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Frischer Wind für Wien

Wieso sie die Krise als Nährboden für neue Ideen sehen und wo angehende Unternehmer Unterstützung brauchen - Wiener Gründer erzählen.

Suzana Partonjic Jez, Anca-Janina Danacu und Evelyne Lechner, Geschäftsführerinnen Rien ne va plus Ästhetik
© Andreas Hofmarcher/ Maisblau Suzana Partonjic Jez, Anca-Janina Danacu und Evelyne Lechner, Geschäftsführerinnen Rien ne va plus Ästhetik

Leicht war der Start ins Unternehmertum nicht”, erzählen Anca-Janina Danacu und Evelyne Lechner. Die beiden haben sich vorigen September ihren großen Traum von der Selbstständigkeit erfüllt und den Beautysalon Rien ne va plus Ästhetik GmbH in der Wiener Weihburggasse eröffnet. Bereuen tun die beiden Powerfrauen das aber kein bisschen: „Das war die beste Entscheidung unseres Lebens - trotz aller Stolpersteine, die wir bereits hinter uns gelassen haben und die noch vor uns liegen”, schildert Lechner, die den Betrieb nebenberuflich führt, da sie aktuell auch als Vollzeitpolizistin in Wien im Dienst ist. „Die Idee war schnell gefunden - bei Kaffee und Kuchen im eigenen Garten, das ist mittlerweile zwei Jahre her”, schmunzeln die beiden. Der schwierige Teil kam danach: „Wir dachten uns zuerst - ,Hä? Was ist ein Businessplan? Und wie schreibt man so etwas?’ Wir haben wirklich bei Null angefangen, uns durch zig Bücher gelesen und die Hilfe und Beratung im Gründerservice der Wirtschaftskammer Wien in Anspruch genommen, bis wir einmal wussten, was wir alles für die Gründung brauchen”, erzählen die beiden, die schlussendlich aber vier Investoren an Bord geholt und eine Garantie beim aws (Austria Wirtschaftsservice) erhalten haben. Mittlerweile haben die beiden Gründerinnen auch eine Dritte im Bunde: „Suzana Partonjic Jez - sie ist unsere gewerberechtliche Geschäftsführerin für den Bereich Fußpflege.”

„Ich bin gern mein eigener Chef und selbst für michverantwortlich.”
Oliver Wolf, Bodystreet

Trotz Krise rein ins kalte Wasser

Dass die Coronakrise den Gründerinnen einen Strich durch die Rechnung machen könnte, war ihnen von Anfang an bewusst, jedoch kein Grund, ihren Traum aufzugeben. „Natürlich muss man jederzeit damit rechnen, dass man aufgrund eines Lockdowns zusperren muss. Für uns war aber immer klar, dass wir es jetzt machen müssen. Denn die Krise ist für Jungunternehmer wie ein neuer Markt”, so Lechner. „Viele mussten natürlich aufhören. Für Quereinsteiger wie uns war das aber ein Nährboden - qualifizierte Mitarbeiter suchen einen Job, Kunden suchen neue Standorte, der gesamte Markt wurde durch die Krise umgekrempelt”, betonen Lechner und Danacu, die die Wohnzimmeratmosphäre im Salon als ihren USP bezeichnen. „Durch die Krise und Social-Distancing ist das Persönliche viel zu kurz gekommen. Wir möchten unseren Kunden nicht nur Kosmetik für den Körper anbieten, sondern für sie da sein - mit ihnen plaudern und ehrlich nachfragen, wie es ihnen geht. Kosmetik für die Seele sozusagen”, freut sich Lechner.

Die Chance am Schopf packen

Auch Oliver Wolf ist einer der 9063 Gründer, die im Vorjahr den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt haben. „Ich betreibe seit Juni das EMS Studio Bodystreet”, schildert der Franchisenehmer, der in seinem Studio in der Margaretenstraße Elektro-Muskel-Stimulation-Trainings anbietet. Angst vor der Krise hatte der Jungunternehmer nie: „Gerade der Gesundheitsbereich hat stark an Bedeutung gewonnen - und außerdem fühle ich mich durch meinen Franchisegeber Bodystreet gut unterstützt - auch in schwierigen Zeiten”, schildert Wolf. Größte Motivation, sich selbstständig zu machen, war für ihn die Freiheit. „Ich bin gern mein eigener Chef und wenn etwas schiefgeht, bin ich selbst dafür verantwortlich”, betont er.

