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Gefragt: Schnelle Hilfe und schnelles Geld

Um das Überleben der Unternehmen während der Corona-Krise zu sichern, wurden bereits umfangreiche Hilfspakete geschnürt. Darunter auch die Corona-Kurzarbeit oder die Haftungsgarantien der ÖHT, die bereits von zahlreichen Unternehmen in Anspruch genommen wurden.

Notfall
© Pixel Embargo/Shutterstock

„Ich bin sehr dankbar für das Kurzarbeitsmodell. Dieses ist eine wichtige Hilfe, um die Krise überstehen zu können.” „Die Abwicklung hat schnell und gut funktioniert.” „Wir haben rasch eine Garantie und einen Kredit erhalten” - ein kurzer Auszug an Äußerungen etablierter Wiener Unternehmer, die seit Covid-19 ums Überleben ihrer Betriebe kämpfen, spiegelt einerseits den Ernst der Lage der Wiener Wirtschaft wider, zeigt andererseits aber auch die Dankbarkeit der betroffenen Unternehmen über Unterstützungsmaßnahmen. Auch die große Nachfrage bestätigt, dass die Hilfe bei den Betroffenen ankommt und verstärkt genutzt wird: So wurden bereits 53.646 Anträge - davon 15.524 aus Wien- für die Corona-Kurzarbeit beim Arbeitsmarkt Service (AMS) gestellt. Rund 608.000 Arbeitsplätze sollen so gesichert werden. Aufgrund des großen Bedarfs wurden die Mittel für die Kurzarbeits-Unterstützungen nun ein weiteres Mal von drei auf fünf Milliarden Euro aufgestockt. Stark genutzt werden auch die Haftungsgarantien der österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT), die Unternehmen aus dem Bereich Tourismus und Freizeitwirtschaft Liquidität ermöglichen: Mehr als 1400 Anträge wurden bereits positiv von der ÖHT erledigt und mehr als 400 Millionen Euro an Haftungen in Anspruch genommen (Stand: 14. April). Auch im Rahmen des 1,5 Milliarden Euro schweren Garantie-Pakets, das von aws (Austria Wirtschaftsservice), ÖHT und ÖKB (Österreichische Kontrollbank) umgesetzt wird, wurden Erweiterungen zugunsten der betroffenen Unternehmen vorgenommen: Der Bund kann jetzt bei Kreditsummen zusätzlich auch Haftungen bis zu 90 Prozent, bei Krediten bis zu einer halben Million Euro sogar bis zu 100 Prozent übernehmen.  

„Die wenigsten haben große Reserven”

Martin Rohla
© Tim Dornaus

„Besonders in der Gastrobranche und der Hotellerie haben wenige Betriebe große Reserven übrig, auf die sie in Zeiten wie diesen zurückgreifen können. Die meisten leben von den täglichen Umsätzen - die nun seit Mitte März natürlich komplett weggebrochen sind”, erklärt Habibi & Hawara-Teilhaber Martin Rohla. Umso essenzieller sind deshalb Haftungsgarantien wie die der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT), um schnellstmöglich Liquidität zu schaffen: „Ich bin sehr froh, wie gut die Abwicklung mit der ÖHT funktioniert hat. Wir haben den Antrag natürlich sofort eingereicht und innerhalb einer Woche hatte ich eine Bestätigung der Garantie in den Händen - das ist alles unkompliziert und hochprofessionell abgelaufen.” Wehrmutstropfen für viele Unternehmen seien aber die Kriterien, nach denen die Kredite von den Hausbanken vergeben werden: „Trotz Haftungsgarantie werden die üblichen Parameter des URG angesetzt - es reicht schon ein negatives Eigenkapital, wie bei 47 Prozent der Tourismus- und Gastrobetriebe, und man bekommt trotz Staatsgarantie keinen Kredit”, so Rohla, der bei Habibi & Hawara zwar schon eine Zusage hat, trotzdem aber 30 Prozent der 45 Mitarbeiter kündigen und weitere 50 Prozent in Kurzarbeit schicken musste. „Mit den gekündigten Mitarbeitern haben wir natürlich eine Wiedereinstellungsvereinbarung getroffen, die verbliebenen hoffen wir bis zur Wiedereröffnung über die Umsätze mit Lieferservice und den Überbrückungskredit finanzieren zu können”, erklärt Rohla. „Das Kurzarbeitsmodell ist für viele eine Erleichterung. So können Arbeitsplätze gesichert und Fachkräftepotenzial erhalten werden. Vergessen darf man aber nicht, dass die Unternehmen die Gehälter der Mitarbeiter vorstrecken müssen, bis sie diese vom AMS wieder rückerstattet bekommen. Auch das geht nur bei entsprechender Liquidität”, erklärt der Goodshares-Gründer.

