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Hürdenlauf zum britischen Markt

Mit dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU gelten völlig neue Regeln und Abläufe für Export und Import sowie für die Entsendung von Mitarbeitern.

Wer mit Großbritannien handeln will, muss viele neue Regeln und Vorschriften in Kauf nehmen. Hilfe gibt es im AußenwirtschaftsCenter London.
© Kelvin Atkins/Shutterstock Wer mit Großbritannien handeln will, muss viele neue Regeln und Vorschriften in Kauf nehmen. Hilfe gibt es im AußenwirtschaftsCenter London.

Der Handel mit Großbritannien sei ein „kostspieliger, oft schwieriger Hürdenlauf” geworden, sagte der österreichische Wirtschafts-delegierte in London, Christian Kesberg, bei einem Webseminar für Unternehmen, die den britischen Markt weiterhin auf ihrer Rechnung haben. „Es ist wichtig, nicht nur die erste Hürde zu sehen, sondern auch die nachfolgenden, denn die erste ist oft nicht die letzte”, sagte Kesberg, der gemeinsam mit Fachexperten aus London und Wien unzählige Tipps gab, worauf nun ganz genau zu achten ist.

Brexit - Grundkurs für Hürdenläufer

So gilt etwa das EU-Umsatzsteuerrecht nicht mehr, sondern das britische. Export und Import ziehen nun unweigerlich Zollabfertigung nach sich. Man darf auch nicht mehr davon ausgehen, dass jede Ware in Großbritannien automatisch verkehrsfähig ist, nur weil sie es in der EU ist. Ursprungsregeln bekommen im Warenverkehr mit der EU wieder Bedeutung, und Importanmeldungen können nur Personen machen, die im VK angesiedelt sind. „Daran scheitern im Moment viele EU-Firmen”, so Kesberg. Hinzu kommt die Sonderregelung für Nordirland, das weiterhin Teil des EU-Binnenmarkts und der EU-Zollunion ist. Werden Waren dorthin über Großbritannien geführt, ist allerdings ein Transitverfahren anzuwenden. Beträchtliche Hürden gibt es vor allem für die Aus- und Einfuhr von Lebensmitteln tierischen Ursprungs. Hier sind nun Gesundheits-zertifikate und Veterinärzeugnisse notwendig. Vorerst beschränken sich die Behörden auf Dokumentenkontrollen, ab Juli kommen physische Kontrollen an speziellen veterinären Grenzkontrollpunkten.

Entsendungen nicht mehr so einfach wie früher

Auch Entsendungen zur Vornahme von Montageleistungen sind nicht mehr so einfach wie früher. Sie sind nur dann visumsfrei möglich, wenn zwischen dem Hersteller und dem Kunden ein direktes Vertragsverhältnis zum Montagegegenstand besteht. Verbundene Unternehmen oder Subunternehmen können oftmals nur mit einem Facharbeitervisum eingesetzt werden. Leichter ist es, wenn der Mitarbeiter im Vorjahr schon einmal auf Montage im VK war - dann reicht unter Umständen ein Grenzgängervisum. Weiters ist die CE-Kennzeichnung in Großbritannien nicht mehr gültig und muss durch eine UKCA-Kennzeichnung ergänzt oder ersetzt werden. Für Medizintechnik braucht es diese neue Kennzeichnung jetzt schon, für die meisten anderen Waren läuft die Übergangsfrist Ende 2021 aus. Zudem muss der britische Inverkehrbringer künftig am Produkt ausgewiesen werden.


„Registrierter Ausführer” jetzt elektronisch beantragen

Die Freihandelsabkommen der EU mit Drittländern sehen regelmäßig Zollbegünstigungen, meist sogar Zollbefreiungen für den Import von Waren mit EU-Präferenzursprung in diese Partnerstaaten vor. Als Präferenznachweis werden dabei die formelle Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 oder die Ursprungserklärung bzw. die Erklärung zum Ursprung verwendet. In den neu abgeschlossenen Handelsabkommen versucht die EU nur mehr das System der Selbstzertifizierung als „Registrierter Ausführer” (kurz REX-System) umzusetzen. Damit Wirtschaftsbeteiligte Ursprungserklärungen (Kanada) und Erklärungen zum Ursprung ( Japan, Vietnam und Vereinigtes Königreich) auch über 6000 Euro Sendungswert hinaus ausfertigen dürfen, müssen sie von ihren zuständigen Behörden in einer Datenbank registriert werden. Der Wirtschaftsbeteiligte wird damit ein „Registrierter Ausführer” und muss die erhaltene Registrierungsnummer (REX-Nummer) in der jeweiligen Erklärung anführen. Bislang erfolgte die Registrierung in Papierform. Seit Anfang März ist die Registrierung ausschließlich elektronisch über das „REX Specific Trader Portal” (REX-STP) der EU möglich. Dieses Portal erreichen österreichische Unternehmen über ihren Zugang zum Unternehmensserviceportal (USP). Vorteil der elektronischen Registrierung ist, dass die Antragsdaten unmittelbar im REX-System der EU zur Verfügung stehen und dadurch eine raschere Bearbeitung möglich ist. Das Zollamt Österreich empfiehlt trotzdem, vor der Antragstellung mit der Zollstelle Kontakt aufzunehmen, um mögliche Probleme bei der Antragstellung und Registrierung zu vermeiden. Das System des „Ermächtigten Ausführers” in allen anderen Abkommen außer Kanada, Japan, Vietnam und Vereinigtes Königreich bleiben bis zur Änderung dieser Abkommen parallel zum neuen REX-System bestehen. „Ermächtigte Ausführer” müssen sich für die neueren Abkommen zusätzlich als registrierten Ausführer anmelden.


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