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Hernstein Management Report: Künstliche Intelligenz auf dem Vormarsch

Künstliche Intelligenz (KI) und das Metaverse, die Verbindung von virtueller und realer Welt durch Technologien wie Virtual oder Augmented Reality, verbreiten sich zunehmend und sorgen für einen neuerlichen Innovationsschub. Der Hernstein Management Report analysiert, wie österreichische und deutsche Führungskräfte diese Entwicklung einschätzen.

Mag.(FH) Michaela Kreitmayer, Leiterin des Hernstein Instituts für Management und Leadership
© PhilippTomsich Mag.(FH) Michaela Kreitmayer, Leiterin des Hernstein Instituts für Management und Leadership

Der aktuelle Hernstein Management Report des Hernstein Instituts für Management und Leadership zeigt deutlich: Die Verbreitung von KI in Unternehmen steigt. In vier von zehn Unternehmen wird diese Technologie eingesetzt, 2020 waren es erst drei von zehn. Die häufigsten Anwendungen sind Analyse- und Prognosemodelle und Tools zur Prozessoptimierung. Gut 60 % der Führungskräfte meinen, dass KI Einfluss auf die Entwicklung ihres Unternehmens haben wird. Der deutlich überwiegende Teil davon rechnet mit einem positiven Einfluss, der sich vor allem in der Produktion, im Rechnungswesen und in der Strategieentwicklung bemerkbar machen soll. Für den eigenen Job sieht die Hälfte der Führungskräfte positive Impulse durch KI, 2020 war es noch etwas mehr als ein Drittel. Auch hier zeigt sich steigender Optimismus. Während KI also schon ein sehr präsentes Thema ist, befindet sich das Metaverse noch in einer früheren Entwicklungsphase: Drei von zehn Führungskräften haben konkrete Assoziationen, weitere zwei von zehn haben davon schon gehört. Knapp die Hälfte sieht darin eine interessante Perspektive für die Wirtschaft im Allgemeinen, jeweils rund 30 % für das eigene Unternehmen und die Branche.

Heute findet KI in vielen Unternehmen praktische Anwendung, zum Beispiel in der Produktion.
Mag. (FH) Michaela Kreitmayer

Mag. (FH) Michaela Kreitmayer, Leiterin des Hernstein Instituts für Management und Leadership der Wirtschaftskammer Wien, ortet eine zunehmende Etablierung von KI in Unternehmen: „Bis vor kurzem hatte KI noch einen visionären Charakter und viele dachten dabei an Szenen aus einem Science Fiction Film. Heute findet KI in vielen Unternehmen praktische Anwendung, zum Beispiel in der Produktion. Die Führungskräfte sehen dies überwiegend als Bereicherung, dennoch benötigen sie Unterstützung – beispielsweise durch persönliche Weiterbildung oder das Hinzuziehen von Expertinnen und Experten, um diese neue Technologie erfolgreich in die Organisation und die Unternehmenskultur zu integrieren.“

KI auf dem Weg zur Regelanwendung

In 21 % der österreichischen und deutschen Unternehmen ist KI Teil des Regelbetriebs, in weiteren 22 % befindet es sich in der Pilot- oder Einführungsphase. Die Verbreitung liegt somit bei insgesamt 43 % und damit deutlich über dem Vergleichswert von 32 % aus 2020. Auffällig ist, dass die KI-Nutzung in Deutschland mit 47 % merkbar höher ist als in Österreich mit 38 %. Die gängigsten Anwendungen sind Analyse- und Prognosemodelle sowie Tools zur Prozessoptimierung mit jeweils 31 % der nutzenden Unternehmen, dahinter folgen Chatbots (20 %), Image Recognition (16 %) und Speech Processing (15 %). 

KI wird den Unternehmen nutzen

26 % der Führungskräfte meinen, dass KI großen Einfluss auf die Entwicklung ihres Unternehmens haben wird, weitere 36 % sehen einen gewissen Einfluss. Von diesen insgesamt 62 % ortet eine deutliche Mehrheit positive Effekte (82 %). Auf alle Unternehmen umgelegt, gibt es lediglich 6 %, die eine negative Einschätzung haben. 

Anwendung KI
© Hernstein Instituts für Management und Leadership der Wirtschaftskammer Wien
Einstellung zu KI
© Hernstein Instituts für Management und Leadership der Wirtschaftskammer Wien

Die positiven Effekte von KI werden vor allem in sach- und datenbezogenen Bereichen vermutet. 71 % der Führungskräfte, die Auswirkungen von KI sehen, erwarten Vorteile für die Produktion, 69 % für das Rechnungswesen und 66 % für die Business Intelligence und Strategieentwicklung. Dahinter liegen die eher personenbezogenen Bereiche: 59 % meinen, es wird positive Effekte für Marketing/Vertrieb geben, 51 % für die Kundenbetreuung und 48 % für das Personalwesen.

KI: Führungskräfte für den eigenen Job zunehmend optimistisch 

Genau 50 % der Führungskräfte sehen positive Auswirkungen von KI auf die eigene Arbeit, 2020 waren es 36 %. Es lässt sich also auch hier steigender Optimismus erkennen. Mit einer negativen Entwicklung für den eigenen Job rechnen derzeit 22 %, im Vergleich dazu sind es in Bezug auf das eigene Unternehmen 6 % (siehe oben). Die Bedenken hinsichtlich der eigenen Person sind also größer als jene in Hinblick auf das Unternehmen.

Metaverse: bekannter, aber noch wenig besetzter Begriff für Führungskräfte

Wiederum 50 % kennen den Begriff Metaverse oder haben zumindest davon gehört. Der Anteil jener Führungskräfte, die konkrete Aussagen zu den Auswirkungen auf das eigene Unternehmen machen, liegt bei 30 %. Mögliche betriebliche Einsatzgebiete der Metaverse-Technologie sehen die österreichischen und deutschen Führungskräfte vor allem in Forschung und Entwicklung, Bildung und in der Kommunikation.

Einstellung zu KI
© Hernstein Instituts für Management und Leadership der Wirtschaftskammer Wien
Metaverse
© Hernstein Instituts für Management und Leadership der Wirtschaftskammer Wien

45 % meinen, dass das Metaverse eine interessante Vision für die Wirtschaft im Allgemeinen ist. Für das eigene Unternehmen oder die eigene Branche sehen dies lediglich 29 bzw. 28 %. Das größte Potenzial haben laut Einschätzung der Führungskräfte die Branchen IT/Telekom (positive Auswirkungen: 50 %), Finanzdienstleistungen (35 %) sowie Immobilien/Bau und Logistik/Transport (jeweils 32 %).

„Die Erwartungen zum Metaverse sind noch nicht sehr konkret. Vieles muss noch Gestalt annehmen. Während es bei KI anwendungsbezogene Unterstützung, Beratung und Weiterbildung braucht, müssen beim Thema Metaverse in vielen Fällen noch Szenarien entwickelt werden, wie der tatsächliche betriebliche Einsatz aussehen kann“, schließt Mag. (FH) Michaela Kreitmayer, Leiterin des Hernstein Instituts für Management und Leadership der Wirtschaftskammer Wien.

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