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Hernstein Management Report: Remote Work verändert Kultur und Kommunikation in Unternehmen

Vermehrtes Homeoffice aufgrund der Corona-Krise hat deutliche Auswirkungen auf  Unternehmenskultur und Kommunikation.

Mag.(FH) Michaela Kreitmayer, Leiterin des Hernstein Instituts für Management und Leadership
© Philipp Tomsich Mag.(FH) Michaela Kreitmayer, Leiterin des Hernstein Instituts für Management und Leadership

Der aktuelle Hernstein Management Report zum Thema „Auswirkungen von Remote Work auf die Unternehmenskultur“ zeigt deutlich: Neun von zehn Führungskräften meinen, dass Remote Work Spuren in der Unternehmenskultur hinterlässt, wobei Veränderungen eher kritisch gesehen werden. Viele Führungskräfte sind bestrebt, durch regelmäßige persönliche Kontakte mit den Mitarbeitenden die Beziehungsebene zu pflegen. Fast zwei Drittel geben an, dafür viel Zeit und Energie zu investieren. Eine Mehrheit von 29 % meint, dass die informelle Kommunikation dennoch zu kurz kommt. Denn die Zusammenarbeit aus der Distanz erfordert strukturierte Abläufe, wie am Beispiel Videokonferenzen zu erkennen ist: Vier von zehn Unternehmen haben dafür klare Regeln. Dies wird von einer Mehrheit der Führungskräfte als notwendig angesehen, dennoch empfinden viele die virtuellen Meetings als anstrengender als persönliche. Besonders dann, wenn es um die Einführung neuer Mitarbeitender geht (Onboarding).

Spezielle Kompetenzen

Mag .(FH) Michaela Kreitmayer, Leiterin des Hernstein Instituts für Management und Leadership,sieht weitreichende Auswirkungen auf das Kommunikationsverhalten der Führungskräfte: „Remote Work erfordert spezielle Kompetenzen. Es braucht besonders klare, sachbezogene Botschaften, da die kommunikativen Möglichkeiten, zum Beispiel im nonverbalen Bereich, eingeschränkt sind. 

Der Dialog auf personenbezogener Ebene und Empathie ist notwendig, um die Zusammenarbeit aus der Distanz nicht zur Zusammenarbeit auf Distanz werden zu lassen.“
Michaela Kreitmayer

Wie Remote Work die Unternehmenskultur beeinflusst

32 % der österreichischen und deutschen Führungskräfte sehen starke Auswirkungen von Remote Work auf die Unternehmenskultur, 54 % moderate – in Summe also fast neun von zehn Befragten. Besonders ausgeprägt ist diese Wahrnehmung unter Inhaberinnen und Inhabern von Unternehmen, unter denen 36 % starke Effekte sehen. Die wahrgenommenen Veränderungen sind eher kritischer Natur: Zum Beispiel meinen 22 %, dass es weniger persönliche Kontakte gibt, 19 % orten geringeren Zusammenhalt im Team und 17 % eine erschwerte Teamkoordination.

Kommunikation kommt zu kurz 

Remote Work stellt hohe Anforderungen an die Kommunikation in den Teams. 64 % der Führungskräfte meinen, dass sie gezielt in die Kommunikation mit dislozierten Mitarbeitenden investieren, zum Beispiel durch regelmäßige Telefon- und Videogespräche. Trotz aller Bemühungen sind 60 % der Meinung, dass die informelle Kommunikation bei Remote Work zu kurz kommt. Diese Einschätzung ist unter Führungskräften 40+ mit 63 % deutlich ausgeprägter, als unter ihren jüngeren Kolleginnen und Kollegen mit 54 %.

Herausforderung Onboarding 

Besonders herausfordernd ist das Onboarding von neuen Mitarbeitenden. 28 % der Führungskräfte geben an, dass Onboarding durch disloziertes Arbeiten viel schwieriger geworden ist, 41 % etwas. Besonders spürbar ist diese Sichtweise in Österreich („viel schwieriger“: 31 %; Deutschland: 26 %). 21 % der Unternehmen haben daher spezielle Maßnahmen wie Online-Schulungen oder Einführungsvideos für das Onboarding implementiert. „Die Verbindung von Remote Work und Onboarding bedeutet, dass eine zwischenmenschliche Beziehung und Gesprächsbasis über digitale Medien aufgebaut werden muss. Solche Abläufe benötigen spezielle Konzepte und Trainings, um erfolgreich zu sein“, betont Michaela Kreitmayer.

Videokonferenzen: Das zentrale Tool der Remote Work Ära

42 % der Unternehmen haben ein spezifisches Regelwerk für Videokonferenzen, wobei die Verbreitung in Deutschland (45 %) größer ist als in Österreich (38 %). Als wichtigste Regel gilt die Einhaltung genau festgelegter Termine knapp gefolgt von der Definition der zulässigen, technischen Plattformen. Noch ein interessantes Detail: 22 % der Unternehmen verfügen über einen Dresscode für Kundentermine per Video. Trotz oder gerade wegen dieser Regeln stimmen 27 % der Führungskräfte voll zu, dass Videokonferenzen anstrengender sind als Präsenz-Meetings, weitere 29 % eher. Diese Skepsis ist unter weiblichen Führungskräften („voll“: 32 %) größer als unter ihren männlichen Kollegen („voll“: 25 %).

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