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Großartige Hilfe für unsere Betriebe im Ausland

Durch die weltweite Corona-Krise steht auch der österreichische Außenhandel vor massiven Problemen. Geschlossene Grenzen, eingestellte Flüge und gestoppte Produktionen sorgen für unterbrochene Lieferketten und viele andere Probleme. Ein Blick in die AußenwirtschaftsCenter in zwölf Ländern zeigt, wie die Wirtschaftskammer bei der Bewältigung dieser Probleme unterstützt.

Weltkarte
© Kartengrundlage: Andrei Minsk/Shutterstock

Arbeit auf Riesenbaustelle gerettet

Deutschland. „Stuttgart 21” ist das derzeit größte Bauprojekt in Baden-Württemberg. Es wird im Zuge des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm umgesetzt. Beteiligt daran ist auch ein Zusammenschluss der österreichischen Unternehmen Porr, G. Hinteregger, Östu-Stettin und Swietelsky Tunnelbau. Sie beschäftigen mehr als 450 Tunnel-Bauarbeiter, die zu einem guten Teil aus Österreich, Polen und der Slowakei kommen. Zwischen ihren Heimatländern und der Riesenbaustelle müssen sie immer wieder hin und her - doch wegen der Corona-bedingten Reisebeschränkungen müssten sie nach jeder Wiedereinreise in Deutschland zwei Wochen lang in Quarantäne. Sinnvolles Arbeiten wäre damit unmöglich. Die Unternehmen wendeten sich daher an das AußenwirtschaftsCenter Stuttgart, wo sich Wirtschaftsdelegierter-Stv. Siegfried Weidlich bei den Behörden für eine Befreiung von dieser Quarantänepflicht einsetzte. Die Genehmigung folgte umgehend, obwohl in dieser Zeit Tausende Anträge stellten. Bei den Behörden erfolgreich interveniert hat auch das AußenwirtschaftsCenter Berlin, etwa rund um den Export von sanitärer Schutzausrüstung, den Deutschland wochenlang verboten hatte. „Wir haben die Aufhebung dieses Verbots erreicht”, freut sich Wirtschaftsdelegierter Heinz Walter. Geholfen hat er damit rund 40 österreichischen Händlern. Rat und Tat gibt es für heimische Betriebe laufend auch in unzähligen anderen Fragen, etwa zum deutschen Kurzarbeitsmodell oder den deutschen Krisenförderungen. Deutschland ist der wichtigste Handelspartner Österreichs, tausende österreichische Betriebe sind hier mit Niederlassungen vertreten. Auf
wko.at/aw/deutschland hat die Außenwirtschaft Austria die wichtigsten Informationen für sie zusammengefasst.

Rasches Handeln bringt Vorsprung

Italien. Tausende österreichische Export- und Importbetriebe waren durch die dramatische Lage in Italien massiv betroffen. Etwa, weil wichtige Zulieferbetriebe schließen mussten, die Transporte erschwert wurden oder Mitarbeiter in Niederlassungen nicht mehr in die österreichische Zentrale konnten. Das AußenwirtschaftsCenter Mailand stellte sich auf diese Krisensituation rasch ein und stand den Betrieben in zahllosen Einzelfällen individuell zur Seite. So wurden beispielsweise österreichische Betriebe beim Nachweis unterstützt, dass ihr italienischer Produzent Teil der Lieferkette eines systemrelevanten Unternehmens in Österreich ist, was eine Ausnahmegenehmigung für diesen Produzenten ermöglicht. Das AußenwirtschaftsCenter agierte als Vermittler zwischen den Betrieben und intervenierte erfolgreich bei der zuständigen lokalen Behörde. Noch vor der Verpflichtung zur Vorlage einer „Eigenerklärung” stellte das AußenwirtschaftsCenter allen österreichischen Firmen ein italienisches Formular mit deutscher Übersetzung zur Verfügung, auf dem notwendige Arbeitsgründe vermerkt werden konnten. Ohne diesen Nachweis darf man nicht einreisen. „Durch das frühe Handeln hatten österreichische Betriebe einen wichtigen zeitlichen Vorsprung gegenüber anderen Unternehmen”, sagt Wirtschaftsdelegierte Gudrun Hager. Ein anderes Unternehmen, nämlich Hollu Systemhygiene, benötigte eine Zertifizierung für ein Desinfektionsprodukt (siehe Bild unten). Dies dauert normalerweise Monate. Das AußenwirtschaftsCenter Mailand intervenierte bei der zuständigen Behörde und erreichte eine befristete Genehmigung für das Mittel binnen kurzer Zeit. Die Ware wird bereits am lokalen Markt vertrieben. Mit den neuesten Informationen massiv unterstützt wurde die heimische Tourismus- und Reisebranche, die mit Italien extrem eng verbunden ist und vor großen Herausforderungen steht. „Zu den Reisen und Reisesperren haben wir als erster einen deutschsprachigen Einblick in die Bestimmungen zur Verfügung gestellt”, sagt Hager.

