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"Händler sind die Landschaftsgärtner der Stadt"

Wiener Handelstag widmete sich dem Spannungsfeld Online- und stationärer Handel

Handelstag 2018
© Harald Klemm

Am Donnerstag, den 25.10. ging mit dem Handelstag, die wichtigste Veranstaltung der Sparte Handel der Wirtschaftskammer Wien in der Grand Hall am Erste Campus über die Bühne. Der Abend drehte sich um das Spannungsfeld Online- und stationärer Handel - wie haben sich die beiden Schienen entwickelt, was sind ihre Stärken, was ihre Schwächen und wohin wird die Reise noch gehen? Als Pionier des stationären Handels freute sich Richard Lugner darüber, dass die Jury heuer ihm den Handels-Hermes zuerkannte. Der Gastgeber, Spartenobmann der Sparte Handel Rainer Trefelik, begründete die Entscheidung in seiner Laudatio für Richard Lugner: „Man kennt Richard Lugner als bunten Hund aus den Medien, übersieht dabei aber manchmal welche enormen Leistungen als Unternehmer er erbracht hat – als Baumeister, als Einkaufszentrum-Betreiber und als Marketing-Genie.“ Die Lebens-Stationen des 86-jähringen, die Trefelik auflistete, unterstrichen die große Energie des Preisträgers, der sich herzlich auf seine Art bedankte: „Als ich maturiert habe, hätte ich nie gedacht, dass ich einmal eine Lugner City haben werde, es war für mich  unvorstellbar was ich erreicht habe. Schon in den 90-er Jahren habe ich von der Wirtschaftskammer gute Tipps bekommen und hab mir damals gedacht – die Kammer ist ja gar nicht nur zum ‚Krenreiben‘.“

Omnichannel Strategie bringt steigende Umsätze

Keynote Speaker Walter Wölfler von Retail Austria sprach über die Handelsräume der Zukunft und wie sich der Onlinehandel darauf auswirken wird. In Europa wächst der Onlinehandel im Durchschnitt acht Prozent, Österreich liegt knapp darunter, während vergleichsweise in Irland die Zuwachsraten bei 16 Prozent liegen und die Italiener mit zwei Prozent immer noch lieber im stationären Handel als online kaufen.  Als gelungenes Beispiel für eine Omnichannel-Lösung nennt Wölfler den Modehändler ZARA, der ein 4200 qm großes Geschäft in London eröffnet hat, in dem man Mode wie gewohnt direkt kaufen kann, das aber auch einen großen Teil der Fläche für online gekaufte Produkte vorgesehen hat. Dort können Kunden die Online ausgewählte Ware abholen und wahlweise gleich probieren und wenn nötig, retournieren. Diese Omnichannel Strategie bringt steigende Umsätze. Investoren würden aufgrund der Zuwächse der letzen Jahre und der erwarteten Steigerung bei Käufen im Internet stark auf Logistik setzen. Eine Folge davon ist die Sorge der Investoren, dass sie Immobilien zu teuer gekauft hätten. Der Einzelhandel kämpft mit der Kostenexplosion, vor allem bei Immobilien, hat Bedenken gegenüber dem Onlinehandel und verzeichnet ein verändertes Konsumentenverhalten bei den jungen Generationen für die Technologie zum Alltag gehört.

Preise steigen in guten Lagen überproportional

„In Österreich  stiegen die Mietpreise bei Geschäften in den letzten vier Jahren gesamt gesehen nur in etwa um die Inflationsrate. Ich sehe allerdings ein Auseinanderdriften der guten Lagen und der schwierigen Lagen. Die Preise steigen in guten Lagen überproportional.“ Rainer Trefelik ergänzt dazu: „Die Mietpreise in Lagen etwa wie in der Kärntnerstraße steigen bei jedem Mieterwechsel so stark, dass sich das für eigentümergeführte Geschäfte wirtschaftlich nicht mehr ausgeht.“Der letzte Programmpunkt war eine Podiumsdiskussion zu den Themen wie der Handel das Stadtbild prägt und welche Strategien für den Einzelhandel erfolgversprechend wären. Eine davon war die Sonntagsöffnung. Am Podium waren Rainer Trefelik, Obmann der Sparte Handel der WK Wien, Richard Lugner, Baumeister und Betreiber der Lugner-City, Jörg Bitzer, Geschäftsführer der EHL Immobilien GmbH, Petra Dobrocka, Gründerin des Logistik-Start-ups byrd und Walter Wölfler, Chef der Retail Astria & CEE:

 

Highlights Podiumsdiskussion

  • Der stationäre Handel ist der Landschaftsgärtner Wiens. Einkaufen ist Teil der Freizeitgestaltung geworden. Öffnungszeiten ohne Limit würden die Händler aber überfordern. Wir plädieren dafür versuchsweise sechs Sonntage im Jahr offen zu halten. Der Onlinehandel ist nicht mehr wegzudenken. Gerade KMU müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, ihre Visitkarte im Netz hinterlassen. Die Logistik, die dazu gehört muss man erst einmal stemmen. Es gibt viele Player am Markt, mit denen man kluge Partnerschaften eingehen kann, um die Kombination aus online und stationär zu schaffen. 
    Rainer Trefelik

  • Wir übernehmen für unsere Kunden die Abwicklung rund um Online-Käufe. Der Montag ist unser stärkster Tag, weil der Sonntag der Online-Kauftag schlechthin ist.  Wir haben schon einige Kunden, die Online mit stationärem Handel verbinden. Onlinehandel wird definitiv noch zunehmen, kann aber den Einzelhandel nicht ersetzen. Es gibt bereits Konzepte, die leer stehende Geschäfte als Lager für die „letzte Meile“ bis zum Endkunden nutzen. Wenn man diese entsprechend präsentiert, können diese Lokale mehr sein als „Abholbuden“.
    Petra Dobrocka

  • Stationärer Handel und online wachsen zusammen. Es gibt bereits viele Pick-up-Stores in Fußgängerzonen und Einkaufszentren. Andererseits eröffnen viele Onlinehändler Flagshipstores. Wenn ein Handelskonzept funktioniert, dann ist der Weg nicht so wichtig. Für den stationären Handel sind alternative Nutzungskonzepte wichtig. Geschäfte, Ärzte, Therapeuten und Dienstleister erhöhen die Frequenz.
    Jörg Bitzer

  • Händler an schwierigen Standorten müssen sich zusammentun, um die ganze Straße zu managen und zu revitalisieren. Sie müssen gemeinsam mit der Gastronomie zusammenarbeiten, ein gemeinsames Profil entwickeln: Technologien wie Bezahlen mit Handy nützen, Beratung, Service und das persönliche Einkaufserlebnis schaffen. Eine Sonntagsöffnung hätte starke Auswirkung, weil wir wissen, dass der Sonntag der stärkste Einkaufstag im Onlinehandel ist.
    Walter Wölfler

  • Online ist gefährlich und knabbert an unseren Umsätzen. Ämter entscheiden statt den  Geschäftsleuten wann man offen haben soll. Das ist falsch. Ich möchte, dass wir von 0 bis 24 Uhr offen haben dürfen. Sonst entgeht uns das Geschäft mit den Touristen.
    Richard Lugner

 

Das war der Handelstag 2018

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