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Junge Fachkräfte am Start

Bei den EuroSkills in Graz treffen die besten Jungfachkräfte Europas aufeinander. Berufsnachwuchs wie dieser ist heiß begehrt, denn der Fachkräftemangel bleibt auch nach der Pandemie Realität.

Felix Janisch geht bei den EuroSkills gemeinsam mit seinem Freund Bernhard Gabrle im Teamberuf Gartengestalter an den Start.
© Sebastian Haberhauer Felix Janisch geht bei den EuroSkills gemeinsam mit seinem Freund Bernhard Gabrle im Teamberuf Gartengestalter an den Start.

Kick-Off für das österreichische Team - Konkurrenz aus ganz Europa aufgepasst: So wie bei der vergangenen Fußball-Europameisterschaft werden die österreichischen Teilnehmer auch bei den Berufsmeisterschaften EuroSkills, die von 22. bis 29. September in Graz stattfinden, ganz schön auftrumpfen. Das Ziel des mehr als 50-köpfigen „Teams Austria” ist klar definiert: In möglichst vielen Berufen einen Platz auf dem Siegertreppchen erobern – und natürlich auch den einen oder anderen Europameister- Titel abräumen.

„Gerade jetzt brauchen wir gut ausgebildete Fachkräfte.”
Walter Ruck

Wer in Graz für Österreich an den Start geht, wurde im Rahmen nationaler Ausscheidungskämpfe entschieden. Im „Team Austria” finden sich Jungfachkräfte aus allen neun Bundesländern. Wien stellt Teilnehmer in vier Berufen: Johannes Burchard (Hotel Rezeption), Nikolaus Walter (Netzwerktechnik), Robin Löhr und Julian Wissmann (Teambewerb Industrie 4.0) sowie Felix Janisch. Der junge Landschaftsgärtner bildet gemeinsam mit Bernhard Gabrle das Team im Beruf Gartengestaltung. Und diesmal will es Janisch wissen, denn der junge Landschaftsgärtner hat bereit 2018 bei den AustrianSkills in Salzburg teilgenommen und mit seinem damaligen Partner den 2. Platz erreichen können: „Leider ist der Kollege dann abgesprungen, deshalb konnte ich an den EuroSkills 2018 nicht teilnehmen. Aber heuer will ich jetzt fix mit dabei sein.” Sein Teamkollege für die EuroSkills 2021 Bernhard Gabrle sei schon seit der Schulzeit sein „bester Freund” - man könne sich jederzeit aufeinander verlassen. Und ganz offensichtlich ist Janisch nicht nur jung, talentiert und ambitioniert, sondern auch noch nervenstark: „Ich freue mich auf das Kräftemessen mit Teilnehmern aus anderen europäischen Länder. Und ich bin so oder so kein nervöser Mensch, ich werde cool bleiben und mein Bestes geben”, betont Janisch. Und klar, der Sieg stehe natürlich auf der To-do-Liste: „Klar mache ich nicht nur mit, um Erfahrungen zu sammeln, sondern um den Europameister-Titel nachhause zu holen”, erklärt der 20-jährige Wiener selbstbewusst.

„SKILLS”: Die Berufswettbewerbe im Überblick

AUSTRIANSKILLS
Die nächsten österreichischen Staatsmeisterschaften für Jungfachkräfte finden im November in Salzburg statt. Die Besten qualifizieren sich für die nächsten internationalen Berufswettbewerbe EuroSkills und WorldSkills.
EUROSKILLS
Werden alle zwei Jahre in Form einer Europameisterschaft ausgetragen – heuer von 22. bis 26. September in Graz. Im Mittelpunkt stehen die Leistungen von Fachkräften bis 25 Jahre in mehr als 45 Berufen.
WORLDSKILLS
Die Wirtschaftskammer Österreich entsendet seit 1961 regelmäßig ein österreichisches Team zu den internationalen Berufsweltmeisterschaften. Die WorldSkills 2022 finden von 12. bis 17. 10. 2022 in Shanghai statt.

Engagement muss gefördert werden

„Seit vielen Jahren liefern unsere Fachkräfte bei internationalen Wettbewerben wie den WorldSkills und EuroSkills hervorragende Ergebnisse ab. Damit beweisen sie immer wieder die hohe Qualität unserer Lehrausbildung, die auch international zu den Besten gehört”, sagt Wirtschaftskammer Wien-Präsident Walter Ruck. Bewerbe wie EuroSkills seien außerdem die beste Werbung für das Zukunftspotenzial der Fachkräfteausbildung. Deren Wert hat Stefan Windisch, Geschäftsführer der Steinbauer Garten- und Landschaftsgestaltung und Felix Janischs Chef, längst erkannt. Junge Fachkräfte mit allem Engagement auszubilden und zu fördern, ist ihm ein großes Anliegen. „Wir legen bei unseren Mitarbeitern großen Wert auf eine professionelle Ausbildung. Mir ist es sehr wichtig, junge Leute voranzutreiben und in ihrer Ausbildung zu unterstützen.” Können, Selbstbewusstsein und Zielstrebigkeit machen den jungen Gartengestalter Janisch für seinen Chef zu einem geschätzten Mitarbeiter. „Deshalb will ich ein deutliches Zeichen setzen, dass sich unsere junge Fachkraft Felix weiterentwickeln kann”, so Windisch. Denn gerade jetzt gebe es in Österreich einen großen Bedarf an Nachwuchsfachkräften, ist dieser überzeugt. „Jammern hilft da nix, dem Fachkräftemangel müssen wir ganz aktiv entgegenwirken.”

