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Kampagne für Solidarität mit betroffenen Betrieben

Durch die neuen behördlichen Betretungsverbote und die ausgeweitete Ausgangssperre mitten im beginnenden Weihnachtsgeschäft leiden viele Wiener Unternehmen massiv unter dem „Wirtschaftsvirus”. Die WK Wien startet daher nun eine Kampagne für Solidarität.

#wienliebe
© Christian Skalnik

Viele Wirtschaftstreibende hatten sich vom Lockdown im Frühjahr noch gar nicht erholt, da kamen schon die nächsten Beschränkungen. Und das mitten in der für viele Branchen umsatzstärksten Zeit des Jahres. „Daher ist es gerade jetzt wichtig, dass die Wiener Bevölkerung ihr goldenes Herz für die lokale Wirtschaft zeigt”, sagt Wirtschaftskammer Wien-Präsident Walter Ruck - und kündigt für die kommende Woche den Start einer neuen Solidaritätskampagne an: „Wer Wien liebt, kauft in Wien ein” lautete auch schon im Vorjahr der Slogan, mit dem nun die Wiener erneut aufgerufen werden, an die Betriebe in der Stadt zu denken, wenn sie einkaufen oder Gutscheine für Weihnachten besorgen. Denn wer bei Wiener Betrieben kauft, erhält lokale Wertschöpfung, belebte Einkaufsstraßen, Arbeits- und Ausbildungsplätze und wichtige Steuereinnahmen, mit denen Sozialleistungen, Schulen, Verkehrsinfrastruktur, das Gesundheitswesen und vieles mehr finanziert werden.

„Jedes regional gekaufte Produkt - auch wenn es nur ein Gutschein ist - trägt dazu bei, unseren Betrieben die Zukunft zu sichern”
Walter Ruck

Man kann regional einkaufen

In Wien haben bereits unzählige Betriebe einen Webshop eingerichtet oder nehmen Bestellungen telefonisch an, um auch im Lockdown für ihre Kunden dazusein. Andere bieten Gutscheine als Geschenkidee für Weihnachten. Viele Fachgeschäfte haben sich auf diese Art für diese schwierigen Wochen ebenso gerüstet wie ein großer Teil der Gastronomie, so manche Freizeiteinrichtung, Kinos, Friseure und viele mehr. Die neue Kampagne sieht Walter Ruck als „ein Zeichen der Hoffnung und des Zusammenhalts”.Die Kampagne startet kommende Woche mit Radio-Spots, danach folgen Videocplis in den Online-Medien und Sujets an öffentlichen Plätzen. Die Fassade des Hauses der Wiener Wirtschaft wird ab 30. November bestrahlt.  Das als Weihnachtsvideo konzipierte Video wird zeigen, wie flexibel die Wiener Wirtschaft mit der Situation umgeht: Man kann nicht nur im Geschäft einkaufen, sondern auch online, per Telefon oder E-Mail bestellen. Um das zu symbolisieren, sieht man zuerst den Betrieb, danach kommt der Ballon zum jeweiligen Käufer bzw. Beschenkten.

Drehaufnahmen an vier Wiener Orten

In den vergangenen Tagen wurden die Video-spots für die Neuauflage der Kampagne „Wer Wien liebt, kauft in Wien ein” abgedreht und die Werbesujets fotografiert. Vier Wiener Unternehmen stellten ihre Geschäftslokale für den viertägigen Videodreh und die Foto-Shootings dabei kostenlos zur Verfügung - und zwar das Fachgeschäft Spielzeugschachtel, die Gold- und Silberschmiede Atelier Krainer, die Konditorei Heiner sowie das Restaurant Kleinod Stadtgarten. Sie stehen stellvertretend für alle Wirtschaftstreibenden, die derzeit ums Überleben kämpfen - Händler, Dienstleister, Gastronomen, aber auch Hoteliers sowie Kultur- und Freizeitbetriebe.

Tipp!
Das fertige Video wird erstmals am 30. November über verschiedene Online-Medien ausgestrahlt. Die Radiospots starten am 23. November, am 7. Dezember folgen City Lights, Rolling Boards, Megaboards und Infoscreen an zahlreichen Orten in der Stadt sowie Digiscreens in den U-Bahn-Stationen. In den Sozialen Medien wird der Hashtag #wienliebe eingesetzt.

