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WK Wien und Stadt Wien schnüren Hilfspaket

35 Millionen Euro für Wiener Betriebe, davon 20 Millionen Euro für Ein-Personen-Unternehmen und Kleinstunternehmen, umfasst das erste Wiener Hilfspaket, das am Wochenende vereinbart wurde.

Sozialpartner
© Florian Wieser
„Gemeinsam mit der Stadt Wien starten wir die größte Hilfsaktion für die Wiener Unternehmen in der Geschichte der WK Wien”
Walter Ruck

Vor allem auch kleine Betriebe und Ein-Personen-Unternehmen brauchen in dieser Ausnahmesituation rasche Unterstützung, so Ruck. Auch der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig stellt klar: „In Wien stehen wir in dieser schwierigen Zeit zusammen und handeln entschlossen, um die Folgen dieser Krise so gut wie möglich abzumildern.” Gemeinsam mit Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke stellten die beiden Spitzenvertreter das 35 Millionen Euro schwere, erste Wiener Hilfspaket vor.

Es umfasst

  • Zwölf Millionen Euro Bürgschaften zur Liquiditätsstärkung für Wiener KMU. Damit können bei der Hausbank Überbrückungskredite zwischen 5000 und 500.000 Euro pro Betrieb aufgenommen werden. Die Bürgschaft wird über die Wiener Kreditbürgschafts- und Beteiligungsbank (WKBG) abgewickelt.
  • 20 Millionen Euro im Notlagenfonds für EPU und Kleinstunternehmen bis zehn Mitarbeitern, die mehr als 50 Prozent Umsatzrückgang verzeichnen. Diese Soforthilfe wird über den Notlagenfonds der WK Wien abgewickelt.
  • Drei Millionen Euro Mittelaufstockung des Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff) für Arbeitsstiftungen für Unternehmen, die vorübergehend personelle Überkapazitäten zu bewältigen haben.
  • Die WK Wien investiert in dieses erste Paket insgesamt 15 Millionen Euro.

Hilfe für Betriebe                        

  • EPU & KMU - Haftung für Kredite
    Für Betriebe mit weniger als 250 Mitarbeitern besichert der Bund 10 Millionen Euro Kredite zu 80 Prozent. Anträge über www.aws.at. Für Betriebe der Tourismus- und Freizeitwirtschaft (auch Mischbetriebe) werden weitere 100 Millionen Euro Kredite zu 80 Prozent besichert. Abwicklung über die Hotel- und Tourismusbank ÖHT
  • EPU & KMU - Zuschüsse:
    100 Millionen Euro Direktunterstützung durch den Bund, Details noch offen.
    • Zusätzlich in Wien:
      20 Millionen Euro Direktunterstützung durch Stadt Wien und WK Wien für EPU und Kleinbetriebe bis zehn Mitarbeitern. Bis zu 600 Euro Mietzuschuss pro Monat bei einem Umsatzrückgang zwischen 50 und 74 Prozent im Vorjahresmonatsvergleich bzw. bis zu 1000 Euro pro Monat Ausfallausgleich bei einem Umsatzrückgang ab 75 Prozent. Abwicklung über den Notlagenfonds der WK Wien
  • SV-Beiträge – Stundungen
    Sozialversicherungsbeiträge für Dienstnehmer an die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) können gestundet oder auf Ratenzahlungen umgestellt werden. Für Säumniszuschläge gibt es Nachsicht, Exekutions- und Insolvenzanträge werden ausgesetzt. Außerdem können die Beiträge der Selbstständigen an die SVS herabgesetzt werden.
  • Steuervorauszahlungen – Stundungen
    Vorauszahlungen für Einkommensteuer und Körperschaftsteuer können bei Betroffenheit durch das Virus herabgesetzt, Stundungszinsen und Säumniszuschläge erlassen oder herabgesetzt werden.
  • Entgeltersatz
    Bis zur Höchstbeitragsgrundlage wird ein Drittel des bezahlten Entgelts für Mitarbeiter vergütet, wenn diese wegen der Betreuung von unter 14-Jährigen dienstfreigestellt sind.

Statements von Unternehmern

Kunden sollen jetzt Kleine unterstützen

„Wir haben weiter geöffnet. Weil zuzusperren wäre ganz schlecht”, sagt Brigitte Pugliese, die mit ihrem Mann und fünf Mitarbeitern zwei Standorte des italienischen Spezialitätenladens „Casa Caria” führt. Die Entscheidung sei in Abstimmung mit den Mitarbeitern gefallen. Vorsichtsmaßnahmen wie Abstand halten würden allerdings eingehalten. Pugliese sieht sich auch verantwortlich gegenüber ihren Kunden, die die hochwertigen und gesunden Produkte der Casa Caria schätzen. Viele haben sich vorige Woche noch damit eingedeckt. Wie sich die Umsätze jetzt entwickeln, sei schwer abzuschätzen. „Wir überlegen aber einen Lieferdienst für die unmittelbare Umgebung”, sagt die Unternehmerin. Dass auch kleine Lebensmittelgeschäfte weiter offen halten, nicht nur die Großen, müsse stärker in die Öffentlichkeit. „In dieser Situation ist es wichtig, dass die Leute Kleinbetriebe unterstützen, die Lebensmittel kleiner Produzenten führen.”
Brigitte & Domenico Pugliese, „Casa Caria”

