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Investzuwachsprämie: Der vorprogrammierte Erfolg

Die Investitionszuwachsprämie für Klein- und Mittelunternehmen (KMU) - eine Forderung der Wirtschaftskammer Wien – ist ein voller Erfolg. Wenn die Stadt die ursprünglich für Wien geforderten 14 Millionen Euro auch noch zur Verfügung stellt, könnte die Erfolgsgeschichte in Wien heuer noch weiter gehen.

© wkw

Eine Investitionszuwachsprämie für Klein-und Mittelbetriebe (KMU) hatte die Wirtschaftskammer (WK) Wien im Sommer 2016 von der Stadt gefordert. Nach Salzburger Vorbild, wo das Modell bereits erfolgreich erprobt worden war. Der Vorschlag: 14 Millionen Euro - das sind 0,1 Prozent der Kommunalausgaben Wiens 2016 - sollte die Stadtregierung dafür bereitstellen. Denn es war klar, dass es bei heimischen Betrieben nach den konjunkturell schwierigen Jahren einen Investitionsstau gibt und eine Prämie den Anstoß zu nötigen, aber in die Zukunft verschobenen Investitionen geben könnte. Aufgegriffen hat den Vorschlag der Bund - und den Topf für eine Investitionszuwachs-prämie für die Jahre 2017 und 2018 für ganz Österreich mit 175 Millionen Euro - also 87,5 Millionen Euro pro Jahr - dotiert. Anträge dafür konnten Betriebe seit 9. Jänner stellen, die Richtlinie für die KMU-Investitionszuwachsprämie kam Anfang März heraus. Am 7. April waren die Mittel für 2017 bereits zur Gänze vergeben, teilte die austria wirtschaftsservice GmbH (aws) mit.  

„Das zeigt, dass unsere Idee genau richtig war und für ganz Österreich sensationell funktioniert hat.”
Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien

Denn die Erwartungen des Bundes wurden bereits im ersten Jahr weit übertroffen. Die Regierung hatte mit den 175 Millionen Euro Förderung eine österreichweit ausgelöste Investitionssumme von 1,2 Milliarden Euro für beide Jahre angenommen. Tatsächlich wurden aber bereits 2017 mit den 87,5 Millionen Euro Investitionszuwachsprämie rund 1,6 Milliarden Euro an Investitionen ausgelöst - also mehr als 2,5 mal so viel wie erwartet. Mit der KMU-Investitionszuwachsprämie des Bundes wurden heuer österreichweit 1900 Unternehmen unterstützt. Von den 1,6 Milliarden Euro an ausgelösten Investitionen entfallen laut aws 1,2 Milliarden Euro auf 1450 Betriebe aus den Branchen Gewerbe und Industrie. Über die Österreichische Hotel- und Tourismusbank GmbH wurden an 458 Tourismusbetriebe, 22 Millionen Euro an Förderungen vergeben und damit 400 Millionen Euro an Investitionen ausgelöst.

Wertschöpfung rund 1,3 Milliarden Euro

Bei den insgesamt 1908 KMU, die die Investitionszuwachsprämie heuer erhalten, werden damit im Durchschnitt jeweils 840.000 Euro investiert. Die dadurch ausgelöste Wertschöpfung beträgt nach Berechnungen der WK Wien rund 1,3 Milliarden Euro, der dadurch ausgelöste Beschäftigungseffekt sind 19.000 neue Beschäftigungsverhältnisse

„Wenn man sieht, wie gut die Investitionszuwachsprämie des Bundes funktioniert und wie schnell der Topf für 2017 ausgeräumt war, kann man nur sagen, dass auch die Stadt dieses Instrument für Wiener Betriebe einsetzen sollte. So wie es die WK Wien bereits im Vorjahr gefordert hat, Damit würde Wien noch heuer dringend benötigten Schwung in die regionale Investitionstätigkeit bringen und damit den beginnenden Konjunkturaufschwung unterstützen.”
Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien

