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Home-Office: Rechte und Pflichten von Unternehmern

In der neuen Lockdown-Verordnung der Bundesregierung wird empfohlen, soweit es möglich ist, in den Betrieben auf Home-Office umzustellen und mit Mitarbeitern zu einer guten Lösung für beide Seiten zu finden.

Home-Office
© Mallmo/Shutterstock

Die Verordnung, die voraussichtlich bis zum 6. Dezember gilt, ändert im Wesentlichen nichts an der bereits vorher geltenden Regelung. Im Detail beinhaltet sie Folgendes:

  • Beim Betreten von Arbeitsorten ist darauf zu achten, dass die berufliche Tätigkeit vorzugsweise außerhalb der Arbeitsstätte erfolgen soll, sofern das möglich ist und Arbeitgeber und Arbeitnehmer über die Arbeitsverrichtung außerhalb der Arbeitsstätte ein Einvernehmen finden.
  • Am Ort der beruflichen Tätigkeit ist zwischen den Personen ein Abstand von mindestens einem Meter einzuhalten, sofern nicht durch geeignete Schutzmaßnahmen das Infektionsrisiko minimiert werden kann.
  • Kann der Abstand von mindestens einem Meter zwischen den Personen nicht eingehalten werden, ist eine Maske zu tragen oder durch sonstige geeignete Schutzmaßnahmen das Infektionsrisiko zu minimieren, etwa durch technische oder organisatorische Schutzmaßnahmen, wie das Bilden von festen Teams oder die Anbringung von Trennwänden oder Plexiglaswänden. Darüber hinaus können zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer strengere Vereinbarungen zum Tragen einer Maske getroffen werden.

Home-Office muss vertraglich vereinbart werden

Beim Home-Office wird die Arbeitsleistung weder in der Betriebsstätte noch in einer Filiale und auch nicht beim Kunden verrichtet. Der Mitarbeiter ist in seiner eigenen Wohnung tätig. Er hat keinen Rechtsanspruch auf Home-Office. Ebensowenig hat der Unternehmer ein Recht darauf, den Mitarbeiter ins Home-Office zu schicken. Er ist allerdings auch nicht verpflichtet, Home-Office zu gewähren. Ob im Home-Office gearbeitet wird oder nicht, ist Vereinbarungssache. Es gibt bereits Kollektivverträge (KV), die für Home-Office Rahmenbedingungen enthalten - beispielsweise der KV für Angestellte Handwerk und Gewerbe oder jener für Information und Consulting.  

Tipp!
Wer Home-Office nur bis 6. Dezember begrenzen möchte, sollte dies im Rahmen einer befristeten Regelung tun.

Home-Office und Arbeitszeit

Home-Office-Arbeit bedeutet nur, dass der Ort der Tätigkeit wechselt. Es hat keinen Einfluss auf bereits getroffene Regelungen zur Arbeitszeit. Das Arbeitszeitgesetz gilt weiterhin. Betriebe müssen weiterhin Arbeitszeitaufzeichnungen führen. Sind sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer einig, reicht es, dass der Arbeitgeber am Ende der Woche seine Arbeitszeitaufzeichnung unterschreibt. Arbeit am Wochenende darf nur erfolgen, wenn es dafür gesetzliche Ausnahmefälle gibt. Die Nachtruhe von 11 Stunden und die Arbeitspause von einer halben Stunde müssen ebenfalls eingehalten werden.

Arbeitsmittel zur Verfügung stellen

Der Arbeitgeber muss, so wie er es auch in der Betriebsstätte tun würde, die Betriebsmittel zur Verfügung stellen - etwa Laptop, Mobiltelefon oder dergleichen.

Arbeitsunfälle im Home-Office

Ein Mitarbeiter, der sich bei seiner Home-Office-Tätigkeit etwa am Weg ins Bad verletzt, erleidet damit einen Arbeitsunfall und ist gesetzlich genauso geschützt, als wenn der Unfall im Büro erfolgt wäre. Aktuell laufen Verhandlungen des Arbeits-Ministeriums und der Sozialpartner zum Thema Home-Office mit dem Ziel, bis zum Frühjahr eine gesetzliche Regelung zu haben.

Regelung der Sonderbetreuung

Seit 1. November 2020 bis 9. Juli 2021 (Ende des Schuljahres 2020/2021) ist ein Rechtsanspruch der Arbeitnehmer auf Sonderbetreuungszeit im Ausmaß von bis zu vier Wochen für die notwendige Betreuung von Kindern bis zum vollendeten 14. Lebensjahr aufgrund behördlicher Schließung von Lehranstalten und Kinderbetreuungseinrichtungen vorgesehen.

Achtung!
Der Rechtsanspruch gilt laut Arbeitsministerium nur, wenn die Einrichtungen komplett geschlossen und auch keine Betreuung in den Schulen möglich ist. Die neuen Corona-Maßnahmen, die seit Dienstag in Kraft ist, begründen an sich noch nicht den neuen Rechtsanspruch von Eltern auf Sonderbetreuungszeit - obwohl bis 7. Dezember die Kindergartenpflicht fällt und alle Schulen auf Fernunterricht umstellen. Das bestätigte der Sprecher von Arbeitsministerin Christine Aschbacher der Austria Presse Agentur (APA) am Sonntag. Der Rechtsanspruch gelte nur, wenn die Einrichtungen komplett geschlossen sind. Der Arbeitnehmer hat den Arbeitgeber unverzüglich nach Bekanntwerden der behördlichen Schließung zu verständigen und alles Zumutbare zu unternehmen, damit die vereinbarte Arbeitsleistung zustande kommt. Der Arbeitnehmer muss sich somit um Alternativen bemühen, bevor er die Sonderbetreuungszeit beansprucht. Im Fall der Sonderbetreuungszeit werden dem Arbeitgeber 100 Prozent des fortgezahlten Entgelts erstattet.


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