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In der Krise viel gelernt, das uns für die Zeit danach stärkt

Die Hotellerie ist seit dem Corona-Ausbruch vor einem Jahr im Krisenmodus. Wie Wiener Hotelliers mit der Situation umgehen und was die Pandemie in ihren Unternehmen verändert hat.

Das „Hotel Kugel” ist für Stammgäste und Notfälle geöffnet. Trotz schwieriger Situa-tion ist Hotelchefin Christina Roller zuversichtlich.  „Der Tourismus wird wieder an-springen, vielleicht sogar besser und hochwertiger als vorher.”
© wkw/Spitaler Das „Hotel Kugel” ist für Stammgäste und Notfälle geöffnet. Trotz schwieriger Situa-tion ist Hotelchefin Christina Roller zuversichtlich. „Der Tourismus wird wieder an-springen, vielleicht sogar besser und hochwertiger als vorher.”

Ein handgeschriebenes Schild heißt die Gäste des Hotel Kugel in der Siebensterngasse willkommen. Im Frühstücksraum sind die Tische mit weißen Tischtüchern bestückt, die Fenster dekoriert mit Häschen und anderem Osterschmuck. Darauf, dass die Wiener Hotels seit einem Jahr im Ausnahmezustand sind, weisen nur die Desinfektionsmittel beim Eingang hin. Und die Stille, die herrscht. Für Hotelchefin Christina Roller, die den Familienbetrieb mit 25 Zimmern gemeinsam mit ihrem Mann Johannes führt, die größte Herausforderung. „Wenn man in diesem Metier arbeitet, braucht man das Gewusel und Sprachgewirr. Das geht uns sehr ab.” Die emotionale Seite der Situation sei nicht zu unterschätzen. „Man fühlte sich beim ersten Lockdown auf einmal nicht mehr gebraucht, das hat mich persönlich getroffen”, so Roller. Zwar ist das Haus für Stammgäste, die aus geschäftlichen oder wichtigen privaten Gründen nach Wien kommen müssen, geöffnet. Es sind aber nur einzelne, die seit November da waren. Gerüstet ist man für alles. „Die Zimmer sind gereinigt und versiegelt. So lange ein Gast hier wohnt, werden sie von uns nur betreten, wenn er es wünscht. Man ist privat, aber doch umsorgt”, erklärt die Hotelchefin. Das Haus trägt auch das Stay Safe-Gütesiegel, das einen sicheren Aufenthalt garantiert. Die fünf Mitarbeiter sind in Kurzarbeit, gekündigt wurde niemand. „Wir wollen als Team durch die Krise gehen und danach als Team wieder starten”, betont Roller. Wann das sein wird, weiß niemand. „Die Leute müssen wieder reisen können, vorher ist eine Öffnung nicht sinnvoll.” Nach der Krise könnte der Tourismus sogar besser werden, meint sie, weil die Menschen dann bewusster reisen. Und: Die Krise habe in ihrem Betrieb viele Innovationen beschleunigt, etwa den digitalen Check-in und Check-out. „Das stärkt uns für die nächsten 100 Jahre”, meint Roller. 

Ina Forstinger und Markus Mazal vom Hotel „Das Triest”, das für Geschäftsreisende geöffnet hat: „Der Werterhalt der Immobilie und die Weiterführung der Ausbildung stehen bei uns im Vordergrund.”
© wkw/Spitaler Ina Forstinger und Markus Mazal vom Hotel „Das Triest”, das für Geschäftsreisende geöffnet hat: „Der Werterhalt der Immobilie und die Weiterführung der Ausbildung stehen bei uns im Vordergrund.”

Ganz zu schließen ist keine Option

Im Hotel „Das Triest” auf der Wieden, einem Design-Hotel mit 240 Betten, ist die Rezeption besetzt. Gäste können auch hier im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten einchecken, sagt Markus Mazal, Geschäftsführer des Hotel-betreibers Hospitality List Group. „Man kann sie derzeit aber an zwei Händen abzählen.” Öfters gebucht würden die Meeting-Räume - alle mit direktem Zugang zum Freien. Im ganzen Haus sorgen penible Sicherheits- und Hygienemaßnahmen dafür, dass man sich sicher fühlen kann. Auch hier wird die Zeit genutzt, um Dinge voranzutreiben, für die im Vollbetrieb kaum Zeit ist. Das Haus wurde ausgemalt, Mängel behoben, die Technik überprüft, der Boden in der Lobby grundgereinigt. „Kopf in den Sand stecken hilft nicht. Man muss einen Rhythmus erhalten, auch wegen der Psyche”, so Mazal. Das Haus ganz zu schließen, sei nie eine Option gewesen. „Der Werterhalt der Immobilie und das Verantwortungsbewusstsein für unsere 50 Mitarbeiter stehen im Vordergrund.” In Kurzarbeit ist niemand, auch die zehn Lehrlinge werden weiter ausgebildet. „Wir haben für diese Zeit ein Ausbildungsprogramm gemacht.” Das zum Hotel gehörende Restaurant - mit Haubenküche - bietet Take-away an, auch der zum Haus gehörige Lebensmittelladen „Alimentari” mit italienischen Spezialitäten hat geöffnet. Der Speisen-Abholservice werde sehr geschätzt, erzählt Ina Forstinger, die den Bereich Food & Beverage im Hotel managt. „Wir hatten ja im Restaurant und im Bistro schon vor dem Lock-down mehrheitlich Wiener Gäste.” Take-away ist eines jener neuen Konzepte, die „Das Triest” auf jeden Fall auch nach Corona fortführen will. Hotels brauchen noch länger Hilfen. Mazal sieht die Impfrate als Game Changer und erwartet frühestens im vierten Jahresquartal ein „Leben ohne Angst”, wie er sagt. Für Christina Roller ist essenziell, dass die Unterstützung für Hotels verlängert wird - „mindestens bis zum Jahresende”, sagt sie. Denn selbst wenn Reisen im Sommer wieder möglich sein sollte - für die Stadthotellerie ist diese Zeit eine Nebensaison. „Wir können im Sommer niemals die Umsätze erzielen, die wir brauchen.”

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