Dass Wien einen Extraschub gut brauchen könnte, zeigen die Zahlen der letzten Monate: Wien führt noch immer die Negativstatistiken an - mit hohen Arbeitslosenraten, steigenden Sozialausgaben und sinkender Pro-Kopf-Wertschöpfung. So stieg in Wien auch im März 2017 die Zahl der Arbeitslosen (inklusive Schulungsteilnehmer) weiter an, während sie in anderen Bundesländern bereits im Sinken ist. Mit 160.868 Arbeitslosen lebten im März 37 Prozent aller Arbeitslosen Österreichs in der Bundeshauptstadt. Die Sozialausgaben der Stadt sind heuer bereits mit 663 Millionen Euro budgetiert, ein Anstieg von mehr als 100 Prozent seit 2010.

Wiener Mittelstand jetzt unterstützen

„Wien braucht angesichts der nach wie vor hohen Arbeitslosenzahlen und der weiter starken Zuwanderung besonders viele neue Arbeitsplätze. Es ist daher im Interesse der Stadt, Betriebe bei Investitionen und damit bei der Schaffung von Arbeitsplätzen zu unterstützen”, erklärt Ruck. Dass in Wien weiteres Interesse an der Investitionszuwachsprämie besteht, zeigen auch die Anrufe frustrierter Unternehmer, die ihre Anträge für die Bundesförderung fertig haben, aber heuer nicht mehr zum Zug kommen können.

„Statt sie warten zu lassen und Investitionen ins nächste Jahr zu schieben, sollte Wien die Chance ergreifen und ein mehrfach erprobtes Instrument zum Nutzen aller rasch einsetzen.”
Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien

Die Prämie finanziere sich zudem über höhere Steuereinnahmen selbst - sei also ein klares win-win-Projekt. Das zeigt auch die KMU-Investitionszuwachsprämie des Bundes: Durch die zusätzlich generierten Beschäftigungsverhältnisse werden nach Berechnungen der WK Wien mindestens 345 Millionen Euro an Rückflüssen in Form von z.B. Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträgen generiert - also ein Vielfaches der heuer eingesetzten Mittel. In Wien sind rund 81 Prozent aller Arbeitgeberbetriebe Kleinstbetriebe mit bis zu neun Beschäftigten. Weitere knapp 16 Prozent sind Unternehmen mit zehn bis 49 Beschäftigten. „Dieser Wiener Mittelstand soll mit einer Wiener Investitionszuwachsprämie unterstützt werden”, findet Ruck.

Die Prämie 2018

Der Bund hat für 2017 und 2018 jeweils 87,5 Millionen Euro für die KMU-Investitionszuwachsprämie bereitgestellt. Damit sollen Neuinvestitionen von Klein- und Kleinstunternehmen und mittleren Unternehmen bis 250 Mitarbeiter in österreichischen Betriebsstätten gefördert werden. Die Förderung für 2017 ist bereits zur Gänze vergeben. Für 2018 gelten dieselben Förderrichtlinien. Gefördert werden materielle aktivierungspflichtige Neuinvestitionen, bei denen der Investitionszuwachs gegenüber dem Durchschnitt der vorangegangenen drei Jahre über folgenden Grenzen liegt.

  • Förderung für Klein- und Kleinstunternehmen:
    Der Zuschuss für diese Betriebe beträgt bis zu 15 Prozent des Investitionszuwachses von zumindest 50.000 bis maximal 450.000 Euro.
  • Mittlere Unternehmen bis 250 Mitarbeiter:
    Mittlere Unternehmen bis 250 Mitarbeiter werden für Investitionszuwächse von 100.000 bis 750.000 Euro mit bis zu zehn Prozent gefördert.
  • Antragstellung vor Durchführungsbeginn
    Die Einreichung des Antrags muss vor Durchführungsbeginn des Projektsbeim austria wirtschaftsservice (aws)bzw. für Tourismusbetriebe bei der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank GmbH (ÖHT) erfolgen.

Bei Fragen kontaktieren Sie die Abteilung Wirtschaftspolitik, Förderreferat der Wirtschaftskammer Wien



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