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Lehre nach der Matura – eine Chance für Betriebe und Lehrlinge

Motivierte Lehrlinge mit guter Allgemeinbildung, das wünschen sich Betriebe. Bei der Suche nach geeigneten Kandidaten stoßen sie immer öfter auf junge Menschen, die Matura haben und dann eine Lehrausbildung machen möchten.

© wkw
„In den vergangenen Jahren haben sich immer häufiger Maturanten bei uns als Lehrlinge beworben”
Oliver Groissböck, Chef der Wiener Konditorei Groissböck

Der Unternehmer beschäftigt an vier Standorten rund 85 Mitarbeiter; derzeit sind neun davon Lehrlinge in den Berufen Konditor sowie Einzelhandelskaufmann. Eine von ihnen ist Denise Silgener, die bei Groissböck seit Sommer 2016 eine Lehre zur Konditorin macht. 

Statt Studiumgleich Geld verdienen

Sie hat zuvor ein Gymnasium besucht, maturiert und ein Jus-Studium bzw. ein Studium für Übersetzungswissenschaften begonnen. Schließlich dominierte der Wunsch, Geld zu verdienen. Nach der Zwischenstation bei einer großen Handelskette hat sie nun ihre Berufung gefunden. „Es gefällt mir sehr gut! Ich gehe wirklich jeden Tag gerne in die Arbeit”, sagt Silgener mit Begeisterung. Sie hat es geschafft, ihren Lehrherrn von sich zu überzeugen und wurde unter rund 150 Bewerbern für die Konditoren-Lehrstelle ausgewählt. Als Maturantin hätte Silgener die Möglichkeit ihre dreijährige Lehrzeit zu verkürzen. Sie hat dennoch dafür optiert, die gesamte Lehrzeit zu absolvieren. 

Verkürzung der Lehrzeit möglich

Wer bereits eine Matura oder eine abgeschlossene Berufsausbildung hat, kann nämlich schneller einen Beruf erlernen indem er die Lehrzeit um ein Jahr verkürzt. Das heißt aus drei Jahren Lehrzeit werden zwei Jahre, aus vier Jahren werden drei Jahre. Die Verkürzung ist aber nicht verpflichtend, es kann, wie beim Beispiel des vorher genannten Konditoren Lehrlings, auch die normale Lehrzeit vereinbart werden. Nur zweijährige Lehrberufe können nicht verkürzt werden.Die Verkürzung findet so statt, dass sich die jeweiligen Lehrjahre reduzieren. Bei Verkürzung von drei auf zwei Jahren ist das pro Lehrjahr ein Drittel: Statt zwölf Monate dauert jedes „Lehrjahr” nur acht Monate.Bei vierjährigen Lehrberufen werden die ersten beiden Lehrjahre ebenfalls auf acht Monate verkürzt, die letzten beiden auf zehn Monate. Bei 3,5-jährigen Lehrberufen bleibt das letzte Halbjahr unverändert.

Achtung!
Bei Absolventen von Berufsbildenden Schulen kann es für facheinschlägige Lehrberufe weitergehende Anrechnungen oder sogar den Ersatz der gesamten Lehrzeit geben. Diese Anrechnungen sind verpflichtend einzuhalten.

Sonderregulierung für Lehrlingsentschädigung

Bei verkürzter Lehrzeit gibt es Sonderregelungen betreffend Lehrlingsentschädigung. Diese können sich aus dem jeweiligen Kollektivvertrag oder aus Vorgaben eines Fördermodells (siehe unten links) ergeben. Als Grundregel bei verkürzter Lehrzeit gilt, dass sich die Lehrlingsentschädigung an die Verkürzung der Lehrjahre anpasst: Bei dreijährigen Lehrberufen ist daher für die ersten acht Monate die Entschädigung für das erste Lehrjahr, für die zweiten acht Monate für das zweite Lehrjahr und für die dritten acht Monate für das dritte Lehrjahr zu zahlen. Oft  wird bereits im ersten Lehrjahr die Entschädigung für das zweite Lehrjahr bezahlt. Für über 18-jährige Lehrlinge ist in manchen Kollektivverträgen eine erhöhte Lehrlingsentschädigung verpflichtend vorgesehen. Auch aus Förderrichtlinien kann sich eine höhere Lehrlingsentschädigung ergeben. Die Umsetzung der verkürzten Lehrzeit in der Berufsschule hängt vom jeweiligen Lehrberuf ab: In einigen Lehrberufen gibt es bereits eigene Klassen für Lehrlinge mit verkürzter Lehrzeit, die auf die abweichende Dauer der einzelnen „Lehrjahre” abgestimmt sind. Dies ist derzeit in Wien in folgenden Berufen der Fall: Bürokaufmann, Reisebüroassistent, Konditor. In Lehrberufen, wo es keine eigenen Klassen gibt, muss die Abwicklung mit der jeweiligen Berufsschule besprochen werden. Im Regelfall können Maturanten eine Schulstufe der Berufsschule überspringen, sodass sich der Abschluss der Berufsschule in der verkürzten Lehrzeit ausgeht. Zusätzlich können auf Antrag Maturanten von einzelnen Fächern befreit werden, wenn sie bereits entsprechende Vorkenntnisse haben.

  

Förderungen für Betriebe

Förderungen des Arbeitsmarktservice (AMS):

  • Für über 18-jährige, wenn die höhere Lehr lingsentschädigung für über 18-jährige oder der Hilfsarbeiterlohn bezahlt wird 755 Euro monatlich (zwölf mal pro Jahr) für maximal drei Jahre.
  • Für Mädchen und Frauen in Berufen mit geringem Frauenanteil monatlich 400 Euro (12 mal pro Jahr) für maximal drei Jahre.
  • Wichtig: Kontaktaufnahme mit dem AMS vor Aufnahme des Lehrlings erforderlich!

Förderungen über die Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer Wien:

  • Basisförderung, die nach Ablauf des jeweiligen Lehrjahrs ausbezahlt wird in der Höhe von drei Bruttolehrlingsentschädigungen (BLE) für das erste Lehrjahr, zwei BLE für das zweite Lehrjahr und eine BLE für das dritte Lehrjahr. Bei Lehrzeitverkürzung wird die Basisförderung aliquot entsprechend der verkürzten Lehrjahre ausbezahlt. Die Basisförderung wird auch für erwachsene Lehrlinge gewährt.
  • Für Lehrlinge, die ein berufsbezogenes  Praktikum im Ausland machen, erhält der  Betrieb die Bruttolehrlingsentschädigung für diesen Zeitraum ersetzt.
  • Zusatzkurse für Lehrlinge im Ausbildungsverbund werden mit 75 Prozent bis zu 2000 Euro pro Lehrling gefördert. Vorbereitungskurse auf die Lehrabschlussprüfung werden mit 75 Prozent bis zu 500 Euro gefördert.
  • Für Lehrlinge, die die Lehrabschlussprüfung mit Auszeichnung bzw. Gutem Erfolg bestehen erhält der Betrieb eine Prämie von 250 bzw. 200 Euro
  • Kostenloses Coaching für Lehrberechtigte beim Umgang mit älteren Lehrlingen und Unterstützung von Lehrlingen bei der Umstellung von Schule auf Beruf.  

Information und Kontakt:
Wirtschaftskammer Wien
Lehrlingsstelle-Förderungen
T 01 / 514 50 - 2460
E lehre.foerdern@wkw.at
W www.lehre-foerdern.at


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