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Geldquellen für Wiener Betriebe

Bei der Umsetzung von Projekten setzen die Unternehmen in Wien auf einen bunten Finanzierungsmix, zeigt eine neue Untersuchung. Was im Kommen ist und was wichtig bleibt.


Martina und Eva-Maria Halmer
© Christine Schmidl

Bei Martina und Eva-Maria Halmer schlägt der Puls in diesen Tagen etwas höher als sonst. Denn am 5. Oktober haben sie ihre erste Crowdfunding-Aktion gestartet - sie nützen dafür die Plattform Kickstarter. "Wir haben im Vorfeld einige Plattformen durchgescreent, hier sind wir hängengeblieben, weil wir mit unserem Produktdesign hier am besten reinpassen", erklärt Martina Halmer. Konkret geht es um die von den beiden nebenberuflichen Unternehmerinnen entworfenen Rucksäcke - www.paper-bag.at - , die so einiges können: Gefertigt werden sie aus dem besonders leichten, aber widerstandsfähigen und wasserabweisenden Material Tyvek, das etwa für Schutzausrüstungen verwendet wird. Mit viel Tüftelei haben es die Halmers in Zusammenarbeit mit einer österreichischen Druckerei geschafft, das an sich weiße Material färbig zu gestalten. Das Design ist schlicht, der Tragekomfort hoch, erklärt Halmer.

Text Paper Bag mit Rucksäcken und Logo
© Christine Schmidl

Die Prototypen haben die Halmers vorwiegend selbst produziert, mit der Crowdfunding-Finanzierung wollen sie ihre ersten 50 bis 60 Stück in Österreich fertigen lassen und damit in den Markt einsteigen. Dafür brauchen sie nun 5.000 Euro - zu Redaktionsschluss waren bereits 1.700 Euro erreicht.

Wenn die Finanzierungsrunde klappt, wollen wir in Geschäfte gehen - vor allem in kleine - und versuchen, unser Angebot schrittweise auszubauen.
Martina Halmer

Sie wolle auch selbst auf Märkten verkaufen, um direkt mit Kunden über ihr Produkt sprechen zu können. Mit diesem Feedback soll dann die Portfolio-Erweiterung gelingen: Eine Handtasche, eine XL-Version für größere Sportsachen und ein Clip-on für Fahrräder sind angedacht.

Guter Finanzierungsweg

Projekte wie diese über Crowdfunding zu finanzieren, ist ein guter Weg für Unternehmen, wie Reinhard Willfort bestätigt. Der international engagierte Crowdsourcing-Experte sieht in Österreich rechtlich gute Rahmenbedingungen für Schwarmfinanzierungen und auch ausreichend finanzielle Ressourcen.

Es liegt ja viel Geld auf den Sparbüchern, für das man kaum Zinsen bekommt.
Reinhard Willfort

Das Wissen über die Möglichkeiten sei in den Betrieben aber noch nicht breit etabliert. "Hier gilt es, emotionalen Boden zu bereiten und Gedankenbremsen zu lösen", so der Experte. Am ehesten gelingen Schwarmfinanzierungen mit Produkten, die herzeigbar sind und Emotionen erzeugen, so Willfort. Dies sei für viele klein- und mittelständische Betriebe möglich, nicht nur für Start-ups. Mit diesem Finanzierungsweg minimiere man jedenfalls das eigene finanzielle Risiko: "Klappt es nicht, kann man sich etwas Neues überlegen, noch bevor viel Geld in ein falsches Projekt investiert wird", erklärt Willfort. Crowdfinanzierungen ließen sich außerdem gut mit Krediten und Förderungen kombinieren.

Funktioniert die Crowdfinanzierung, dann bekommt man den Kredit und auch die Förderung leichter.
Reinhard Willfort, Crowdsourcing-Experte

Welches Modell man wähle, sollte man sich vorher genau überlegen - die rechtlichen Vorgaben sind sehr unterschiedlich.

Großer Wunsch nach Alternativen

Auch eine neue Studie unter 535 Wiener Betrieben im Auftrag der Wirtschaftskammer Wien zeigt, dass alternative Finanzierungen längst im Alltag der Wiener Unternehmen angekommen ist. So wurden im vergangenen Jahr in Wien nur mehr elf Prozent der Unternehmensinvestitionen über einen klassischen Bankkredit finanziert. Mittlerweile ebenso viele Betriebe haben in den vergangenen drei Jahren aber auch schon alternative Finanzierungen genutzt.