Wiens Vertreter bei den EuroSkills 2020 in Graz
© www.laresser.com/skills austria Wiens Vertreter bei den EuroSkills 2020 in Graz

Fachkräftemangel ist Realität

Dass der Wirtschaft in vielen Branchen zu wenige qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stehen, ist Realität und daran hat auch die Pandemie wenig geändert. Das vom Institut für Bildungsforschung (ibw) im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich durchgeführte Fachkräfte-Radar spiegelt diese Situation wider. Demnach waren im September 2020 vier von fünf der heimischen Unternehmen in irgendeiner Form vom Fachkräftemangel betroffen - nur geringfügig weniger als eineinhalb Jahre davor, und das trotz der coronabedingten Konjunkturflaute. Am stärksten wird der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern im Gewerbe und Handwerk wahrgenommen, gefolgt vom Tourismus & Freizeitwirtschaft und dem Sektor Transport und Verkehr. Dasibw hat aus der Befragung der gut 4400 Betriebe einen aktuellen Fachkräftebedarf von 177.000 Personen hochgerechnet – fast die Hälfte davon in Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern. Mit einer raschen Besserung der Situation rechnen die wenigsten der Befragten - im Gegenteil: Drei Viertel befürchten in den kommenden drei Jahren eine weitere Verschärfung des Fachkräftemangels. In Wien wird die Situation zwar weniger dramatisch beurteilt als in allen anderen Bundesländern: Im Österreich-Durchschnitt sind rund 63 Prozent der Betriebe stark oder sehr stark vom Fachkräftemangel betroffen, in der Bundeshauptstadt um rund zehn Prozent weniger. Helmut Dornmayr, Projektverantwortlicher für das Fachkräfteradar beim ibw, führt das darauf zurück, dass hier sehr viele Menschen leben und das Ausbildungsangebot sehr hoch ist. „Zudem hat Wien einen positiven Pendlersaldo. Viele Menschen aus anderen Bundesländern kommen zur Ausbildung und/oder Arbeit nach Wien”, so Dornmayr. Dennoch ist das Thema auch hier omnipräsent - vor allem jetzt, da nach der Lockerung der Corona-Maßnahmen die Konjunktur anspringt und der Personalbedarf in fast allen Bereichen steigt. Das gilt etwa für Gastronomie und Tourismus, wo der Fachkräftemangel durch Corona bisher abgeschwächt wurde. Ganz besonders gelte das für die Stadtgastronomie, unterstreicht Experte Dornmayr.

Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel

Was Betriebe tun könne
  • selbst Lehrlinge ausbilden
  • Weiterbildung und Höherqualifizierung von Mitarbeitern forcieren
  • überregionale, eventuell auch internationale Rekrutierung
    Zielgruppe erweitern, etwa auf Ältere und Menschen mit Behinderung
    digitale Recruitingtools etablieren
  • Unterstützung durch das Arbeitsmarktservice holen
  • attraktives Arbeitsumfeld schaffen
  • auf Mitarbeiterbindung achten
  • Maßnahmen etablieren, die Fachkräfte länger im Arbeitsleben halten

Was die WK Wien forder

  • Image der Lehre stärken, um sie für die Jugend zu attraktivieren
  • Rahmenbedingungen für Ausbildungsbetriebe verbessern und attraktivieren
  • Schaffung neuer und Modernisierung traditioneller Lehrberufe fortsetzen
  • Aktivierung vorhandener Fachkräfte (mehr Vollzeit statt Teilzeit, längerer Verbleib im Erwerbsleben)
  • grundlegende Reform des Bildungssystems: Bildungspflicht statt Schulpflicht
  • mehr Wirtschaftswissen in die Lehrpläne
  • Weiterentwicklung Rot-Weiß-Rot-Karte

„Wiens Betriebe haben sich durch die Pandemie nicht unterkriegen lassen und sehen mit Mut und Innovationsgeist in die Zukunft. Die Wirtschaft zieht wieder an, deshalb können wir gerade jetzt auf gut ausgebildete Fachkräfte nicht verzichten, um die Folgen der Krise möglichst rasch zu bewältigen”, betont WK Wien-Präsident Ruck. Um genau diesen Bedarf für die Zukunft zu sichern, braucht es nach Meinung der WK Wien ein ganzes Paket an Maßnahmen - beginnend mit einer grundlegenden Reform des Bildungssystems, die garantiert, dass den Jugendlichen schon in der Schule alle notwendigen Skills nicht für eine Fachkräfte-Karriere vermittelt werden, über die Aufwertung der Lehre und der beruflichen Weiter- und Höherqualifizierung bis hin zu konkreten Anreizen, um Fachkräfte länger im Erwerbsleben zu halten. Denn ältere Arbeitskräfte ergänzen dank ihrer Routine und Erfahrung die Stärken, die Jüngere mitbringen. Dass es sich für die Wirtschaft lohnt, der Altersgruppe 50plus mehr Aufmerksamkeit zu schenken, bestätigen auch Arbeitsmarktexperten

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© ibw im Auftrag der WKÖ

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