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Im Recycling von E-Fahrzeug Batterien steckt viel Potenzial

Batterien von E-Autos sind nicht nur Energie-, sondern auch Ressourcenspeicher. Weil viele der enthaltenen Rohstoffe knapp sind, wird das Thema Recycling zunehmend interessant.

E-Auto-Akkus bestehen aus mehreren Batterienpacks. Die Demontage erfolgt manuell.
© Saubermacher E-Auto-Akkus bestehen aus mehreren Batterienpacks. Die Demontage erfolgt manuell.

Noch sind E-Autos auf Österreichs Straßen in der Minderheit. Knapp 83.700 Stück davon sind zugelassen - weniger als zwei Prozent aller Pkw. Der Trend zeigt aber steil nach oben, im März war schon mehr als ein Achtel aller Neuzulassungen E-Autos. Umso mehr rückt die Frage in den Fokus, was mit den ausgedienten Batterien von E-Fahrzeugen passieren soll. E-Auto-Batterien bestehen aus mehreren Modulen von Lithium-Ionen-Akkus. Nach acht bis zehn Jahren sinkt ihre Leistungsfähigkeit unter 80 Prozent, womit sie als Autoantrieb nicht mehr geeignet sind. Ins Recycling kommen sie zwar erst zeitversetzt in einigen Jahren. Dennoch sollte mit dem Bau entsprechender Recyclinganlagen schon jetzt begonnen werden, meint Bernadette Triebl-Wurzenberger, Unternehmenssprecherin beim Entsorgungsunternehmen Saubermacher. „Es gibt schon heute keine ausreichende Entsorgungssicherheit.” Bei Saubermacher beschäftigt man sich seit langem mit dem Recycling von Lithium-Ionen-Akkus und hat ein eigenes Verfahren dafür entwickelt.

Rohstoffe rausholen ist aufwändig

Akkus von E-Autos enthalten noch große Energiemengen und müssen daher zuerst vollständig entladen werden. „Das passiert zurzeit händisch”, sagt Triebl-Wurzenberger. Die Restenergie geht ins Saubermacher-Betriebsnetz. Danach werden die Module manuell zerlegt, dabei werden Kunststoffe, Kabel, Elektronikteile und Aluminium herausgeholt. Die zerlegten Akkus gehen dann nach Deutschland, wo sie im Saubermacher-Tochterbetrieb Redux Recycling thermisch behandelt werden, um die Batteriezellen zu deaktivieren. Übrig bleiben Mischmetallklumpen, die in einem aufwändigen Verfahren mechanisch zerkleinert werden, ehe man in mehreren Prozessschritten die einzelnen Metalle wie Eisen, Aluminium und Aluminium-Kupfer-Gemisch herauszieht. Gewonnen wird auch ein schwarzes Pulver, die sogenannte Aktivmasse, die Kobalt, Nickel, Mangan und Lithium in hoher Reinheit enthält - allesamt gefragte und teure Rohstoffe. Diese werden anschließend über hydrometallurgische Prozesse unter Einsatz von Flüssigkeiten herausgelöst und dann in den Rohstoffkreislauf zurückgeführt. Saubermacher erreicht bei E-Auto-Batterien bereits eine Recyclingquote von 70 Prozent, bezogen auf den gesamten Akku, sagt Triebl-Wurzenberger. EU-Vorgabe sind 50 Prozent. Noch ist die Gewinnung der Sekundärrohstoffe aber teurer als die Primärrohstoffe. Das liegt auch an den - noch - geringen Mengen: Pro Jahr fallen in Österreich laut Triebl-Wurzenberger etwa 200 bis 300 Tonnen an E-Auto-Batterien zum Recycling an - zu wenig, als dass sich hierzulande eine eigene Anlage rentieren würde. Zum Vergleich: Die Redux-Anlage in Deutschland hat eine Recyclingkapazität von jährlich 10.000 Tonnen Lithium-Ionen-Akkus aller Größen.

Ziel sind Produktionsstandards und verbindliche Recyclingquoten

Die Kostenrechnung könnte sich bald zugunsten des Recycling verschieben, denn die Ressourcen von Lithium, Nickel, Mangan oder Kobalt sind begrenzt, während gleichzeitig die weltweite Nachfrage sprunghaft ansteigt - auch wegen des E-Auto-Booms. Parallel dazu gewinnen Umweltschutzaspekte, die Abbau-Umstände in den Herkunftsländern der Rohstoffe oder der Wunsch nach der Verringerung von Abhängigkeiten enorm an Bedeutung. Nicht umsonst beschäftigen sich viele E-Auto-Hersteller selbst intensiv mit der Recyclingfrage. Das Ziel ist, die Primärrohstoffe zu einem möglichst hohen Prozentsatz im Kreislauf zu halten. Wichtigster Schritt dorthin wäre die stärkere Standardisierung des Produkts E-Auto-Batterie infound eine Kennzeichnungspflicht. Derzeit ist laut Triebl-Wurzenberger der chemische Aufbau der Fahrzeug-Akkus bei jedem Hersteller unterschiedlich. Zusätzlich fehlt oft die Info, was in welcher Zusammensetzung enthalten ist. Damit kann auch der Recyclingprozess nicht standardisiert werden. „Es braucht hier eine engere Zusammenarbeit zwischen Batterieherstellern und Recyclingunternehmen”, betont Triebl-Wurzenberger. Dringend erwünscht sind aus der Sicht der Recyclingbetriebe auch verpflichtende Quoten für den Einsatz von Sekundärrohstoffen in der Produktion. Das würde, so die Saubermacher-Sprecherin, die Nachfrage erhöhen und die Rohstoffe so in der Kreislaufwirtschaft halten. Beschleunigen könnte diesen Prozess auch die ausstehende EU-Batterierichtlinie. Sie zielt unter anderem darauf ab, die Kreislaufwirtschaft der für Batterien eingesetzten Materialien zu forcieren. Mitte dieses Jahres soll die Richtlinie vom EU-Parlament verabschiedet werden.

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