Im Bundesländer-Vergleich zeigt sich, dass Wien bei Bankfinanzierungen den mit Abstand niedrigsten Wert und im langjährigen Vergleich ein deutlicher Rückgang verzeichnet, alternative Finanzierungen in Wien jedoch den höchsten Wert aller Bundesländer erreichen. Bei den Alternativen sind vor allem Stille Beteiligungen gefragt, gefolgt von Crowdfunding und Business Angels. Zwei Drittel aller Investitionen kommen dabei auf weniger als 100.000 Euro.

Der Wunsch der Wiener Unternehmer nach mehr alternativen Finanzierungen ist groß, ergab die Studie. Jeder fünfte Betrieb plant demnach, für kommende Projekte alternative Finanzierungen zu nutzen - das wäre fast eine Verdoppelung des zuletzt erreichten Werts. Dabei zeigt sich, dass das Interesse an Stillen Beteiligungen eher an seinem Zenit angekommen sein dürfte, während der Wunsch, Crowdfunding und Business Angels zu nutzen, massiv nach oben schnellt. Auch das Interesse an Venture Capital und Mitarbeiterbeteiligungen steigt massiv an, ergab die Befragung. Wie viel davon tatsächlich umgesetzt wird, ist aber offen.

Gutes Zahlenmanagement notwendig

Vor allem bei vielen Gründern steht der Wunsch nach einem Bankkredit aber weiterhin hoch im Kurs, wie die Wiener Unternehmensberaterin Doris Knor berichtet. Sie begleitet seit 24 Jahren vor allem Neugründer und Betriebsübernehmer im Tourismus, ist auch für die geförderte Unternehmensberatung der WK Wien im Einsatz und kennt die Schwierigkeiten bei der Unternehmensfinanzierung genau. "Die Banken sind in den letzten Jahren sehr restriktiv geworden. Bei Gründern verlangen sie meist 50 Prozent Eigenkapital und 100 Prozent Besicherung", sagt Knor. Wenn aus Knors Sicht ein Konzept gute Erfolgsaussichten hat, geht die Beraterin mit ihren Kunden auch die nächsten Schritte: die Erstellung des Businessplans, die Gespräche mit der Bank, die Einreichung für Förderungen etc.

Ich rechne meinen Kunden vor, wie viel Umsatz pro Tag sie machen müssen, damit sich alles ausgeht. Dann schlucken sie meistens.

Förderstellen wie die Wiener Kreditbürgschafts- und Beteiligungsbank (WKBG) oder die Wirtschaftsagentur Wien seien für das Durchbringen von Kreditwünschen bei Banken sehr wichtig. "Banken haben ihre Vorgaben, die sie einhalten müssen. Das sage ich auch meinen Kunden", bekräftigt Knor.

Einiges zu tun hat die Beraterin seit Ausbruch der Corona-Pandemie auch mit Überbrückungskrediten etablierter Betriebe. "Viele mussten ihre Mitarbeiter gleich am Beginn in Kurzarbeit schicken und dann monatelang auf die AMS-Förderung warten. Das konnte im Tourismus kaum jemand finanzieren", erinnert sie sich. Mit den folgenden Lockdowns seien oft Kreditaufstockungen notwendig geworden. "Da mussten wir sehr genau kalkulieren, wie diese mit den Zuschüssen wie dem Umsatzersatz wieder zurückgezahlt werden können", sagt Knor.

Wer vor der Krise nicht gefährdet war, hatte mit einer ordentlichen Planung die Chance, gut aus der Krise zu kommen.
Doris Knor, Unternehmensberaterin

Die Hilfsgelder hätten das Überleben der Betriebe gesichert.

Anfragen bei Ombudsstelle verdoppelt

Die Auswirkungen der Corona-Krise hat auch die Ombudsstelle für Unternehmensfinanzierung deutlich gespürt, die die Sparte Bank und Versicherung im November 2008 in der WK Wien eingerichtet hat - als Sofort-Aktion am Beginn der damaligen Finanzkrise, die die Kreditvergabe plötzlich ins Stocken gebracht hatte. Die Ombudsstelle hat sich zwischenzeitlich als Informationsplattform zu Finanzierungs- und Bankfragen etabliert, berät zum Bankenrecht und unterstützt Unternehmen bei der Sicherung ihrer Liquidität.