Tausende Euro doch nicht verloren

Südafrika/Spanien. Die Bestellung hunderttausender Schutzmasken bei einem südafrikanischen Anbieter endete für ein Kärntner Unternehmen beinahe katastrophal. Zehntausende Euro wurden bezahlt, doch die Ware kam nie an. Das AußenwirtschaftsCenter Johannesburg (Südafrika) erreichte, dass der Geldbetrag bei der zuständigen Bank gesperrt wurde. Tipp: Wer bei Bestellungen im südlichen Afrika sicher sein will, lässt den Anbieter am besten vorab vom AußenwirtschaftsCenter überprüfen. Einen Schutzmasken-Schwindel deckte auch das AußenwirtschaftsCenter in Madrid (Spanien) in Zusammenarbeit mit den Kollegen in Hongkong und Peking auf. Das vermeintliche Zertifikat für das Produkt stammte angeblich von einer Firma in Madrid - eine Fälschung, wie erfolgreich nachgewiesen wurde.

Wissen aus erster Hand gefragt

Rumänien/Slowakei. Als der Reiseverkehr rumänischer Personenbetreuerinnen zwischen Österreich und ihrer Heimat immer schwieriger wurde, versorgte das AußenwirtschaftsCenter Bukarest Österreich tagesaktuell mit den neuesten Informationen, damit möglichst rasch ein regulärer Pendlerverkehr eingerichtet werden kann (siehe dazu auch Seite 18). Infos zum Härtefall-Fonds wurden zudem auf Rumänisch übersetzt, damit möglichst viele Betreuerinnen die Hilfe nutzen können. Unterstützung gab es auch für die Landwirtschaftskammer bei der Suche und Reise von 1500 rumänischen Saisonarbeitskräften, die auf den österreichischen Feldern dringend gebraucht wurden. Und es gab, wie in sehr vielen Ländern, ein eigenes, landesspezifisches Covid-19-Webinar für Unternehmer. Ein solches führten auch die AußenwirtschaftsCenter für die Slowakei, Tschechien und Ungarn gemeinsam durch - mit riesigem Unternehmerandrang, berichtet Wirtschaftsdelegierter Christian Kügerl.

Pendler-Hilfe

Ungarn. Tausende Ungarn arbeiten in Österreich und pendeln tage- oder wochenweise von ihrer Heimat zu ihren österreichischen Arbeitgebern. Doch derzeit gelten erschwerte Einreisebedingungen: Wer nach Ungarn einreist, muss zwei Wochen in Quarantäne. Seit 1. April gibt es zwar eine Ausnahme für Arbeitspendler, doch nicht immer halten sich die Behörden daran. In gleich mehreren Fällen gelang es dem AußenwirtschaftsCenter Budapest, Quarantäneanordnungen für betroffene Mitarbeiter noch am selben Tag aufheben zu lassen, damit diese wieder rechtzeitig zu ihren österreichischen Arbeitsgebern fahren konnten. Davor konnte erreicht werden, dass der erleichterte Grenzübertritt nicht nur für Tagespendler gilt, wie in einer Veröffentlichung der ungarischen Polizei zunächst dargestellt, sondern für alle Arbeitspendler. „Damit gibt es für beide Seiten weder eine zeitliche noch eine räumliche Einschränkung”, sagt Wirtschaftsdelegierter Jürgen Schreder.

Medikament gegen Blasenkrebs

Indien. In Österreich warteten Patienten mit frühem Blasenkrebs dringend auf ein Medikament, das im Serum Institute of India in Pune (Westindien) hergestellt wird. 1000 Packungen waren zum Versand an die Wiener AGEA Pharma GmbH bereit, doch wegen der raschen Ausbreitung des Coronavirus waren die Transportwege nach Österreich unterbrochen und die behördlichen Genehmigungen schwer zu bekommen. Das AußenwirtschaftsCenter New Delhi und das AußenwirtschaftsBüro Mumbai erwirkten zunächst die Versandgenehmigung. Die erste, schwierige Hürde war geschafft. Als nächstes musste das Medikament von Pune nach Mumbai gebracht werden, um es mit den Turkish Airlines per Luftfracht über Istanbul nach Österreich zu bringen. „Durch mehrmalige Interventionen und beharrliches Insistieren konnten schlussendlich alle Herausforderungen für den Transport der Sendung erfolgreich gemeistert werden”, berichtet Robert Luck, Wirtschaftsdelegierter in New Delhi. Am 15. April erreichten die Medikamente Wien.

