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Gleiche Chancen

Kommentar von Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien

Walter Ruck
© ian ehm

Immer mehr Frauen führen ihr eigenes Unternehmen und verwirklichen damit ein beruflich selbstbestimmtes Leben. Ihre Doppel- und Dreifachbelastung durch private Verpflichtungen nehmen sie - wie auch viele andere berufstätige Frauen - in Kauf. Nicht alle Unternehmerinnen trifft eine Mehrfachbelastung, doch Studien belegen immer wieder, wie viel Mehrarbeit an Frauen tatsächlich hängt. Wir Männer - zeigen diese Studien - können uns dagegen viel eher auf unseren Beruf konzentrieren.

Ich wünsche mir, dass schon bald 50 Prozent der Wiener Unternehmen von Frauen geführt werden und dass Unternehmerinnen auch in Branchen, in denen sie heute kaum vertreten sind, vorangehen. Wiens Wirtschaft wird davon profitieren.
Walter Ruck

Unsere Gesellschaft hat sich vor langer Zeit auf den Weg gemacht, daran etwas zu ändern, und es ist schon viel passiert. Doch es braucht weitere Veränderungen - speziell aus Sicht der Unternehmerinnen. Vor allem geht es um Entlastung bei der Kinderbetreuung durch mehr Ganztagsschulplätze in Wien und ein maximales Betreuungsangebot in den Kindergärten - mit flexiblen Zeiten und wenigen Schließtagen.

Noch viel Bewusstseinsarbeit nötig

Darüber hinaus braucht es mehr gesellschaftliche Unterstützung für das Lebensmodell Unternehmerin. Manche Frauen trauen sich den Schritt in die Selbstständigkeit nicht zu und zweifeln an ihren Kompetenzen - obwohl sie alle fachlichen und persönlichen Qualifikationen mitbringen. Männer verhalten sich hier oft anders. Daher braucht es möglichst viele Unternehmerinnen, die als positive Role Models in der Öffentlichkeit sichtbar sind. Von ihnen können viele Frauen (und wohl auch Männer) lernen. Und es braucht mehr männliches Engagement bei Haushalt und anderen privaten Verpflichtungen, damit auch hier gleiche Voraussetzungen bestehen. Es muss daher noch viel Bewusstseinsarbeit passieren, bis allen klar ist, dass die Frau von heute selbstverständlich eine erfolgreiche Unternehmerin sein kann, ohne dafür mehr aufgeben zu müssen als ein Mann. Ich wünsche mir, dass schon bald 50 Prozent der Wiener Unternehmen von Frauen geführt werden und dass Unternehmerinnen auch in Branchen, in denen sie heute kaum vertreten sind, vorangehen. Wiens Wirtschaft wird davon profitieren.


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