Die laufenden Spesen müssen gedeckt werden

Luigi Barbaro
© Barbaro Gastronomie

Vor mehr als 40 Jahren hat Luigi Barbaro den Grundstein für seine Barbaro GmbH in Wien gelegt und in all den Jahren hat er so etwas nicht erlebt: „Die Lage ist katastrophal. Dieses Jahr wird keiner vergessen”, erklärt Barbaro, der gemeinsam mit seiner Familie die drei Betriebe der Barbaro GmbH (Regina Margherita, Trattoria Martinelli, Barbaro Catering & Wine) mit insgesamt 64 Mitarbeitern führt. „Die gesamte Wirtschaft - in Wien, in Österreich und der ganzen Welt - wird noch lange im Nachhinein damit kämpfen, deshalb ist es so wichtig, diese zu unterstützen, damit am Ende nicht alle Unternehmen zugrunde gehen”, betont der Gastronom, der nun auch selbst auf Unterstützungsmaßnahmen angewiesen ist. „Die laufenden Spesen müssen weiterhin gedeckt werden: Die Miete der einzelnen Lokale, die vorgestreckten Gehälter für die Kurzarbeit sowie die vielen Nebenkosten bleiben bestehen und müssen am Ende des Monats bezahlt werden”, erklärt er. „Deshalb war es so wichtig, dass wir schnell Geld bekommen, damit wir das alles weiterhin zahlen können”, sagt Barbaro, der zur Sicherung der Liquidität seines Unternehmens die ÖHT-Haftungsgarantie in Anspruch genommen hat. „Das hat alles schnell und unkompliziert funktioniert. Wir haben sehr rasch die Garantie der ÖHT und dann auch den Kredit bei unserer Hausbank erhalten”, bedankt sich Barbaro, der mit einem Lieferservice und einer Take-Away Station in seiner Pizzeria Regina Margherita versucht, das beste aus der Situation zu machen: „Wie viele andere Gastronomen beliefern auch wir unsere Kunden mit unseren Pizzen. Finanziell hilft uns das zwar nicht  - es ist weniger als ein Tropfen auf dem heißen Stein - aber die Arbeit lenkt uns ein bisschen ab und gibt Hoffnung”, erklärt Barbaro. 

Wir haben alle Mitarbeiter wieder zurückgeholt

Martin Schick,
© Schick Hotels Wien

„Wir haben Mitte März vier unserer fünf Hotels in Wien mangels Gästen geschlossen und wollten das Hotel Stefanie offen halten. Wir haben alle Gäste ins Stefanie verlegt, aber nach wenigen Tagen hatten wir nur mehr einen einzigen Gast und mussten daher ebenfalls unser Stammhaus schließen. Das Hotel Stefanie ist die älteste Hotel in Wien und war in seiner 420-jährigen Geschichte nie geschlossen. Das war ein sehr bewegender und trauriger Moment”, erklärt Martin Schick, der das Unternehmen bereits in vierter Generation führt, die prekäre Lage.  Besonders betroffen von der Schließung der Hotels waren auch die 200 Mitarbeiter des Unternehmens: „Wir sind ein Familienunternehmen und viele sind schon sehr lange bei uns und haben eine persönliche Bindung zu uns und ihren Hotels”, erklärt Schick, der fast alle seiner Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken musste: „Das erste Kurzarbeitsmodell wäre für uns kostenmäßig nicht machbar gewesen und wir hatten uns von einigen Mitarbeitern einvernehmlich mit Wiedereinstellungszusage getrennt. Das jetzige Modell der Kurzarbeit ist wesentlich verbessert worden, wir haben daher alle, von denen wir uns getrennt hatten, wieder zurück geholt und zur Kurzarbeit angemeldet”, sagt der Hotelier, der trotz der schweren Zeit dankbar ist für die Unterstützung: „Ich bin sehr dankbar für das Kurzarbeitszeitmodell. Dieses ist eine wichtige Hilfe, um die Krise überstehen zu können. Derzeit haben wir die Zusage für ein Hotel bekommen aber ich bin mir sicher, dass diese für die anderen vier auch noch kommen wird. Wichtig wäre aber, dass die Fördergelder im Monat nach den Gehaltszahlungen und vor den nächsten Gehaltszahlungen ausbezahlt werden”, betont Schick, der befürchtet, dass es  so etwas wie einen „Vor Corona-Zustand” lange nicht mehr geben wird: „Der Wiener Tourismus ist nachhaltig geschädigt. Wir werden das überleben, aber unser Geschäft wird nicht mehr das gleiche sein und ich befürchte viele Hotels werden das nicht mehr erleben.”


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