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Kammer-Klammer zwischen Wien und München

Wirtschaftskammer Wien-Präsident Walter Ruck und Eberhard Sasse, Präsident der IHK München unterschreiben Pakt für engere Zusammenarbeit - Bayern nimmt Wien so viele Waren ab wie USA, Italien und China zusammen.

Walter Ruck
© Florian Wieser

Die Wirtschaftskammer Wien und die Industrie- und Handelskammer (IHK) München rücken enger zusammen und bilden eine Achse der deutschsprachigen Wirtschaftsmetropolen. Bei einem Festakt unterzeichneten die beiden Präsidenten der Wirtschaftsvereinigungen, Walter Ruck und Eberhard Sasse, diese Woche einen Kooperationsvertrag über die künftige Zusammenarbeit. „Gemeinsam sind wir stärker und können unseren Anliegen mehr Gewicht verleihen. Gerade dann, wenn wir unsere Forderungen auf internationaler Ebener vertreten, müssen wir geeint auftreten“, unterstreicht Ruck die Notwendigkeit der Zusammenarbeit. Sasse ergänzt: „Beide Metropolregionen sind europäische Top-Standorte mit einem enormen Wachstum und großer wirtschaftlicher Dynamik. Unsere Unternehmen haben ähnliche Bedürfnisse, etwa bei Themen wie Fachkräftemangel und Verkehrsinfrastruktur.“


Die Eckpunkte der getroffenen Kooperations-Vereinbarung

  • Informationsaustausch über aktuelle Themen wie Standortentwicklung, Fachkräfte und Seidenstraße, vor allem aber auch über EU-Gesetzgebung, die auch für die regionale Wirtschaft immer wichtiger wird und wo es wichtig ist, die urbane Betroffenheit mancher EU-Gesetzesvorhaben noch effektiver auf EU-Ebene zu vertreten.

  • Jährliche Seminare für Mitglieder zu EU- und IFI (Internationale Finanzinstitutionen)-Ausschreibungen: Die beiden Kammern wollen ihre Mitglieder ermuntern, mehr an Ausschreibungsverfahren teilzunehmen, auch in Form von Kooperationen. 

  • Lehrlings- und Mitarbeiteraustausch: Mitarbeiter sollen die Möglichkeit bekommen, bei der Partner-Kammer die Abläufe kennenzulernen und voneinander zu lernen.

Internationalität wird in Wien groß geschrieben, 11.000 Exportfirmen schaffen ein Exportvolumen von knapp 20 Milliarden Euro pro Jahr, zusätzlich belaufen sich die Dienstleistungsexporte auf weitere 9 Milliarden Euro pro Jahr. Exportland Nummer 1 für Österreich ist Deutschland, mehr als 20 Prozent des Exportumsatzes werden in der Bundesrepublik lukriert. München und Oberbayern sind dabei das Tor zum Markt Deutschland und klassischer „Erstmarkt“ für neue Exporteure. Bayern ist innerhalb Deutschlands ein extrem starker Abnehmer und nimmt so viele Waren ab wie USA, Italien und China zusammen. Dazu kommen auch viele heimische Investitionen in Bayern: 1.500 österreichische Niederlassungen beschäftigen rund 41.000 Mitarbeiter, 14 Milliarden Euro wurden investiert. Umgekehrt haben auch bayerische Unternehmen knapp 10 Milliarden Euro in Österreich investiert und beschäftigen 57.000 Personen – Wien ist für sie Standort Nummer 1 als Brückenkopf nach Zentral- und Osteuropa.



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