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Im Fokus: Der Mensch

Mit High-tech-Produkten für mobilitätseingeschränkte Menschen ist das Unternehmen Ottobock weltweit erfolgreich.  Heuer feiert der Konzern sein 100-Jahr-Jubiläum. Die Österreich-Tochter wird 50.

Ottobock ist Weltmarktführer in der Prothetik. Am Wiener Standort in der Brehmstraße im 11. Bezirk wird nicht nur produziert, sondern vor allem auch geforscht und entwickelt.
© Ottobock Ottobock ist Weltmarktführer in der Prothetik. Am Wiener Standort in der Brehmstraße im 11. Bezirk wird nicht nur produziert, sondern vor allem auch geforscht und entwickelt.

Sogar Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel war im Februar zur 100-Jahr-Feier des Unternehmens Ottobock im niedersächsischen Duderstadt gekommen. „Eines zieht sich durch die Geschichte des Unternehmens, und zwar, dass Technologie hier dem Menschen dient”, strich Merkel dabei heraus.

Was Firmengründer Otto Bock kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs, im Februar 1919, mit den ersten seriell hergestellten Prothesenteilen für Kriegsversehrte begonnen hat, ist heute ein erfolgreicher Konzern mit weltweit 50 Service- und Vertriebsstellen und 7000 Mitarbeitern. Das Medizintechnik-Unternehmen entwickelt und erzeugt eine breite Palette von Produkten für Menschen mit eingeschränkter Mobilität: Arm- und Beinprothesen, Bandagen, Stützen und Schienen, Rollstühle sowie  Reha-Produkte und Orthesen.

Die bebionic-Handprothese ermöglicht auch filigranes Greifen.
© Ottobock Die bebionic-Handprothese ermöglicht auch filigranes Greifen.

Im größten Geschäftsfeld, der Prothetik - hier ist Ottobock nach eigenen Angaben auch Weltmarktführer - setzt das Unternehmen immer wieder Standards. 1997 kam mit dem C-Leg die weltweit erste komplett mikroprozessorgesteuerte Beinprothese auf den Markt. Weitere Innovationen folgten - bis hin zu Prothesenhänden, die durch Muskelsignale gesteuert werden und mit denen der Träger Greifbewegungen von bislang unerreichtem Niveau ausführen kann. 

F & E-Aktivitäten machen Wien zu einem bedeutenden Standort

In Österreich fasste das Unternehmen vor 50 Jahren Fuß - zuerst in Salzburg, danach auch in Wien. Vor 20 Jahren wurden alle Österreich-Aktivitäten in der Bundeshauptstadt  konzentriert. Am Standort Brehmstraße im Bezirk Simmering, den das Unternehmen 2012 neu bezogen hat, sind heute 620 Mitarbeiter beschäftigt, ein Drittel davon in der Forschung und Entwicklung (F&E). Neue Produkte werden hier bis zur Marktreife entwickelt und auch für den Verkauf produziert. Besondere Kompetenz liegt dabei in der Entwicklung von mechatronischen Prothesen, die naturnahe Bewegungsabläufe ermöglichen. „Vor allem die F & E-Aktivitäten machen Wien zu einem bedeutenden Standort innerhalb des Konzerns”, sagt Heinz Richartz, Geschäftsführer von Ottobock Healthcare Products Wien. Was in Wien hergestellt wird, geht nahezu ausschließlich in den Export. 2017 erreichte der Gesamtumsatz 130 Millionen Euro. „Unsere Kunden sind der niedergelassene Fachhandel, das heißt Orthopädietechniker und auch Reha-Zentren”, so Richartz. In Zukunft wolle Ottobock seine globale Führungsposition verstärken und weiter ausbauen. Ziel sei auch, mit digitalen Technologien mehr Lebensqualität für die Anwender zu erreichen und die digitalen Lösungen den Partnern anzubieten.


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