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Kapitalmarkt beleben!

Kommentar von Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien

© wkw

Die Österreicher horten hunderte Milliarden Euro auf niedrig verzinsten Sparbüchern oder als Bargeld zuhause. Dabei bräuchten die heimischen Unternehmen genau dieses Geld, um Investitionen zu finanzieren und expandieren zu können. Damit Private stärker als bisher zu Eigenkapitalgebern werden und einen Teil ihres Ersparten in österreichische Betriebe investieren, braucht es neue Anreize. Gemeinsam mit Finanzmarktexperten habe ich daher ein Maßnahmenpaket entwickelt, das den heimischen Kapitalmarkt beleben kann und Betriebe mit zusätzlichem Eigenkapital versorgt. Dazu gehört etwa ein begrenzter Steuerfreibetrag für Erträge, die Private aus Unternehmensanleihen lukrieren, ein steuerlich anrechenbarer Beteiligungsfreibetrag und ein Gegenrechnen von Kapitalertragsgewinnen mit entsprechenden Verlusten. 

Zusätzliches Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozentpunkten pro Jahr

Parallel dazu muss es Unternehmen leichter gemacht werden, private Geldgeber für sich zu gewinnen. Vor allem kleinere und mittlere Betriebe, die expandieren wollen, müssen von den Chancen des Kapitalmarkts stärker profitieren können. Außerdem muss die steuerliche Benachteiligung von Eigenkapital gegenüber Fremdkapital beendet werden - dazu schlage ich die steuerliche Absetzbarkeit fiktiver Eigenkapitalzinsen vor. Nicht zuletzt gilt es, auch die Banken als Eigenkapitalgeber zu erhalten. Eine weitere Verschärfung bei den Vorgaben für Bankbeteiligungen durch Basel IV wäre daher extrem kontraproduktiv.

Mit unserem Maßnahmenpaket können jedes Jahr mindestens zwei Milliarden Euro von Sparbüchern auf heimische Unternehmen umgeleitet werden. Und das bringt uns ein zusätzliches Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozentpunkten pro Jahr. Darauf sollten wir nicht verzichten.


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