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Kammer ersetzt Selbstbehalt beim Arztbesuch

Die Wirtschaftskammer Wien wird den Wiener Unternehmern den Selbstbehalt beim Arztbesuch ersetzen. Und zwar rückwirkend mit 1. Jänner 2020. Die Reaktionen der Wirtschaftstreibenden sind positiv.

Wirtschaftskammer Wien-Präsident Walter Ruck verkündet die Übernahme des Arztbesuch-Selbstbehalts durch die Kammer.
© Barbara Lachner Wirtschaftskammer Wien-Präsident Walter Ruck verkündet die Übernahme des Arztbesuch-Selbstbehalts durch die Kammer.

Stephanie Edtstadtler ist stolze Besitzerin des Wiener Cafés Fräulein’s im 7. Bezirk. Die zweifacher Mutter managt ihren Betrieb und bereitet gerade einen weiteren Standort vor: Fräulein’s fabelhafter Sommergarten wird noch heuer am Donaukanal aufsperren. Wenn Edtstadtler zum Arzt muss, dann verrechnet ihr die Sozialversicherung der Selbstständigen (SVS) 20 Prozent der Arztkosten. Dass man an dem Gesundheitsprogramm der SVS „Selbständig Gesund” teilnehmen kann und nach einiger Zeit nur mehr zehn Prozent Selbstbehalt zahlt, hat die Unternehmerin schon gehört. Wegen all der Verpflichtungen im Betrieb und in der Familie habe sie sich dafür aber noch keine Zeit genommen.

Für die Wiener Gastro-Unternehmerin Stephanie Edtstadtler ist die Selbstbehalt-Übernahme durch die WK Wien ein guter Anreiz, um sich nun verstärkt ihrer Gesundheitsvorsorge zu widmen.
© wkw/Spitaler Für die Wiener Gastro-Unternehmerin Stephanie Edtstadtler ist die Selbstbehalt-Übernahme durch die WK Wien ein guter Anreiz, um sich nun verstärkt ihrer Gesundheitsvorsorge zu widmen.

Das soll sich nun ändern. Denn sie hat erfahren, dass die Wirtschaftskammer Wien für aktive Mitglieder nun auch noch die restlichen zehn Prozent übernimmt, um den Vorsorgegedanken weiter zu stärken. „Das ist auf alle Fälle ein Anreiz für mich und ist auch sicherlich für viele andere wichtig”, sagt sie. Gerade bei der Sozialversicherung sei man als Unternehmer froh, wenn man etwas sparen könne.

Der Wiener Gärtner- und Floristen-Meister Michael Strangl (im Bild links mit zwei seiner Mitarbeiter) freut sich, dass die WK Wien Unternehmern den Selbstbehalt beim Arztbesuch ersetzt, wenn man auf seine Gesundheit achtet.
© wkw/Spitaler Der Wiener Gärtner- und Floristen-Meister Michael Strangl (im Bild links mit zwei seiner Mitarbeiter) freut sich, dass die WK Wien Unternehmern den Selbstbehalt beim Arztbesuch ersetzt, wenn man auf seine Gesundheit achtet.

Auch Unternehmer Michael Strangl ist überzeugt, dass nun viele Unternehmer das Gesundheitsprogramm in Anspruch nehmen werden, um den Kostenvorteil zu nutzen. „Das ist eine super Sache. Die meisten Unternehmer schauen ohnehin zu wenig auf ihre Gesundheit”, sagt der 50-Jährige, der nun auch in das Programm einsteigen will. Die Senkung des Selbstbehalts auf 0 Prozent sei eine echte Ersparnis und daher ein guter Anreiz. Strangl führt einen Blumenhandel-Meisterbetrieb im 12. Bezirk.

Ruck will Vorsorgegedanken in der Unternehmerschaft stärken

„Nur wer gesund ist, ist auch beruflich erfolgreich”, sagt WK Wien-Präsident Walter Ruck, der vergangene Woche die Übernahme des Selbstbehalts für Arztbesuche für aktive Mitglieder durch die WK Wien verkündet hat. Er wolle mit dieser Aktion den Vorsorgegedanken bei den Wiener Unternehmern stärken und gleichzeitig die Kosten des Gesundheitssystems senken. Denn in eine aktive Gesundheitsvorsorge zu investieren, sei immer billiger als vermeidbare Krankheiten zu behandeln. 

