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Green Jobs - Zukunft ist schon da!

Green Economy ist längst keine wirtschaftliche Nebenerscheinung mehr und findet in Wien einen guten Nährboden. Warum immer mehr darauf setzen und dabei die Nachfrage nach Green Jobs steigt.

Green Technology
© Oskar/Fotolia

Bei Begriffen wie „Umweltbewusstsein” oder „Ökologie” taten sich bis vor einigen Jahren vor dem inneren Auge zumeist noch Bilder auf wie z.B. glückliche Kühe, die ebenso glücklich auf einer Weide grasen, schlammverschmierte Gummistiefel oder ökologisch vertretbare Kleidung und Schuhwerk. Meist getragen von einigen wenigen Vertretern einer umweltbewussteren Lebensweise, deren Warnung vor der Erderwärmung noch als reine Panikmache abgetan wurde. Mittlerweile hat die Realität diese Klischees eingeholt und die damalige Sichtweise grundlegend geändert: Der Klimawandel ist nicht mehr von der Hand zu weisen. „Wir sind froh, dass wir den Sprung von Öko-Fuzzi zu einem ernst zu nehmenden Wirtschaftszweig geschafft haben”, sagt Andreas Helbl von CES clean energy solutions. Er war in den frühen 1990er Jahren einer der ersten Absolventen des Zweigs „Umwelttechnik” an der HTL Mödling. Heute ist er Geschäftsführer des Wiener Ingenieurbüros CES. Die Ingenieure und Konsulenten arbeiten international - mit Schwerpunkt am Westbalkan und in der Ukraine - für Projekte in Zusammenhang mit Energieeffizienz, erneuerbarer Energie, Gebäudetechnik und vielem mehr. Eines ihrer großen aktuellen Projekte ist eine Big Solarthermie-Anlage in Prishtina (Kosovo). Sie soll durch große Solaranlagen und große Speicher ganze Wohngebiete mit Fernwärme versorgen. „Wir begleiten den gesamten Projektzyklus, von der Machbarkeitsstudie, das Energie-Audit, die Planung bis zur Bauaufsicht und Übergabe. Alle unsere Mitarbeiter sind ‚Green Jobs’ zugeordnet,” sagt Helbl. CES sucht zu ihren 33 Mitarbeitern am Wiener Standort weitere vier Mitarbeiter. Die Stelle im Bereich nachhaltige Gebäude konnte eine Bewerberin bereits antreten, die Spezialisten für Fernwärme und erneuerbare Energien werden noch gesucht.

„Für Green Jobs braucht man nicht unbedingt einen Universitätsabschluss.”
Andreas Helbl, General Manager clean energy solution

Investoren und Institutionen setzten Zertifikate voraus

„Wir haben eine moderate Anzahl an Bewerbern, der Markt hat sich dynamisch entwickelt und die Gehaltsvorstellungen sind teilweise recht hoch”, erzählt Helbl. „Wir brauchen Mitarbeiter, die nicht nur technisch gut ausgebildet sind, sondern auch Fremdsprachen sprechen, Berichte verfassen und Verantwortung übernehmen können. Es muss nicht immer ein Uniabschluss sein, wir suchen auch HTL-Absolventen”, sagt Helbl. CES setzt auf kontinuierliches Wachstum. Die Nachfrage nach ihren Leistungen ist groß, denn Umwelt- und Sozialverträglichkeit wird mittlerweile ganz bewusst in Ausschreibungen verankert. Finanzierungsinstitute verlangen Zertifikate, Berichte über Nachhaltigkeit sind offenzulegen. „Das geht im Immobilienbereich zum Beispiel weit über einen Energieausweis hinaus. Fonds oder Banken haben bereits bestimmte Kriterien, welche Zertifikate es für ein Investment braucht”, so Helbl. Nicht zuletzt diese Entwicklung trägt zum Wachstum der Green Economy bei, und so werden Green Jobs immer wichtiger. Ziel der Green Economy ist eine nachhaltige Wirtschaft, die natürliche Ressourcen schont und die Umwelt weniger belastet. Die Definition der Europäischen Union (EU) von Green Jobs ist sehr breit angelegt. Hauptzweck ist demnach ein Beitrag zum Umweltschutz. Bautechniker im Bereich Wasserkraft oder Monteure für Photovoltaik- Anlagen zählen ebenso dazu wie Mitarbeiter bei einem Naturkosmetik-Betrieb oder Erfinder, die ihren Betrieb mit der Idee gründen, auf gesammeltem Kaffeesud Pilze zu züchten.

„Nachhaltigkeit kann in jeder Branche implementiert werden.”
Michael Bauer-Leeb, zertifizierter CSR-Experte

Vor allem jüngere Arbeitnehmer legen Wert auf Nachhaltigkeit

Die Vielfalt der Betätigungsfelder und die steigende Anzahl der angebotenen Stellen im Bereich Green Jobs ist groß. Tanja Karlsböck, Sprecherin von karriere.at, bestätigt: „Momentan sind bei uns unter dem Suchbegriff ‚Green Jobs’ 76 Inserate zu finden. Darunter fallen beispielsweise Jobangebote, die Elemente enthalten wie „Green Tech’, „Green Mobility’ oder „Green Marketing’, oder als Fringe Benefit [Anm: Lohnnebenleistungen] etwas in diese Richtung anführen.” Beobachtbar sei, dass Unternehmen zunehmend auf Zertifizierungen setzen - etwa als Klimabündnis-Betrieb. Vor allem jüngere Arbeitnehmer, die Generation Y oder die jetzt auf den Arbeitsmarkt drängende Generation Z, legten immer mehr Wert auf Nachhaltigkeit - auch im Job. Das sei unter anderem eine Entwicklung des zunehmenden Bewusstseins, das durch die mediale Präsenz der Klimakrise angeregt wurde. Die Universität für Bodenkultur (Boku) in Wien ist ein führendes Ausbildungsinstitut für Green Jobs. Dort gibt es für die Absolventen eine Green Job-Börse, die von Gudrun Schindler seit 20 Jahren betreut wird. Sie hat die große Trendwende miterlebt: „Am Anfang hatten wir viele Bewerber, die keinen Markt hatten. Heute hat sich die Auftragslage so sehr gesteigert, dass Unternehmen uns die Türen einrennen auf der Suche nach Mitarbeitern”, sagt Schindler. Und das, obwohl sich die Anzahl der Studierenden an der Boku enorm gesteigert hat und viele weitere Studienrichtungen entstanden sind.