Wien behauptet sich als Gründerhauptstadt

Auch ein Blick in die Zahlen zeigt, dass Wiens Gründer sich nicht von der Krise einschüchtern lassen. Im Gegenteil: „Wien behauptet sich auch mitten in der Pandemie als Gründerhauptstadt Österreichs. Fast ein Viertel der neuen Unternehmen werden in Wien gegründet, daraus resultieren eine Wertschöpfung von 3,9 Milliarden Euro und in Summe 44.000 Arbeitsplätze”, freut sich Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer (WK) Wien über die positive Gründerbilanz. „Die Gründungszahlen beweisen einerseits den Optimismus in der Unternehmerschaft, auf der anderen Seite aber auch, dass der Wirtschaftsstandort Wien auch in schwierigen Zeiten mehr als konkurrenzfähig ist”, so Ruck. „Diese Entwicklung wollen wir fortschreiben und verstärken daher unsere Aktivitäten für die Gründerszene. Einen Schwerpunkt legen wir dabei auf Start-ups”, betont er. Wesentlich werde dabei die Zukunftsvereinbarung von Stadt Wien und WK Wien sein, die unter anderem die Stärkung des Wirtschaftsstandorts und Unterstützung von EPU und Startups forcieren wird

Gründerzahlen
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Wiener Gründer werden immer jünger

Die Bundeshauptstadt hat jedoch nicht nur bei den Gründungen die Nase vorne, sondern hat auch die jüngsten Gründer in ganz Österreich. „Der Altersdurchschnitt liegt in Wien bei 36 Jahren, österreichweit bei 38 Jahren. Das freut uns besonders, denn die jungen Unternehmerinnen und Unternehmer von heute sind das Rückgrat der Wirtschaft von morgen. Sie bringen den Innovationsgeist und den Mut, neue Impulse zu setzen, und sichern so auch in Zukunft den Wiener Wirtschaftsstandort”, ergänzt Barbara Havel, Vorsitzende der Jungen Wirtschaft Wien

IT-Bereich gewinnt an Bedeutung

Nach Branchen betrachtet, verzeichnete die Sparte Gewerbe und Handwerk mehr als ein Drittel aller Neugründungen. Mehr als ein Viertel haben in der IT- und dienstleistungslastigen Sparte Information und Consulting gegründet. „Sieht man sich die Verteilung bei den unter 40-Jährigen an, kommt man in dieser Branche in Wien sogar auf fast 30 Prozent”, so Havel.

Wo Licht ist, fällt auch Schatten

Unterdurchschnittlich ist Wien allerdings bei der Überlebensquote: Während bundesweit nach drei Jahren noch 78,6 Prozent der Betriebe existieren, sind es in Wien nur 74,1 Prozent. Zurückzuführen sei das auf den starken Dienstleistungssektor in Wien, in dem wesentlich „kapitalärmer” gegründet werde, was im dritten Jahr oft aufgrund der höheren Sozialversicherungsbeiträge problematisch wird. „Deshalb möchten wir die Beratung in den ersten drei Jahren noch weiter ausbauen und mehr Bewusstsein beim Thema Eigenmittel schaffen”, erklärt Ruck.

Gründerservice als starker Partner für angehende Selbstständige

Wie wichtig kompetente Beratungen für Neugründer sind, zeigt auch die Bilanz im Gründerservice der WK Wien: Im vergangenen Jahr wurden rund 29.000 Gründerberatungen durchgeführt – um zehn Prozent mehr als noch 2020. Hauptanliegen der Gründer waren hier Basisinformationen zum Gründen - wie Rechtsformen, aber auch Fragen zu Steuern und Sozialversicherung.

Netzwerke stärken Betriebe

Essenziell für die Zeit nach der Gründung sind außerdem gute Netzwerke, weiß Barbara Havel. „Kunden gewinnen, Lieferanten finden, Umsätze generieren, frühzeitig zu erkennen, wann eine Kurskorrektur notwendig ist - vor allem am Anfang brauchen Unternehmer viel Unterstützung, um Stolpersteine sicher umgehen zu können. Ein gutes Netzwerk ist dabei das Um und Auf”, schildert sie. „Und genau hier kommt die Junge Wirtschaft Wien ins Spiel. Wir bringen alle unter 40-Jährigen - egal ob Gründer, Jungunternehmer oder erfahrenere Unternehmer - zusammen und schaffen so einen unglaublich wertvollen Wissens- und Erfahrungsaustausch”, betont Havel. Denn: „Am Anfang passieren immer Fehler - aber nicht jeder muss die gleichen Fehler machen.”

Zukunftsvereinbarung
© wkw

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