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Fünf Leitlinien für die digitale Wende

Think-Tank der Wirtschaftskammer Wien sieht Chancen für Wien in der Digitalisierung – Kein „race against the machine“ stattdessen Kooperation – Taschner: „Es liegt an uns allen“

Alexander Biach und Rudolf Taschner
© Florian Wieser Präsentierten den Wiener Wirtschaftskreis: Alexander Biach und Rudolf Taschner (v.l.).
Das Schreckgespenst von wegfallenden Arbeitsplätzen im großem Ausmaß und Massenarbeitslosigkeit im Zuge der Digitalisierung hat sich der Wiener Wirtschaftskreis zum Inhalt seiner ersten Sitzungsperiode gemacht. Die Analyse der anstehenden Veränderungen durch die fortschreitende Digitalisierung als erster Schritt und danach das Ableiten von Thesen, wie Gefahren abgewendet und Chancen genützt werden können, ist bereits abgeschlossen.

 

„Der Wiener Wirtschaftskreis wurde von der Wirtschaftskammer Wien ins Leben gerufen, um die Metathemen, die für die Stadt Wien und ihre Wirtschaftslandschaft anstehen, zu analysieren und Vorschläge zu liefern, wie mit ihnen umgegangen werden soll. Die Digitalisierung ist da natürlich ein naheliegendes erstes Betätigungsfeld, weil sie in allen Lebensbereichen spürbar ist, viele Chancen bietet, aber auch vielen Mensch Ängste bereitet“
Dr. Alexander Biach, stellvertretender Direktor der Wirtschaftskammer Wien und Mit-Initiator des Wiener Wirtschaftskreises.

Erste Resultate des Wiener Wirtschaftskreises

Nach den ersten Sitzungen und Diskussionen des Wirtschaftskreises zur Digitalisierung konnten nun auch fünf Thesen abgeleitet werden, die einen Rahmen für den Umgang mit der Digitalisierung bieten sollen. „Wir dürfen uns als Gesellschaft, aber auch als Einzelpersonen, nicht auf ein race against the machine einlassen – Denn das werden wir verlieren. Durch eine geregelte Kooperation hingegen, kann die Digitalisierung große Gewinne bringen – nicht nur für einzelne, sondern für die gesamte Gesellschaft“, ist der Vorsitzende des Wiener Wirtschaftskreises, Univ. Prof. Dr. Rudolf Taschner überzeugt. Er stellt die fünf Rahmenthesen samt Handlungsvorschlägen vor, mit denen der Digitalisierung begegnet werden sollte:

  • These 1 „Zeit“:
    Zeit ist ein entscheidender Faktor bei der Digitalisierung: Die Veränderung des Systems läuft viel schneller ab, als bei allen bisherigen Wirtschafts-Revolutionen.
    Handlungsempfehlung: Die politischen Entscheidungsträger müssen einen Rahmen schaffen, in dem die Chancen der Digitalisierung ideal genutzt und die Risiken minimiert werden. Konkret müssen Wege gefunden werden, die Veränderungsakzeptanz der Gesellschaft zu erhöhen, auf der anderen Seite muss die Weiterentwicklung der Digitalisierung reguliert werden

  • These 2 „Verständnis“:
    Die Digitalisierung und viele damit zusammenhängende Effekte sind nicht aufzuhalten. Die Gesellschaft muss Verständnis entwickeln, wie die Systeme arbeiten und was sie benötigen.
    Handlungsempfehlung: Vor diesem Hintergrund das Verständnis für die Veränderungen durch eine weitgehende Digitalisierung entwickeln, damit die Gesellschaft die sich bietenden Chancen und Erleichterungen nutzen kann. Dazu müssen etwa Verhaltensgrundsätze formuliert werden (Bsp.: „Compliance“ des Menschen im Umgang mit Robotern, „Roboter-Ethics“ und Kooperationsregeln im Umgang mit Robotern)

  • These 3 „Verstehen“:
    Damit der Einzelne und die gesamte Gesellschaft von digitalen Möglichkeiten profitieren können, braucht es Kompetenzen. Vor allem die Bildungssysteme sind gefordert.
    Handlungsempfehlung: Ein breites Angebot zur digitalen Bildung soll die Teilnahme möglichst vieler Menschen an der Entwicklung sichern

  • These 4 „Global Thinking & Communicating“ Die Digitalisierung bringt ungeahnte Möglichkeiten in der Kommunikation (auch von Systemen). Anstehende globale Themen brauchen aber gemeinsame Strategien und ein politisches Instrumentarium
    Handlungsempfehlung: Eine der wichtigsten Rahmenbedingungen für die erfolgreiche Digitalisierung ist die Systemoffenheit: Regulierungen und Normen dürfen nicht lokal oder regional sein – Digitalisierung ist ein globales Thema dem auch großflächig begegnet werden muss. Ebenso ist es wichtig, die einzelnen Systeme miteinander kommunizieren zu lassen – die Schnittstellen Mensch und Maschine sind ebenso wichtig wie die zwischen Maschine–Maschine

  • These 5 „Sicherheit“: Je weiter die Digitalisierung fortschreitet, umso mehr Daten werden verfügbar und vernetzt. Aktuelle Diskussionen zeigen, dass Ängste vor Missbrauch und Kontrollverlust nicht unbegründet sind.
    Handlungsempfehlung: Es bedarf Regeln und effektiver Kontrolle, um unsere Sicherheit zu gewährleisten und die Privatsphäre zu schützen. Nutzer brauchen ein stärkeres Risikobewusstsein.

 Nächste Schritte und Themen

„Die Digitalisierung stellt nicht nur eine besondere Herausforderung für Wirtschafsstandorte und Arbeitsmärkte dar, sondern könnte unsere Vorstellung dieser Begriffe nachhaltig und stark verändern. Zu diesem Thema werden wir deshalb noch weitere Expertinnen und Experten befragen und einladen. Daraus sollten sich in Folge auch noch weitere spezifische Antworten für den Standort Wien ableiten lassen“, skizziert Biach die nächsten Schritte des Wiener Wirtschaftskreises, der sich nach Abschluss dieses Themengebiets den Bereichen „smart cities“ und „Veränderungen der Stadt-Land-Beziehungen“ widmen wird.

Der Wiener Wirtschaftskreis

Wien hat in der Geschichte der Nationalökonomie eine große Rolle eingenommen. Die „Österreichische Schule“ brachte große Ökonomen wie den Nobelpreisträger Friedrich von Hayek oder Ludwig von Mises hervor  Der Wiener Wirtschaftskreis ist ein neuer Think-tank in den Bereichen der Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik. Gegründet von der Wirtschaftskammer Wien vor dem Hintergrund der „Österreichischen Schule der Nationalökonomie“ und dem „Wiener Kreis“ soll er aktuellen soziökonomischen Fragen mit innovativen Lösungsansätzen begegnen. Aufgabe des Wiener Wirtschaftskreises ist es, politische und ökonomische Entscheidungsträger zu beraten.

Der Wiener Wirtschaftskreis setzt sich aus Experten unterschiedlicher Disziplinen zusammen und besteht aus einem fixen Kreis ständiger Teilnehmer, der projektbezogen erweitert werden kann. Vorsitzender ist Univ. Prof. Dr. Rudolf Taschner, weitere Teilnehmer sind bisher: Bernhard Felderer, Gottfried Haber, Therese Niss, Peter Voithofer, Rainer Hasenauer, Michaela Reitterer, Monica Rintersbacher, Oliver Rathkolb, Werner Hoffmann und Wolfgang Mazal


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