So hilft die Ombudsstelle etwa bei Krediteinreichungen, sie berät zu Finanzierungsmöglichkeiten, vermittelt Gespräche bei Bankpartnern, führt betriebs- und finanzwirtschaftliche Workshops durch und informiert zur Insolvenzprävention. In einem normalen Jahr wird die Ombudsstelle für Unternehmensfinanzierung von rund 500 Wiener Unternehmen kontaktiert. Im ersten Corona-Jahr 2020 waren es 1.000. Auch heuer ist die Nachfrage höher als normal. Die Hauptthemen sind aktuell das Insolvenzrecht, die Gesprächsvorbereitung und das Beschwerdemanagement mit der Bank, der Zahlungsverkehr, die neuen Regeln der Geldwäsche-Prävention und die Corona-Hilfen, zeigt eine neue Auswertung. Der Kontakt mit und die Betreuung durch diese Service-Einrichtung der WK Wien ist für Wiener Unternehmen kostenlos.

Bei Finanzierung gut beraten

Geldquellen zu erschließen gehört zum Alltag von Unternehmern - sei es das Startkapital bei Gründung oder Entwicklung neuer Projekte oder der Ausbau von Geschäftsfeldern. Bankkredite sind oft die erste Wahl, alternative Finanzierungen rücken aber bereits mehr in den Fokus. Bevor man ein Projekt startet, kann man sich bei der Wirtschaftskammer (WK) Wien beraten lassen. Einerseits, um seine aktuelle Liquiditätssituation zu überprüfen, andererseits um alle möglichen Finanzierungsalternativen auszuloten und um abzuchecken, ob eine Förderung für das Vorhaben existiert.

KMU Bonitätsrechner
Dieser Ratgeber hilft, die Unternehmensbonität aus Bankensicht herauszufinden und gibt Tipps, diese zu verbessern. Er trägt dazu bei, sich besser auf das persönliche Bankengespräch vorzubereiten.

Förderungen ausloten
Die Mitarbeiter des Förderservice der WK Wien unterstützen Unternehmen sowie Gründer bei der Suche nach der passenden Finanzierungs-, Besicherungs- sowie Zuschussmöglichkeit. So stehen für Wiener Unternehmen neben der "Gemeinsamen Kreditaktion" der Wirtschaftskammer Wien und der Stadt Wien eine Vielzahl an Kredit- und Besicherungsoptionen unter anderem von aws (Austria Wirtschaftsservice), ÖHT (Österreichische Hotel und Tourismusbank) oder WKBG (Wiener Kreditbürgschafts- und Beteiligungsbank AG) zur Verfügung. Wer eine Förderung nutzen möchte, sollte sich unbedingt rechtzeitig informieren. Grundsätzlich gilt, dass zuerst die Förderung zu beantragen ist und erst danach mit dem Projekt begonnen werden darf.

Geförderte Unternehmensberatung
Unternehmensberatungen selbst werden ebenfalls von der WK Wien gefördert. Bei der Unternehmensgründung, bei der Weiterentwicklung oder beim Zukauf von Know-how hilft die Kammer bei der richtigen Auswahl des Beratungsunternehmens und bezuschusst die Beratung. So erhalten Unternehmen finanzielle Zuschüsse bis zu 60 Euro pro Beratungsstunde für maximal 20 Stunden pro Jahr. Ein Erstgespräch, zwei Stunden, wird zu 100 Prozent netto übernommen. Externes Know-how zu den Themen Finanzierung, Liquiditätsplanung oder Finanzplanung, bis hin zur Begleitung zum Bankgespräch wird gefördert. Hier finden Unternehmen auch Unterstützung beim Förderantrag.

Offensive Zukunft für EPU
Die EPU-Offensive Zukunft liefert ein umfassendes Beratungsprogramm. Neben einer Ist-Analyse und einem Perspektivencheck wird auch der Finanzierungsbedarf für Veränderungen erhoben sowie Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten gecheckt.


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