„Man muss regelmäßig hinterfragen, ob das Gesundheitssystem dem Vorsorgegedanken ausreichend Rechnung trägt”
Walter RuckWalter Ruck

Der von der WK Wien als erste Interessenvertretung in Österreich geschaffene finanzielle Anreiz für die Versicherten sei dabei ganz wesentlich. „Wir investieren damit in die Gesundheit der Wiener Unternehmer”, stellt Ruck klar. Finanziert wird das neue Angebot aus den Einsparungen, die Ruck im Zuge der jüngsten Kammerreformen erreicht hat - allen voran durch die Zusammenführung von zehn Wiener Standorten im neuen Haus der Wiener Wirtschaft und die interne Organisationsverschlankung. Ein Teil der Mittel wurde den Mitgliedern bereits über die Umlagenreform zurückgegeben, ein weiterer Teil wurde in neue Services investiert. Und nun folgt die Kostenübernahme beim SVS-Selbstbehalt.

In den kommenden Wochen werden die Voraussetzungen geschaffen, damit die Unternehmer ihren Arztbesuch-Selbstbehalt bei der WK Wien unkompliziert einreichen können und die Kosten rasch refundiert bekommen. Die organisatorischen Details dazu werden gerade geklärt, eine detaillierte Information folgt. Wichtig ist: Die Kostenübernahme wird rückwirkend mit 1. Jänner 2020 erfolgen. Dies gilt für all jene, die am Gesundheitsprogramm der SVS schon teilgenommen haben und zehn Prozent Selbstbehalt zahlen. Allen anderen rät die WK Wien, rasch in das Programm „Selbständig Gesund” einzusteigen, um den Kostenvorteil so bald wie möglich nutzen zu können. Derzeit haben 8000 Wiener Unternehmer das Programm schon absolviert. Ruck will diese Zahl in den kommenden Jahren deutlich steigern.

Selbstbehalt bis zu fünf Prozent des Jahreseinkommens

Wie viel Selbstbehalt Wiener Unternehmer für Arztbesuche bezahlen, ist höchst unterschiedlich. Wer nie zum Arzt geht, zahlt nichts - tut seiner Gesundheit mitunter aber nichts Gutes. Wer laufend zum Arzt muss, greift tief in die Tasche. Zwar gibt es auch Befreiungen, etwa für Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen, Gesundenuntersuchungen, einige chronische Erkrankungen oder wegen sozialer Schutzbedürftigkeit. Doch wer keine Befreiung hat, muss bis zu fünf Prozent seines Jahresgehalts für Arztbesuch-Selbstbehalte bezahlen. Bei einem Einkommen von 2500 Euro zwölfmal pro Jahr sind das immerhin 1500 Euro im Jahr. Dazu kommen noch etwaige Selbstbehalte, die abseits der Arztbesuche anfallen, etwa für Heilbehelfe. Sie fallen nicht unter diesen Deckel.

EPU, Junge und Frauen reagieren positiv

  • Kasia Greco, Sprecherin der Wiener Ein-Personen-Unternehmen (EPU): „Der Entfall des Selbstbehalts bei Arztbesuchen ist ein wirklich großer Wurf und vor allem für uns Ein-Personen-Unternehmen eine große Entlastung. Allein in Wien profitieren davon rund 65.000 EPU. Dass all jene Unternehmer vom Selbstbehalt befreit werden, die am Gesundheitsvorsorge-Programm der SVS erfolgreich teilnehmen, ist eine sehr kluge Lösung, weil Prävention gestärkt und Leistung belohnt wird.”

  • Barbara Havel, Vorsitzdende der Jungen Wirtschaft Wien: „Gerade junge Unternehmer sind oftmals von mehrfachen Herausforderungen in Arbeit und Familie betroffen. Da passiert es leider manchmal, dass die Gesundheit auf der Strecke bleibt. Ich begrüße daher die Idee, die Gesundheitsprävention der Wirtschaftstreibenden und gleichzeitig deren finanzielle Entlastung zu fördern. Das können wir voll mittragen. Die Initiative unterstützt Eigenverantwortung und unser aller Gesundheitsbewusstsein.”

  • Martina Denich-Kobula, Vorsitzende von Frau in der Wirtschaft Wien: „Es ist nur fair, dass jene belohnt werden sollen, die das Gesundheitssystem entlasten. Und das sind jene Menschen, die vorsorgen und auf ihren Körper und Geist achten. Für mich ist das von Präsident Ruck vorgelegte Modell nach dem Motto „Vorsorgen statt nachzahlen” ein wichtiger Schritt, mehr Unternehmerinnen zu einem gesünderen Leben zu motivieren. „Wer gesund lebt, tut sich selbst Gutes und ist leistungsfähiger.”

 

Bei Fragen zum Selbstbehalt, eMail an: selbstbehalt@wkw.at




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