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Jetzt in Infrastruktur investieren, bringt die Konjunktur in Schwung

Für Alexander Biach, den Standortanwalt in der Wirtschaftskammer Wien, führt der Weg aus der derzeitigen Krise über Investitionen in die Infrastruktur. So sichert und schafft man Jobs. Viele Projekte stehen am Start.

Alexander Biach
© Florian Wieser

Die Corona-Pandemie brachte eine Gesundheits- und eine Wirtschaftskrise mit sich. „Eine dauerhaft hohe Arbeitslosigkeit in Wien kann zu einer Immunschwäche für die Gesellschaft führen. Die einzige Therapie ist deshalb jetzt Jobs, Jobs und nochmal Jobs zu schaffen”, sagt Alexander Biach, Standortanwalt in der Wirtschaftskammer Wien. Deshalb müsse man jetzt in Zukunftsprojekte investieren, die Infrastruktur ausweiten und einige in weiterer Zukunft geplante Maßnahmen sogar vorziehen, ist Biach überzeugt. Er schlägt etwa den vorgezogenen Ausbau und eine klimafreundliche Modernisierung der Infrastruktur bei Verkehr, Energieversorgung und Gesundheit sowie Sozialem vor. Darüber hinaus soll ebenfalls in die Freizeitwirtschaft investiert werden.

„Für den Erfolg dieser Strategie braucht es eine breite und funktionierende Allianz aus einer pragmatischen und handlungsfreudigen Politik, einer wertgeschätzten und partnerschaftlich einbezogenen Privatwirtschaft, einer an einem Strang ziehenden Sozialpartnerschaft sowie einer stets gut informierten Öffentlichkeit”
Alexander Biach

Allianz bilden, Zusammenarbeit forcieren

Für die Projekte solle wesentlich mehr Geld in die Hand genommen werden, als bisher geplant. Standortanwalt Biach hat in Wien umsetzbare Infrastrukturprojekte in Investitions-Höhe von rund sechs Milliarden Euro identifiziert. Wie sich diese Investitionen auf den Standort und Arbeitsmarkt auswirken, wird in der Grafik unten veranschaulicht. Beispielsweise schlägt Biach vor, in den nächsten fünf Jahren in jedem Bezirk mindestens ein Stadterneuerungsprojekt in der Erdgeschoßzone zu verwirklichen. Public-Private-Partnership-Projekte sollen hier forciert werden. Dafür soll eine jährliche Grätzelmillion für jeden Bezirk zur Umsetzung gestalterischer Maßnahmen im öffentlichen Raum geschaffen werden. Also eine geschätzte Investitionssumme von 175 Millionen Euro über fünf Jahre für 25 Projekte.

Empfehlungen für Wien

Standortanwalt Alexander Biach hat einige Empfehlungen ausgearbeitet, wie der Konjunkturaufschwung beschleunigt werden kann:

  • „Gesundheitsmetropole Wien” ausbauen: Jeder vierte Job hängt an der Gesundheitsbranche. Neue Projekte - wie der Ausbau von Medizinstandorten - bringen Wien an die Spitze.
  • Schnellere Genehmigungsverfahren Es braucht eine Reform, z.B. die bessere technische Ausbildung von behördlichen Juristen oder die Haftpflichtversicherung und Einschränkung der Regressmöglichkeiten auf Vorsatz.
  • Gesamtverkehrskonzept modern und leistungsstark für die nächsten 30 Jahre ausarbeiten, wie etwa das Parkzonenmodell mit drei Zonen oder Parkgaragenkonzepte inklusive Mobilitätshubs und ein länderübergreifender Öffiausbau.
  • „Mehr Privat im öffentlichen Raum” ermöglichen: Nach dem Hamburger-Modell der Business Improvement Districts soll auch in Wien durch private Beteiligungen Stadterneuerung leichter und schneller durchgeführt werden. Ziel: Mehr Frequenz und Umsatz für Geschäfte, Lokale und Dienstleister in der Erdgeschoßzone.

Infrastrukturprojekte
© wkw


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