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Klein- und Mittelbetriebe entlasten, sichert unsere Zukunft

Themenschwerpunkt KMU: In der Wirtschaftskammer Wien steht der November ganz im Zeichen der Wiener Klein- und Mittelbetriebe (KMU). Dazu gibt es eine Reihe von Veranstaltungen, in denen zentrale KMU-Themen umfassend behandelt werden. Parallel dazu verstärkt die WK Wien ihren interessenpolitischen Druck, um Verbesserungen für KMU zu erreichen.

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© wkw

99,4 Prozent der Wiener Arbeitgeberbetriebe sind Klein- und Mittelbetriebe (KMU) mit weniger als 250 Mitarbeitern. Der Großteil - rund 80 Prozent - haben zwischen einem und neun Mitarbeitern. In Summe beschäftigen die Wiener KMU rund 425.000 Menschen - das sind zwei Drittel aller Beschäftigten der gewerblichen Wirtschaft Wiens. Die Wiener Wirtschaft ist also sehr kleinteilig strukturiert, KMU sind der führende Arbeitgeber.

Jeden Monat einen Themenschwerpunkt

Um die Bedeutung der KMU für die Wiener Wirtschaft hervor zu streichen und passende Services anzubieten, widmet die WK Wien ihren Themenschwerpunkt im Monat November dieser großen Unternehmergruppe. Seit Oktober gibt es bei der WK Wien jeden Monat einen Themenschwerpunkt, damit zentrale Fragestellungen der Unternehmer umfassend und fokussiert behandelt werden können. Im Oktober standen Ein-Personen-Unternehmen (EPU) im Mittelpunkt, jetzt, im November, gibt es für KMU spezielle Info-Angebote. Auch in der interessenpolitischen Arbeit wird im November ein besonderer Fokus auf die Anliegen der Wiener KMU gelegt. Und hier gibt es eine ganze Liste an Verbesserungen, die die WK Wien von der Politik einfordert.

Dazu gehören beispielsweise folgende Punkte:

  • Betriebsübergaben
    Bis 2024 stehen in Wien rund 8500 KMU zur Übergabe an. Dabei geht es auch um die Zukunft von rund 74.000 Beschäftigten. Verkauft ein Installateur seinen Betrieb an seinen Sohn, muss er dafür richtig viel Steuer bezahlen, weil der Verkaufserlös als Einkommen gewertet wird. Den Gewinn kann er auf drei Jahre verteilen oder einen kleinen Freibetrag nutzen oder die Steuerbegünstigung für über 60-Jährige in Anspruch nehmen, wenn er dieses Alter hat. Die WK Wien fordert, dass erstens der Freibetrag deutlich ausgeweitet wird, zweitens der Gewinn auf fünf Jahre verteilt werden kann und drittens die drei verschiedenen Begünstigungen nicht alternativ, sondern ergänzend genutzt werden können.

  • Vereinfachte GmbH-Gründung
    Seit 2018 gibt es die vereinfachte, elektronische GmbH-Gründung. Diese Regelung läuft allerdings mit Ende dieses Jahres aus. Die WK Wien fordert die unbefristete Verlängerung. Außerdem soll es möglich werden, dass Unternehmer, die die vereinfachte GmbH-Gründung nutzen, das volle Stammkapital einzahlen können. Derzeit dürfen sie nur die Hälfte einzahlen. Weiters fordert die WK Wien, dass das Mindeststammkapital für alle GmbHs von 35.000 Euro auf 10.000 Euro gesenkt wird. Für „gründungsprivilegierte” GmbHs ist dies seit 2014 möglich, aber nur zehn Jahre lang.

  • Mutterschutz
    Die WK Wien fordert einen Wochengeldanspruch für werdende Mütter, die aufgrund des relativen Beschäftigungsverbots ihren Job nicht mehr ausüben können und für die es im Betrieb keine andere Aufgabe gibt. Bei Frisören ist das häufig so, weil dort viel im Stehen gearbeitet und mit Chemikalien hantiert wird. Derzeit bezahlen die Betriebe das Gehalt ohne Gegenleistung.

  • Beraten statt Strafen
    Seit heuer ist dieses Prinzip im Verwaltungsstrafgesetz festgeschrieben. In den Wiener Landesgesetzen wurde es aber größtenteils ausgeschlossen. Das muss sich ändern.

 


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