„Momentan haben wir Existenzängste”

Shabbeskitchen ist ein Cateringbetrieb für den Nischenmarkt für Halal und Koscher. „Wir haben daher ohnehin schwierigere Voraussetzungen am Markt als ein Unternehmen, das das gesamte Marktpotenzial akquirieren kann”, sagt Geschäftsführerin Yael Loutati. Auch konzentriere sie sich ausschließlich auf B2B und Tourismus. „Als junges Unternehmen nach der Expansion haben wir keinerlei Rücklagen. Das ist ein Problem, weil für den Fördertopf lediglich die Umsätze, nicht aber Strukturveränderungen herangezogen werden”, so die Unternehmerin. Sie fürchtet, dass sie  aus dem „Umsatzentgangfördertopf” nicht profitieren kann. „Gleichzeitig möchte ich aber betonen,  dass die Wirtschaftskammer wirklich schnell und bemüht ist, diese Krise zu bewältigen. Die Informationen, die ich erhalte, sind stimmig und decken sich. Ich hoffe, dass es für uns und ähnlich gelagerte Fälle eine Sonderlösung gibt”, so Loutati.
Yael Loutati, GF Shabbeskitchen

„Müssen drastische Maßnahmen setzen”

Von durchschnittlich 1,6 Millionen Euro Umsatz pro Monat kann beim Wiener Personaldienstleister easystaff derzeit keine Rede sein: „Durch die Corona-Krise ist unser Umsatz praktisch über Nacht auf Null gefallen”, klagt Geschäftsführer Gerhard Huber, der in seinem Betrieb drastische Maßnahmen setzen musste. „Wir haben jetzt einen Notbetrieb und müssen ganz rasch die Kosten senken”, sagt der Unternehmer, der durch die Wucht der Krise an Kündigungen nicht vorbeikam. „Das hat mich emotional sehr erschüttert. Es geht ja schließlich um Existenzen und persönliche Schicksale. Durch unser ganzes Unternehmen hat sich früher eine positive Energie gezogen - es ist traurig, wie sich alles entwickelt hat”, sagt Huber. Doch er ist auch optimistisch. „Wir nehmen die Situation an und kommen gestärkt wieder”, sagt er. So verhandle er derzeit mit dem Lebensmitteleinzelhandel, der dringend Personal braucht. „Unser Name wird nicht verschwinden.”
Gerhard Huber, GF easystaff

„Wir haben nun einen Totalausfall”

„Wir und viele andere China-Restaurants kämpfen ja bereits seit Anfang Februar mit enormen Umsatzeinbußen von 30 bis hin zu 70 Prozent”, erklärt Tim Urban, Geschäftsführer des Familienbetriebs China Sichuan Restaurant im 22. Bezirk, die prekäre Situation der chinesischen Gastrobetriebe. Diese verschärft sich nun nochmals: „Durch die Maßnahmen der Regierung haben wir nun einen Totalausfall, denn nur eine Minderheit verfügt über einen Lieferservice”, so Urban, dessen Familie das Unternehmen seit rund 20 Jahren führt, das bis Covid-19 keinen Tag geschlossen hatte. Besonders verheerend: „Die Fixkosten für Mitarbeiter und die Miete fallen ja trotz des Stillstands an”, schildert Urban, der sein Vertrauen nun in die Regierung setzt: „Es gibt schon sehr viele Unterstützungspakete, aber man verliert langsam den Überblick und muss sich in Geduld üben, weil die Info-Zentralen derzeit komplett überlastet sind”, schildert der Unternehmer den Ernst der Lage.
Tim Urban, GF China Sichuan Restaurant

„Nur online arbeiten ist nicht genug”

„Ich gehe davon aus, dass wir bis spätestens September keine Events haben werden. Das ist eine lange Durststrecke, die man nicht nur mit der Neugestaltung der Homepage und des Folders füllen kann”, sagt Marie-Louise Prinz. Sie führt die Eventagentur Movents im ersten Bezirk. Ihr Betrieb sei digital gut aufgestellt, sodass sie und ihre Mitarbeiter problemlos von zu Hause arbeiten könnten. „Alles kann man damit aber nicht ersetzen. Ich suche nach einer Lösung, wie man kreativ arbeiten kann, ohne zusammenzukommen”, sagt Prinz. Darüber hinaus informiere sie sich jetzt genau über die verschiedenen Hilfspakete, die geschnürt werden. Sie habe zwar von Anfang an für Krisen etwas auf die Seite gelegt, doch „auch ich werde im Ernstfall auf das Kurzarbeitsmodell zurückgreifen müssen.” Sie ist jetzt auch über ihr zweites Standbein froh: Den Unterricht an einer Fachhochschule, der jetzt ebenfalls online stattfindet.
Marie-Louise Prinz, GF Movents


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