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Gesucht: Weiblich, Technikerin

Wie Wiener Betriebe versuchen, den Frauen- und Männeranteil auszugleichen und welchen Einfluss die Digitalisierung auf die künftige Entwicklung hat.

Technikerinnen
© I AM NIKOM/Shutterstock

Wir müssen uns die Frage stellen, an welchem Punkt wir das Interesse der Mädchen verlieren”, erklärt TU Wien Rektorin Sabine Seidler. Denn: MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) sind immer noch Männersache. Besonders hoch ist das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern etwa bei Studien wie Elektrotechnik oder Maschinenbau. „Der Anteil der Studienanfängerinnen bei Elektrotechnik bzw. Maschinenbau liegt aktuell bei 15 Prozent”, sagt Seidler. Dabei sind Arbeitskräfte in diesem Bereich gefragter denn je und die Karrierechancen dadurch umso höher. Wo bleiben also die Frauen? Einer von vielen Erklärungsversuchen findet sich in den gesellschaftspolitischen Hintergründen: „Wir leben in einem Land, wo es nach wie vor gesellschaftlich inakzeptabel ist, sich nicht für Kunst und Kultur zu interessieren, es aber vollkommen in Ordnung ist, keine Ahnung von Mathematik zu haben”, pointiert Seidler, die ebenso eine unbewusste Differenzierung in der Schulbildung ortet. Denn: „Bei Projekten wie der Kinderuni merken wir, dass das Interesse an Technik bei Mädchen und Jungen im Kindergartenalter noch gleich hoch ist.”

„Wir müssen Frauen ermutigen, in die Technik zu kommen.”
Gerlinde Macho, GF und Gründerin der MP2 IT-Solutions GmbH

Ein Schubladendenken während der schulischen Laufbahn von Burschen oder Mädchen aber auch in der Erziehung, bemerkt auch Gerlinde Macho, Gründerin des IT-Unternehmens MP2-IT Solutions. „Mir ist im Laufe der Jahre aufgefallen, dass Frauen eher über Umwege zu uns kommen, während Burschen bereits im Kindesalter spielerisch in die Thematik einsteigen”, schildert Macho, die auch selber nach einem betriebswirtschaftlichen Studium im Jahr 1999 ein IT-Unternehmen gründete und seither besonderen Wert auf die Förderung von Frauen in der IT-Branche legt. „Chancengleichheit und die Förderung von Diversität werden bei uns seit unserer Gründung großgeschrieben. Es ist uns ein besonderes Anliegen, Frauen bei uns zu fördern”, betont Macho, deren Betrieb mit „equalitA”, dem Gütesiegel für frauenfreundliche Unternehmen ausgezeichnet wurde.

Frauen in der Technik müssen sich beweisen

Aus persönlicher Erfahrung weiß Sonja Reumüller, dass auch das familiäre Umfeld eine große Rolle bei der Ausbildungswahl spielt. Sie übernahm 2005 gemeinsam mit ihrer Schwester das Mechatronikunternehmen ihres Vaters, wo sie lernen musste, mit Vorurteilen gegenüber Frauen in der Technik umzugehen. „Es kommt immer wieder vor, dass explizit nach Männern gefragt wird, wenn ich zum Beispiel eine Kundenanfrage beantworte”, sagt sie. Um diese Klischees zu entkräften, müssten Frauen noch härter arbeiten, so Reumüller - „Man muss sich beweisen und wird dadurch sogar besser als die männlichen Kollegen”, sagt Reumüller, die immer wieder Mädchen in ihrem Betrieb ausbildet und fördert, jedoch bedauert, dass das Interesse junger Frauen, eine technische Karriere anzustreben leider noch verschwindend gering ist. „Das Interesse für einen sogenannten Männerberuf bei Mädchen ist sicher größer, wenn von Seiten der Familie und bei der Erziehung schon Vorarbeit geleistet werden würde”, erklärt sie.

Digitalisierungsschub als Chance

Einen möglichen Wendepunkt könnte nun der coronabedingte Digitalisierungsschub einleiten. „Viel mehr Menschen haben gemerkt, wie wichtig Digitalisierung ist. Die Kommunikationskanäle haben sich geändert, die Arbeitsorte haben sich geändert und auch die Themen E-Commerce, Suchoptimierung, etc. haben einen Höhenflug erlebt. Dadurch hat die Branche auch bei Frauen mehr Aufmerksamkeit bekommen”, erklärt Macho. Eine weitere coronabedingte Begleiterscheinung, die der Arbeitswelt erhalten bleiben wird, ist das Home-Office: „Dadurch gewinnt Frau an Flexibilität und Barrieren wie die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie können geschmälert werden”, betont Macho. Vernetzung und Role-Models Um eines Tages einen Ausgleich zwischen Frauen und Männern im MINT-Bereich zu erreichen, bedarf es jedoch weiterer Initiativen und Maßnahmen, sind sich die Expertinnen einig: „Es gehört mehr und mehr hinausposaunt: Wir müssen Frauen ermutigen, in die Technik zu kommen”, erklärt Macho, die auch Mitbegründerin der „WOMENinICT” ist. Das Netzwerk hat sich zur Aufgabe gemacht, Frauen, die auf Jobsuche sind, in die IT-Branche zu holen. Wesentlich, um Frauen zu erreichen sind zudem Role Models: „Wir bauen unser Studienangebot um, damit wir Frauen stärker ansprechen und arbeiten auch eng mit Role-Models, also Studentinnen und jungen Professorinnen zusammen”, zählt Seidler einige der zahlreichen Initiativen auf, die man bei der TU Wien setzt, um Frauen in MINT-Studien und MINT-Berufe zu holen.„Das Interesse ist bei vielen vorhanden, jetzt geht es darum, Frauen abzuholen, zu informieren und über ihre Möglichkeiten aufzuklären. Gelingen kann das durch Vernetzung - je mehr, desto besser”, betont Macho.



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