Grüne Thesen
© wkw/bock/errayes

Green Economy boomt in allen Sparten und Branchen

Green Economy ist nicht nur ein eigener Wirtschaftszweig mit Betrieben der Umwelttechnik oder in der Land- und Forstwirtschaft. Nachhaltigkeit ist in jeder Sparte – vom Handwerk über Handel bis zur Gastronomie - angekommen. Unternehmensberater und CSRExperte Michael Bauer-Leeb, Geschäftsführer von „Weitsicht büro für zukunftsfähige wirtschaft”, nimmt ein steigendes Interesse bei Unternehmen an „Green Economy” wahr. Dabei werde dies unter verschiedenen Titeln angefragt. Bei den einen gehe es um Klimaschutz, bei den anderen um ein breiteres ökologisches Verständnis. „Wieder andere wollen unter dem Schlagwort Nachhaltigkeit ihr Unternehmen ganzheitlich beleuchten und wissen, wo sie stehen und wo es Chancen gibt, mit dem Thema zu punkten, etwa um Innovationen voranzutreiben”, erklärt Bauer-Leeb. Sowohl bei ihm als auch bei seinen Kollegen sei die „Landschaft der Kunden breit gefächert” - und reiche vom kleinen Gärtnerbetrieb bis zum international agierenden Großkonzern. „Gründer mit nachhaltiger Mission gibt es auch immer mehr, wir nehmen hier einen deutlichen Wertewandel in Richtung Klimaschutz wahr.” Grundsätzlich, so der Experte, können Unternehmen jeder Größe das Thema für sich nutzen. „Letztendlich wird Nachhaltigkeit, auch in kleinem Rahmen, zum Thema für alle Wirtschaftstreibenden werden. Auch weil Banken bei der Kreditvergabe im Zuge der EU Sustainable Finance Strategie dieses Thema vermehrt berücksichtigen werden.” Diese Strategie hat folgenden Hintergrund: Die europäischen Staaten haben sich im Jahr 2019 durch den Vorschlag für ein europäisches Klimagesetz zur Verwirklichung einer CO2- neutralen Europäischen Union bis 2050 (EU Green Deal) darauf geeinigt, die EU klimaneutral zu machen. Zur Erreichung der nachhaltigen Umweltziele sind insbesondere auch die Finanzmärkte einbezogen. Umwelt-, soziale und Unternehmensführungsaspekte sollen in Investitionsentscheidungen in der europäischen Wirtschaft mit einbezogen werden. Umweltbewusstes Denken ist also in der Wirtschaft angekommen: „Wir raten Unternehmen zunächst zu einer so genannten Standortbestimmung. Viele machen schon sehr viel in Richtung Klimaschutz, nur ist es ihnen nicht bewusst”, ist Bauer-Leeb überzeugt. Die Frage, die sich jedes Unternehmen stellen kann: Wie kann ich mich beim Thema Green Economy noch stärker einbringen? „Regionale Wertschöpfung, regionale Jobs sind hier schon ein ganz fundamentaler Ansatz”, betont Bauer- Leeb.

Zahlen zeigen die Steigerung der Nachhaltigkeits-Branchen

Laut Statistik Austria erwirtschaftete die Umweltbranche österreichweit 2019 mit 193.574 Beschäftigten 42,7 Milliarden Euro - in Wien waren laut Statistik Austria 2018 rund 30.600 Beschäftigte im Umweltbereich tätig. Bedeutendster Sektor war 2019 das „Management der Energieressourcen". Weitere wichtige Umweltbereiche waren 2019 die Luftreinhaltung und der Klimaschutz, der Gewässerschutz und die Abfallwirtschaft.

Durch Sinnstiftung Erfolg maximieren und Mitarbeiter finden

Immer mehr Verbraucher und Wirtschaftsexperten setzen also darauf, dass die Schaffung von Wohlstand nicht auf Kosten der Umwelt geht. Dazu kommt, dass immer mehr Betriebe Vorreiter sein wollen, Verantwortung übernehmen und CRS (Corporate Social Responsibility) implementieren, also freiwillig einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung in mehrerlei Hinsicht übernehmen. Dazu gehört neben dem Umweltschutz auch soziale Verantwortung. Sie stiften Sinn, zeigen, dass sie ein attraktiver Arbeitgeber sind, der die dringend benötigten Talenteanzieht.

Vorteile für alle:

  • Betriebe tun etwas für die Mitarbeiter und die lokale Gemeinschaft.
  • Sie sparen durch Reduktion ihres CO2-Fußabdrucks Ressourcen und damit Kosten.
  • Sie maximieren das Image des Unternehmens und minimieren Risiken.
  • Sie sind fit für künftig geforderte Nachweiseihrer nachhaltigen  Unternehmensführung.


 

 

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