Schwindelfalle

China. Auf der Suche nach geeigneten FFP 2-Schutzmasken und OP-Masken wandte sich ein großer Wiener Gesundheitsdienstleister an das AußenwirtschaftsCenter Peking mit der Bitte um Überprüfung des CE-Zertifikats. „Eine gültige CE-Zertifizierung ist Voraussetzung, um Schutzmasken innerhalb der EU in Umlauf zu bringen”, sagt Wirtschaftsdelegierter Martin Glatz. Und bei dem vorgelegten „Zertifikat” stimmte so einiges nicht, wie das AußenwirtschaftsCenter feststellte. So waren die verwendeten Ausdrücke unüblich, die ausstellende Firma war unauffindbar und auch das Zertifizierungsdatum war unglaubwürdig. Auch ein weiteres vorgelegtes „Zertifikat” fand sich in den einschlägigen Datenbanken nicht. Alles also nur Schwindel. „Es ist beruhigend zu wissen, dass es immer jemanden gibt, auf den man sich verlassen kann”, sagte das Unternehmen in seinem Dankschreiben. Glatz rät Masken-Großbestellern, eine Vorverschiffungskontrolle durchzuführen. So könne das Risiko minimiert werden, dass der Lieferant korrekt CE-zertifizierte Masken mit nicht-zertifizierten Masken in einer Lieferung mischt, um dem Auftragsvolumen nachzukommen.

Masken-Einsatz

Türkei. Der Wiener Krankenanstalten Verbund (KAV) bemühte sich intensiv um eine größere Bestellung von Schutzmasken und Schutzanzügen in der Türkei. Doch das Land am Bosporus verweigerte die Ausfuhr wegen Eigenbedarf. „Auch die Interventionen der Botschaften brachten keinen Erfolg”, berichtet Georg Karabaczek, Wirtschaftsdelegierter in Istanbul. „Uns ist es allerdings gelungen, aus einer anderen Quelle knapp 300.000 Masken aufzutreiben, die inzwischen an den KAV nach Wien geliefert werden konnten”, freut sich Karabaczek.

Hilfe für die OMV

Serbien. Der Wiener Energiekonzern OMV ist ein wichtiger Player im Tankstellengeschäft in Serbien - und war von der unmittelbar verhängten Ausgangssperre zwischen 17 Uhr und 5 Uhr besonders betroffen. „Wir schlugen der Firma vor, für die Tankstellen-Mitarbeiter sogenannte Passierscheine zu beantragen, um einen reibungslosen Betrieb des OMV-Tankstellennetzes zu gewährleisten”, berichtet Erika Teoman-Brenner, Wirtschaftsdelegierte in Belgrad. „Wir unterstützten bei der Antragstellung bei den Behörden und konnten uns dabei auch auf unsere gute Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer Serbien berufen”, so Teoman-Brenner. Mehr als 600 Personen erhielten die begehrten Passierscheine.

Covid-19-Medikamente im Fokus

Japan. „Wir unterstützen derzeit zwei österreichische Firmen, die aktiv im Kampf gegen Covid-19 ihre Produkte in und über Japan auf den internationalen Markt bringen wollen”, berichtet Ingomar Lochschmidt, Wirtschaftsdelegierter in Tokio. Eines ist ein Wiener Biopharma-Start-up, das ein Medikament zur Verbesserung der Lungenfunktion bei Covid-19-Erkrankten in klinische Tests in Japan einbringen soll. Das andere ist ein steirisches Start-up mit medizinischen Geräten zur Messung der Körpertemperatur. Unterstützt wird außerdem ein Wiener Pharmahandelsbetrieb - und zwar bei der Beschaffung eines Medikaments, dem eine effektive Covid-19-Behandlung zugetraut wird. Ein sehr heikles Unterfangen, denn derzeit will jeder solche Medikamente haben. Bei einem anderen Medikament, das es nur in Japan gibt, wird versucht, genügend Menge für eine klinische Studie an der Medizin-Universität Wien zu organisieren. „Die Letztgespräche dazu laufen”, sagt Lochschmidt.

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