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Fairer Wettbewerb sieht anders aus

Vor den Toren Wiens wurde ein Amazon-Verteilzentrum eröffnet. Damit rückt der Digitalgigant näher an Wien heran und der stationäre Einzelhandel gerät weiter unter Druck, betont Handelsobmann Rainer Trefelik.

Rainer Trefelik
© Gerry Frank

In Eibesbrunn, zehn Kilometer vor Wien, wurde vergangene Woche ein Amazon-Verteilzentrum eröffnet. „Der nächste logische Schritt für Amazon sind dann kleine Micro-Hubs direkt in der Stadt”, befürchtet Rainer Trefelik, Obmann der Sparte Handel der Wirtschaftskammer Wien. Für viele Einzelhändler wäre das das Ende, ist er überzeugt. Wenn der globale Internetriese Amazon den stationären Handel aus der Stadt verdrängt, veröde Wien und ein rein Internet-basiertes Angebot bleibe übrig. „Wollen wir wirklich unsere kleinen, heimischen Handelsunternehmen ausbooten?”, fragt Trefelik. Immerhin seien sie es, die die Grätzel beleben und die Nahversorgung stärken.

Wer hier wirbt oder verkauft, soll auch hier seine Steuern zahlen.”
Rainer Trefelik, Handelsobmann

„Der entscheidende Punkt ist die Ungleichbehandlung in Steuerfragen von international agierenden Internetkonzernen im Vergleich zum stationären Handel”, ärgert sich Trefelik. Online könne rund um die Uhr geshoppt werden, da stünden die streng geregelten Öffnungszeiten entgegen. „Das ist das Ende des fairen Wettbewerbs, wenn heimische Betriebe unter diesen Umständen doppelt so hohe Steuern wie Digitalgiganten wie Amazon zahlen.” Die Steuerungerechtigkeit liegt ganz klar auf der Hand, betont Trefelik: Ausländische Anbieter müssen zwar, wenn die grenzüberschreitenden Umsätze die Versandhandelsschwelle von 35.000 Euro übersteigen, die Waren mit österreichischer Umsatzsteuer in Rechnung stellen und diese in Österreich abführen. Ertragsteuerlich werden jedoch die Gewinne aus diesen Umsätzen in den Ländern besteuert, wo die Firmen ihren Sitz haben. Das ist vielfach in Niedrigsteuerländern.

Es müsse vermehrt ins Bewusstsein gerückt werden, dass der regionale Einkauf die Kaufkraft am Standort stärkt. Aus diesem Grund setzt sich die Wirtschaftskammer Wien für die steuerliche Angleichung der internationalen Internetriesen an den stationären Handel ein.

„Globale agierende Internetplattformen, die in Österreich werben oder verkaufen, sollen hier auch all ihre Steuern zahlen müssen”, bekräftigt Trefelik seine Forderung nach einer Gleichbehandlung und nach der Sicherung eines fairen Wettbewerbs. 

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