Expertin Susanne Forstner (IHS)  im Gespräch

„Bleibt es bei den drei Wochen, kann einiger Konsum nachgeholt werden”
© Carl Anders Nilsson „Bleibt es bei den drei Wochen, kann einiger Konsum nachgeholt werden”
Wie sehr schadet der aktuelle Lockdown der heimischen Wirtschaft und welche langfristigen Folgen wird er haben? Auf diese Fragen wagt Susanne Forstner  eine vorsichtige Prognose. Forstner ist Wirtschaftsforscherin am Institut für Höhere Studien (IHS) in Wien.
„Eine große Frage ist, wie die Konsumenten längerfristig reagieren werden.”
Susanne Forstner, Wirtschaftsforscherin am IHS

„Eine zentrale Frage ist immer, ob es möglich ist, Produktion, Verkauf und Dienstleistungen zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen”, sagt Forstner und erklärt damit einen wesentlichen Unterschied zwischen den Branchen. „Manche Dienstleistungen können zeitlich nicht gut nachgeholt werden. Wenn ich zum Beispiel einmal nicht zum Friseur gehen kann, dann schneidet er mir beim nächsten Mal nicht zweimal die Haare”, illustriert Forstner. Also klassisch verlorenes Geschäft. Dafür gebe es bei Dienstleistern weniger Gefahr, dass Kunden in die Online-Welt wechseln und dort mitunter dauerhaft  bleiben, wie dies im Handel der Fall sei. Jedoch seien im Handel Nachholeffekte im großen Umfang möglich. Denn würde der Lockdown in den drei Wochen vor Weihnachten stattfinden, wäre dies deutlich schlechter für den Handel. „Wenn am 7. Dezember die Geschäfte wieder öffnen, sollte einiges nachgeholt werden können. Allerdings verleiten drei Wochen Lockdown dazu, manches online im Ausland zu besorgen”, sagt die Wirtschaftsforscherin. Den Nachholeffekt schmälern könnte auch, dass viele Menschen aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation zurzeit sparen müssen. Wichtig sei, die Kunden jetzt mit lokalen Online-Angeboten zu erreichen, um Riesen wie Amazon etwas entgegenzusetzen und die Konsumentenbeziehung aufrecht zu erhalten. Im Umfeld der direkt betroffenen Branchen gebe es einige Wirtschaftszweige, die in weiterer Folge den Nachfrageeinbruch spüren werden, erklärt Forstner: „Es geht vor allem um die, die in eine Produktions- und Lieferkette eingebunden sind. Denn wenn zum Beispiel die Geschäfte geschlossen sind, braucht es niemanden, der die Waren in die Geschäfte bringt.” Keine Sorgen mache sie sich aber um Berufe wie Unternehmensberater oder die Werbewirtschaft: „Es ändern sich die Fragestellungen, aber nicht so sehr die Nachfrage.”

Wichtig wird sein, was nach diesen drei Wochen passiert

Im produzierenden Bereich - also in der Industrie und am Bau - gebe es derzeit keine Hinweise, dass der Produktionsprozess etwa durch Lieferverzögerungen gestört sei. Dies sei ein wesentlicher Unterschied zum heurigen Frühjahr und Grund für etwas weniger Schaden als im ersten Lockdown. Im Frühjahr hat das IHS den wöchentlichen Produktionsrückgang in der Gesamtwirtschaft mit rund zwei Milliarden Euro pro Woche beziffert. Aktuell geht das IHS von einer bis 1,5 Milliarden Euro pro Woche weniger Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahresvergleich aus. Über die Wochen summiert sich allerdings auch das - mit dem Effekt, dass die aktuellen Einschränkungen vermutlich rund ein Prozent Wirtschaftsleistung zusätzlich kosten werden. „Wichtig wird sein, was nach diesen drei Wochen passiert - also ob die Infektionszahlen so stark sinken, dass Handel und Gastronomie wieder öffnen können”, sagt Forstner. Eine andere große Frage sei, wie die Konsumenten längerfristig reagieren werden - wie sich ihr Vertrauen in die Zukunft entwickeln wird, ihr Sparverhalten, ihr Umgang mit Unsicherheit, ihr Konsumverhalten. „Wenn sich herausstellt, dass auch 2021 ein sehr hartes Jahr für viele Menschen sein wird, ändert sich das Verhalten der Menschen - dann sind alle Bereiche betroffen”, sagt die Wirtschaftsforscherin. Für die Zeit des aktuellen Lockdowns erwartet sie das aber nicht.


Betretungsverbote

Betroffenheit der Sparten in Wien, gemessen am Anteil der beschäftigten Mitarbeiter und der Zahl der direkt betroffenen Unternehmen im Vergleich zur jeweiligen Gesamtsparte (grobe Annäherung).

Basis: Summe aus allen unselbstständig Beschäftigte plus 1 Unternehmer-Arbeitsplatz pro Unternehmen. Quelle: WK Wien
© wkw Basis: Summe aus allen unselbstständig Beschäftigte plus 1 Unternehmer-Arbeitsplatz pro Unternehmen. Quelle: WK Wien
In allen anderen Sparten (Industrie, Bank und Versicherung, Transport und Verkehr, Information und Consulting) gibt es keine oder nur ganz vereinzelt Betretungsverbote und daher kaum „rote Anteile”.




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