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Wir sind dankbar für die Möglichkeit, Kunst zu schaffen

Maria Knotzer, Geschäftsführerin des Wiener Residenz Orchesters, spricht über die Corona-Zeit und den Neustart des Kulturbetriebs.

Maria Knotzer
© Philipp Lipiarski

Sind Sie erleichtert, dass der Kulturbetrieb wieder losgehen kann?

Knotzer: Wir freuen uns jedenfalls sehr auf das Bühnen- Comeback! Schon die Konzerte letztes Jahr nach dem Lockdown waren unglaublich. Diese Energie und Freude, wieder spielen zu dürfen, hat eine unglaubliche Atmosphäre geschaffen. Wenn diese Pandemie etwas Positives hatte, dann, um uns vor Augen zu führen, in welch einem wundervollen Beruf wir arbeiten. Wir sind sehr dankbar dafür, die Möglichkeit zu haben, Kunst zu schaffen, Menschen Kultur näherzubringen und die leuchtenden Augen der Gäste nach einem Konzertbesuch zu sehen.

Stellen Sie uns Ihr Orchester kurz vor

Knotzer: Das Wiener Residenzorchester ist ein traditionelles Wiener Kammerorchester, welches 1998 gegründet wurde. Seit unserer Gründung ist unser Ensemble, wie auch unser Programm, stetig gewachsen. Mit Hilfe von rund 70 MitarbeiterInnen und rund 400 freien KünstlerInnen setzen wir nicht nur unsere täglichen Konzerte, sondern auch eine Reihe an exklusiven Veranstaltungsreihen um, z.B. im Wiener Konzerthaus. Darüber hinaus haben wir im Jahr 2014 das Wiener Hofburgorchester übernommen und unser Repertoire erneut vergrößert. Wir sind ein Familienunternehmen - gegründet wurde das Wiener Residenz Orchester von der Sängerin Sylvia und dem Pianisten Paul Moser. Seit Jänner 2020 leite ich nun das Orchester mit Hilfe meiner Geschwister. Es ist unser erklärtes Ziel, auf der einen Seite die musikalischen Traditionen zu erhalten und auf der anderen Seite klassische Musik zugänglich zu machen. Unsere Programme sind daher nicht nur unterhaltsam und interaktiv, sondern auch mit einem edukativen Gedanken aufgebaut. 

Wann starten Sie in die neue Konzertsaison?

Knotzer: Wir haben unseren Start mittlerweile nach hinten verschoben und werden mit unserem regulären Betrieb erst Mitte Juli starten. Der Kartenverkauf läuft aktuell noch schleppend, ein Gefühl von Zurückhaltung oder auch Skepsis ist noch erkennbar. Dazu kommt, dass der Anteil heimischer Musikliebhaber auch in der Vergangenheit schon sehr gering ausgefallen ist. Das ist doppelt schade, denn wir haben ein grandioses und abwechslungsreiches Programm erstellt, mit welchem wir am liebsten sofort starten würden. Neben der Würdigung von W.A. Mozart (Tod vor 230 Jahren) stehen weitere runde Gedenkfeierlichkeiten und Jubilare wie Antonio Vivaldi und Astor Piazzolla im Fokus unserer Konzerte.

Wie wichtig sind für Sie Touristen als Kunden?

Knotzer: Internationale Gäste sind enorm wichtig für unser Geschäft, auf ihnen basieren 99% unserer Geschäftstätigkeit. Solange Reisebeschränkungen vorhanden sind bzw. es Unsicherheiten diesbezüglich gibt, werden diese Gäste auch weiterhin fehlen.

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hatte die Corona-Pandemie auf Ihr Unternehmen?

Knotzer: Das gesamte letzte Jahr war eine große Herausforderung für unser Unternehmen. Grob gesagt, hatten wir seit März 2020 keinen nennenswerten Umsatz mehr. Ein Großteil der Fixkosten lief jedoch weiter.

Haben Sie Unterstützungen bekommen, um die Zeit leichter überstehen zu können?

Knotzer: Neben der Covid-19 Kurzarbeitsunterstützung haben wir unter anderem einen Überbrückungskredit mit Haftung der ÖHT ( Österreichische Hotel- und Tourismusbank, Anm.d.Red.) aufgenommen und im November/ Dezember den Umsatz Ersatz beantragt und erhalten. Diese Unterstützungen waren und sind enorm wichtig und wir sind sehr dankbar, dass diese auch so rasch ins Leben gerufen wurden. Wir haben sehr hohe Fixkosten, viele lassen sich kurzfristig nicht reduzieren. Neben den staatlichen Unterstützungen waren auch unsere Partner und Lieferanten sehr entgegenkommend und haben zu einem großen Teil auf die Vertragserfüllung verzichtet.

Wie haben Ihre Ensemblemitglieder die Zeit überbrückt?

Knotzer: Ein kleiner Teil unserer KünstlerInnen ist bei uns hauptberuflich tätig, darüber hinaus werden wir von rund 400 freien KünstlerInnen unterstützt. Wir haben mit Beginn der Krise die Kurzarbeitsunterstützung in Anspruch genommen, um unsere langjährigen MitarbeiterInnen durch diese schwierigen Zeiten zu führen. Unsere freien KünstlerInnen konnten großteils ebenfalls finanzielle Unterstützungen beantragen.

Fanden seit vorigen März überhaupt Konzerte statt? Unter welchen Auflagen?

Knotzer: Wir haben die Sommermonate 2020 genutzt, um ein neue Konzertreihe auszuprobieren. Mit den “Wiener Klassik Konzerten” des Wiener Residenzorchesters  haben wir nicht nur Jubilare wie Ludwig van Beethoven, Robert Stolz oder auch Franz Lehar hochleben lassen, sondern die Konzerte auch Corona-konform veranstaltet. Die Sicherheit unserer Gäste und MitarbeiterInnen ist uns enorm wichtig. Aus diesem Grund haben wir bereits letztes Jahr - zusätzlich zu den verpflichtenden Maßnahmen - deutlich mehr Abstand zwischen den Sitzplätzen eingehalten, die erlaubte maximale Kapazität nochmals unterschritten und auf einen Getränkeausschank verzichtet. Unsere Konzerttätigkeit letzten Sommer hat gezeigt, dass unsere Gäste sehr viel Verständnis für die Maßnahmen haben. Auch in der aktuellen Kommunikation mit unseren Kunden ist erkennbar, dass die Maßnahmen problemlos akzeptiert werden.

Gab es Konzerte des Wiener Residenz Orchesters auch online ?

Knotzer: Wir haben lange überlegt, aber schlussendlich ist die Monetarisierung eines Online-Angebots sehr schwierig. Viele große, bekannte (und meist subventionierte) Orchester und Häuser haben ein fabelhaftes, teilweise kostenloses Online- Angebot. Da wir keine staatlichen Subventionen erhalten, müsste ein Online Angebot zumindest den Aufwand decken - und der ist nicht zu unterschätzen, wenn es unseren Ansprüchen und denen unserer Kunden Genüge tragen soll. Wir haben uns daher entschieden, das besser zu machen, was wir bereits haben, und unsere Webseiten neu strukturiert und ausgebaut - auch mit dem Gedanken an eine zukünftige Schritt für Schritt-Implementierung digitaler Angebote über diese Plattformen. Weiters haben wir unseren Kunden zu Neujahr unser 2018 aufgezeichnetes Neujahrskonzert des Wiener Hofburg Orchesters kostenlos auf der Website zur Verfügung gestellt.



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