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Floriani-Tag am 4. Mai: Wiener Rauchfangkehrer geben Tipps zum Brandschutz

Wiener Rauchfangkehrer begehen Florini-Feier zu Ehren ihres Schutzpatrons ­­- Leiner: „Der Hl. Florian schützt vor Feuer, auch die Bevölkerung kann aktiv mithelfen“ – Experten-Tipps zum Brandschutz

Rauchfangkehrer vor der Kirche ihres Schutzpatrons, des Hl. Florians, in Wien 5. Bis zum Neubau 1963, war der Vorgängerbau auch bekannt als die Wiener „Rauchfangkehrerkirche“
© Florian Wieser Rauchfangkehrer vor der Kirche ihres Schutzpatrons, des Hl. Florians, in Wien 5. Bis zum Neubau 1963, war der Vorgängerbau auch bekannt als die Wiener „Rauchfangkehrerkirche“

Der 4. Mai ist der Gedenktag des Hl. Florians, er ist der Schutzpatron der Rauchfangkehrerinnen und Rauchfangkehrer und der Feuerwehrleute. Zwei Tage später, am Freitag, 6. Mai, findet die traditionelle Floriani-Feier der Wiener Rauchfangkehrerinnen und Rauchfangkehrer statt, nachdem die Feier coronabedingt zuletzt zweimal ausgefallen ist. „Wir kommen zusammen, um unserem Schutzpatron Danke zu sagen für unseren Schutz bei der Arbeit und den Schutz der Bevölkerung vor der Feuergefahr“, beschreibt Innungsmeister Christian Leiner die Bedeutung der Veranstaltung. Gemeinsam wird dem Hl. Florian in einem Bitt- und Dank-Gottesdienst gedacht und danach geht es im Festumzug zum geselligen Beisammensein beim Heurigen Fuhrgassl-Huber. Leiner betont aber ausdrücklich, dass der heilige Florian auch die Unterstützung der Bevölkerung braucht, wenn er diese vor Feuer und Rauch beschützen soll. Leiner nennt dazu einige Maßnahmen, mit der die Bevölkerung zu ihrem Schutz vor Feuer und Rauch beitragen kann.

„Da aber nur funktionierende Meldegeräte vor Rauch und Flammen warnen, wäre es sinnvoll, diese Sicherheitseinrichtung im Zuge der jährlich stattfindenden Kehrtermine auf ihre Funktionsfähigkeit zu kontrollieren.“
Christian Leiner

Montage von Brandmeldern in allen Wiener Wohnungen

Als eine wichtige Maßnahme zum Schutz der Bevölkerung empfiehlt Leiner die Montage von Brand-/Rauchmeldern in allen Wiener Wohnungen. Oft werden Zimmerbrände von den Bewohnern so spät bemerkt, dass Verletzte und Tote leider nicht mehr verhindert werden können. Rauch-/Brandmelder bieten durch rechtzeitige Warnung einen wichtigen Schutz. Das gilt vor allem in der Nacht, wenn Brände ausbrechen und die Bewohner bereits schlafen, da man den Rauch im Schlaf nicht riecht! Bisher sind solche Warngeräte nur in einem Teil der Wiener Wohnungen, nämlich in den seit Juli 2008 neu errichteten bzw. im Zuge von Sockelsanierungen umgebauten, vorgeschrieben. Deshalb empfiehlt die Innung der Wiener Rauchfangkehrer die Nachrüstung mit Rauchmeldern in allen älteren Wohnungen. Diese Geräte sind im gut sortierten Elektro-Fachhandel und in Baumärkten erhältlich.

Entfernung von Sperrmüll, Gerümpel und alten Möbeln aus Stiegenhäusern kann für den Brandfall lebensrettend sein

Derzeit sind die Rauchfangkehrer in Wien nur dort, wo Rauchfänge vorhanden sind, beauftragt, regelmäßig Nachschau zu halten, ob die Stiegenhäuser, Gänge, Keller und Dachböden frei von Sperrmüll, alten Möbeln oder sonstigem Brandgefährlichem sind. Ist ein voll geräumtes Stiegenhaus erst einmal verraucht und verqualmt, so ist ein Entkommen, wenn überhaupt, meist nur mehr mit Hilfe der Feuerwehr möglich. Zudem erschweren vorschriftswidrig abgestellte Gegenstände und Lagerungen eine effiziente Brandbekämpfung durch die Feuerwehr und behindern die Rettungskräfte bei der Bergung von Verletzten. Daher möchten die Wiener Rauchfangkehrerinnen und Rauchfangkehrer, künftig auch in den Häusern, in denen sie bisher keinen gesetzlichen Auftrag zur Nachschau haben, die Stiegenhäuser, Keller, Gänge und Dachböden kontrollieren. Dazu müsste die Politik die Gesetzeslage nachjustieren. Die Bevölkerung ist jedenfalls aufgerufen, diese Bereiche des Hauses frei von Gerümpel zu halten.

Rauchfangkehrer sind Teil des immateriellen Kulturerbes der UNESCO

Seit mehr als 580 Jahren überprüfen die Wiener Rauchfangkehrerinnen und Rauchfangkehrer regelmäßig die Feuerstätten, Kamine und Rauchfänge der Wienerinnen und Wiener und tragen damit führend zur Sicherheit der Bevölkerung bei. Zum Selbstverständnis des Berufsstandes gehört auch die Pflege von Traditionen, wie es etwa der Umzug zum Gedenktag des Hl. Florians ist. Deshalb stehen die Rauchfangkehrerinnen und Rauchfangkehrer nun auch seit 2019 im Weltkulturerbe-Katalog der UNESCO. Das Hochhalten althergebrachter Bräuche, wie Umzüge in traditionellen Uniformen und das Mitführen der historischen Innungsfahnen, sowie die althergebrachten handwerklichen Tätigkeiten des Kehrens, Beschliefens* und Patschokierens*, waren ausschlaggebend für die Aufnahme in den Weltkulturerbe-Katalog (*beschliefen ist das Durchsteigen und Kehren von besteigbaren Rauchfängen, patschokieren ist das Belehmen von schliefbaren Rauchfängen und Selchen).


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