunderschönen Handwerksberuf. Wenn nach dem Letztschliff schließlich ein ansprechendes, durchdachtes und präzise gefertigtes Möbelstück vor einem steht, welches sowohl dem Kunden als auch dem Tischler selbst Freude bereitet, ist das ein unglaublich erfüllendes Gefühl“, so Wasserer. Abb

Dario Ullrich
© WKW/Spitaler Dario Ullrich
Lara Zelenka, Ausbilderin Sibylle Grießner, Carmen Schmölz-Dosedel, Vanessa Molzer, Ausbilderin Martina Mayerhofer (v.l.)
© WKW/Spitaler Lara Zelenka, Ausbilderin Sibylle Grießner, Carmen Schmölz-Dosedel, Vanessa Molzer, Ausbilderin Martina Mayerhofer (v.l.)


Lust, sich auszuprobieren

Von seinem Berufspraktikum in Koblenz verspricht er sich „unterschiedliche Aspekte und handwerkliche Herangehensweisen“ zu lernen. Vor allem aber freut sich der42-Jährige, neue Menschen kennenzulernen und internationale Kontakte zu knüpfen. Wasserer rät allen Lehrlingen, so viele Angebote wahrzunehmen, wie sich ihnen bieten: „Seien es Freifächer, kostenlose Kurse oder eben sogar ein Lehrlingsaustausch: Während der Ausbildungszeit gibt es so großartige Möglichkeiten, sich auszuprobieren, für die man dann im gewöhnlichen Arbeitsleben kaum noch Gelegenheit findet.“

Alle Teilnehmer mit ihren Ausbilderinnen und Ausbildern und WK Wien-Bildungsverantwortlichem Alexander Eppler (r.) sowie Wolfgang Jaspers, GF Sparte Gewerbe und Handwerk (l. hinten)
© WKW/Spitaler Alle Teilnehmer mit ihren Ausbilderinnen und Ausbildern und WK Wien-Bildungsverantwortlichem Alexander Eppler (r.) sowie Wolfgang Jaspers, GF Sparte Gewerbe und Handwerk (l. hinten)

181 Lehranfänger mehr

Gute Zeiten für die Lehre bescheinigt die aktuelle Lehrlingsstatistik

  • Bei den Lehranfängern gibt es ein sattes Plus von 4,6 Prozent.
  • Waren es am Stichtag 30. September 2021 noch 3.912 Lehrlinge im ersten Lehrjahr
  • sind es ein Jahr später mit Stichtag 30.9.2022 bereits 4.093 Lehrlinge –
  • exakt um 181 Wiener Lehranfänger mehr.


Das sagen die Teilnehmer zum Lehrlingsaustausch

„Wenn man die Möglichkeit bekommt, sich etwas anderes anzusehen, sollte man das auch nutzen. Es kann dabei nur Positives herauskommen.“
Philipp Tesarik (28), Goldschmiede-Lehrling im 3. Lehrjahr. Studierte Betriebswirtschaft u.a. in Frankreich und China und arbeitete einige Jahre in einem großen Unternehmen. Entschied sich dann während einer längeren, gesundheitsbedingten Berufspause dazu, neue berufliche Wege zu gehen. Zum Goldschmiedeberuf fand er unter anderem, weil auch der Vater schon Goldschmied war. Nach dem Lehrabschluss will er sofort die Meisterprüfung machen.
„Ich freue mich unglaublich auf Koblenz, darauf, neue Menschen kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen.“
Daniel Wasserer (42), Tischlerlehrling im 1. Lehrjahr. Studierte Germanistik und entschloss sich mit 40 Jahren zur beruflichen Neuorientierung. Am Tischlerberuf – für ihn ein „wunderschöner Handwerksberuf“ - gefällt ihm das Arbeiten mit verschiedenen Materialien und Techniken und wenn ein Plan auf Papier schließlich zu einem Gegenstand wird, der Bestand hat.
„Es ist sicher interessant, wie anderswo gearbeitet wird. Ich lerne gerne Neues kennen und außerdem würde ich mir auch gerne die Stadt anschauen. In meinem Ausbildungsbetrieb hatten wir im Vorjahr einen Lehrling aus Koblenz, der war richtig nett. Auch deshalb bin ich heuer beim Lehrlingsaustausch mit dabei.“
Dario Ullrich (19), Fleischverarbeiter-Lehrling im 3. Lehrjahr. Hat sich schon immer für das Arbeiten mit Fleisch interessiert, die Entscheidung für die Lehre ist für ihn bis heute eine gute Wahl. Er schätzt seinen Beruf als „handwerkliche Arbeit, die sauber, schwer, aber schön“ ist.
„Eine andere Stadt, eine andere Perspektive, Neues erleben, neue Erfahrungen machen – es gibt so einiges, was an dem Lehrlingsaustausch reizvoll ist.“
Liesa Griesbacher (25), Orthopädieschuhmacher-Lehrling im 3. Lehrjahr. Fand nach Abschluss einer Modeschule Gefallen am Werkstoff Leder und kam so zum Schuhmacher-Beruf. Für die Lehre zog sie extra nach Wien. Nach dem 1. Ausbildungsjahr in der Schuhmacher-Lehre wechselte sie zum Orthopädieschuhmacher.
„Ich freue mich auf Koblenz und bin schon sehr gespannt, wie es ist, im Ausland zu arbeiten.“
Felix Ochensberger (18), Orthopädieschuhmacher-Lehrling im 3. Lehrjahr. Mit dem und im elterlichen Orthopädieschuhmacherbetrieb aufgewachsen, wusste er schon bald, dass auch er diesen Beruf wählen wird. Er begann seine Lehre sofort nach der Pflichtschule und findet sie bis heute super.
„Es ist ein Abenteuer und ein neues Erlebnis. Mir war sofort klar: Da mache ich mit, als der Anstoß für das Praktikum in Koblenz von meiner Chefin kam.“
Lara Zelenka (17), Friseur-Lehrling im 3. Lehrjahr. Wollte Friseurin werden, seit sie 7 Jahre alt war und hat nie von einem anderen Beruf geträumt. Es ist nach wie vor ihr Traumjob, der ihr „mega Spaß“ macht.
„Es ist eine einmalige Chance, die nicht jeder kriegt. Ich hab‘ mich sehr gefreut, als mir das angeboten wurde, und bin schon gespannt, wie es in Koblenz sein wird. “
Carmen Schmölz-Dosedel (17), Friseur-Lehrling im 3. Lehrjahr. Schon die Oma und die Mama sind Friseurinnen, daher hat sie sich früh und viel mit dem Beruf beschäftigt. Friseurin sein liegt ihr, und sie kann auch gut mit Menschen umgehen.
„Ich glaube, dass ich von dem Praktikum in Koblenz sicher etwas mitnehmen kann, denn jeder arbeitet auf seine eigene Art. Ein bisschen nervös bin ich aber auch, weil es für mich etwas ganz Neues ist.“
Vanessa Molzer (18), Friseur-Lehrling im 3. Lehrjahr. Hat sich schon immer gerne mit Haarstyling beschäftigt und dabei viel Spaß gehabt. Außerdem ist sie kreativ und liebt es, mit Menschen zu arbeiten.


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