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Gesamtkonzept statt autofreier Zone

Der 1. Bezirk soll bald autofrei werden. Was die Unternehmer der Wiener Innenstadt zum neuen Verkehrskonzept sagen und warum sie sich von den aktuellen Plänen vor den Kopf gestoßen fühlen.

Cornelia Lackstätter vom Familienunternehmen Lackstätter Geschirr
© Florian Wieser Cornelia Lackstätter vom Familienunternehmen Lackstätter Geschirr

Der 1. Bezirk soll weitgehend zur autofreien Zone werden. Das gaben Vizebürgermeisterin Birgit Hebein und Bezirksvorsteher Markus Figl vor Kurzem bei der Präsentation eines neuen Verkehrskonzepts für die Wiener Innenstadt bekannt. Nach einem Krisengipfel mit Bürgermeister Michael Ludwig wird die Umsetzung des Projekts nun vorerst verschoben.

Nicht in Planung einbezogen

Besonders betroffen vom geplanten Konzept sind die ansässigen Wirtschaftstreibenden. Noch immer mit den Auswirkungen des Corona-Shutdowns kämpfend, fühlen sich die Unternehmer des ersten Wiener Gemeindebezirks von dieser Maßnahme „überrumpelt” und „vor den Kopf gestoßen”, zumal sie nicht in die Planung miteinbezogen wurden. Wird das derzeitige Konzept so umgesetzt wie verkündet, befürchte man seitens der Unternehmer einen immensen Einbruch der Kundenfrequenz, zumal schon die 27 (!) Ausnahmen der neuen Regelung bei vielen für Verunsicherung sorgen würden.  Von Seiten des Bürgermeisters gibt es nun aber vorerst Entwarnung. Dieser begrüßte eine Verkehrsberuhigung der Stadt zwar, gab nach einem Gespräch mit Figl und Hebein aber bekannt, „dass zuerst alle betroffenen Interessenvertreter im Zuge eines ,ordentlichen Begutachtungsverfahrens’ gehört werden müssen.” Noch vor der Wahl im Oktober solle dann die Entscheidung fallen, wie es weitergehen soll.

Ein Gesamtkonzept muss her

Ein Großteil der Unternehmer in der Wiener Innenstadt befürwortet ein einheitliches verkehrsberuhigendes Konzept. Man wolle aber nicht einer „Wahl-Aktion” zum Opfer fallen. Auch Wirtschaftskammer Wien-Präsident Walter Ruck spricht sich gegen das aktuelle Konzept der autofreien Zone, dafür aber für ein Gesamtkonzept aus.

„Wenn der 1. Bezirk autofrei werden soll, brauchen wir ein Gesamtkonzept. Dazu gehört ein Budget, um die frei werdenden Oberflächen gut zu gestalten. Das wieder könnte auch dem Handel helfen.”
Walter Ruck

Es wird keine kleinen Geschäfte mehr geben

„Man möchte einfach arbeiten und leben und nicht ständig Angst haben müssen, dass einem die Existenz weggenommen wird”, erzählt Cornelia Lackstätter vom Familienunternehmen Lackstätter Geschirr. Sie führt die Filiale in der Wollzeile 18 im ersten Bezirk und ist eine der vielen Unternehmer, die vom Konzept der autofreien Zone in der Innenstadt überrumpelt wurden. „Es ist rücksichtslos und eine Frechheit gegenüber den Gewerbetreibenden - wir wurden total vor den Kopf gestoßen und haben nicht einmal ein Recht auf Mitsprache”, schildert Lackstätter, die durch die autofreie Zone vor allem in der Erreichbarkeit der Innenstadtgeschäfte ein großes Problem sieht. „Es kommen viele Leute aus den Bundesländern, die keine andere Möglichkeit haben, als mit dem Auto zu fahren, und sicher nicht bei uns ein Kaffeeservice kaufen oder ihre Messer schleifen lassen und anschließend einen beschwerlichen Rückweg mit den Öffis antreten wollen. Und von einem Messer für vier Euro lässt es sich halt schwer leben”, weiß die Unternehmerin. „Der 1. Bezirk war immer ein Einkaufsbezirk. Wenn es so weitergeht, wird es hier bald keine kleinen Geschäfte mehr geben und diese machen die Innenstadt ja schließlich aus.”

Die autofreie Zone ist eine Mogelpackung

Veronika Aichinger, die das Traditionsunternehmen Aichinger, Bernhard & Comp.
© wkw/Eder Veronika Aichinger, die das Traditionsunternehmen Aichinger, Bernhard & Comp.

„Im Zuge einer Hauruck-Aktion wurden hier Entscheidungen gefällt, ohne die Gewerbetreibenden einzubinden”, schildert Veronika Aichinger, die das Traditionsunternehmen Aichinger, Bernhard & Comp. GesmbH in der Weihburggasse 16 führt, empört. „Das Konzept der autofreien Innenstadt ist zudem eine Wählertäuschung. Es werden ja trotzdem Autos fahren, nur mit dem Unterschied, dass potenzielle Kunden nicht mehr herfahren können”, führt die Unternehmerin und Obfrau der Unternehmerinitiative des Franziskanerviertels näher aus. In weiterer Folge sieht Aichinger, dass die Artenvielfalt der Geschäfte in der Innenstadt massiv darunter leiden werde, sowie durch die schlechter werdende Infrastruktur sich auch die Anrainer aus dem 1. Bezirk nach und nach zurückziehen würden. „Die vielen kleinen Geschäfte machen die Attraktivität der Inneren Stadt aus, sie locken die Menschen zum Bummeln und Schauen. Viele wird es bald aber nicht mehr geben”, schildert Aichinger, die seit ihrer Geburt hier lebt und seit 45 Jahren ihre Geschäfte betreibt und auch hervorhebt, dass sie sich ein langsames und gemeinsam mit den ansässigen Gewerbetreibenden erarbeitetes Verkehrskonzept wünschen würde. „Verkehrsberuhigt ja, aber nicht im Zuge einer Wahl-Aktion innerhalb eines Monats.”


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