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Fachkräftemangel: Ältere sind wichtiger Teil der Lösung

Warum Betriebe bei der Sicherung von Arbeitskräften auf die Altersgruppe 55plus setzen sollten und welche Begleitmaßnahmen dafür essenziell sind.

Ulrike Famira-Mühlberger, stv. Leiterin WIFO
© AlexanderMueller Ulrike Famira-Mühlberger, stv. Leiterin WIFO

Nicht nur die Corona-Pandemie hat den Arbeitsmarkt auf den Kopf gestellt, bereits vor der Krise hatte sich ein starker Wandel abgezeichnet. Nicht zuletzt aufgrund des demographischen Wandels stehen viele Unternehmen vor großen Herausforderungen - denn qualifizierte Arbeitskräfte werden noch stärker zur Mangelware. Wifo-Arbeitsmarktexpertin Ulrike Famira-Mühlberger über die wichtigsten Schritte, die Betriebe setzen können, um nachhaltig Fachkräfte zu sichern.

„Eine gute Mischung zwischen Jung und Alt bringt viele Vorteile für Betriebe.”
Ulrike Famira-Mühlberger, stv. Leiterin WIFO
  1. Gute Mischung aus Alt und Jung
    „Die empirische Forschung zeigt, dass ältere Arbeitskräfte genauso produktiv sind wie jüngere, wenn sie in gemischten Teams - also mit jüngeren zusammenarbeiten”, sagt die Stellvertretende Wifo-Leiterin und Arbeitsmarktexpertin Ulrike Famira-Mühlberger. Gleichzeitig ist die Generation 55 Plus aber jene, die wieder schwer einen Arbeitsplatz findet, wenn sie arbeitslos ist. „Wichtig ist es, diese Gruppe wieder im Arbeitsmarkt zu integrieren”, betont sie. Profitieren können dadurch auch die jüngeren Arbeitskräfte im Unternehmen, da sie aus der Erfahrung und dem Wissen der Älteren schöpfen können. „Eine gute Mischung und ein Austausch zwischen Alt und Jung bringt viele Vorteile für Betriebe.”
  2. Betriebliche Gesundheitsförderung stärken
    „Um die ältere Generation so lange wie möglich in Beschäftigung zu halten, ist es essenziell, dass Betriebe das Thema gesundheitliche Prävention aufgreifen”, sagt Famira-Mühlberger, die betont, dass Arbeitslose aus der Babyboomer- Generation oft aufgrund gesundheitlicher Probleme schwerer vermittelbar sind. Damit es gar nicht so weit kommt, empfiehlt Famira-Mühlberger Betrieben, früh genug Maßnahmen zu setzen.
  3. Digitale Kompetenzen ausbauen
    Die fortschreitende Digitalisierung hat für viele Personen den Arbeitsalltag radikal geändert, was vor allem die ältere Generation vor Herausforderungen stellt. „Es lohnt sich, in die digitalen Kompetenzen der Mitarbeiter zu investieren und langfristig Know-how in diesem Bereich aufzubauen”, sagt Famira-Mühlberger, die betont, dass vor allem mit steigendem Alter der Mitarbeiter auch die Arbeitsabläufe und Struktur im Unternehmen angepasst werden sollte. „Man muss es schaffen, dass die Personen bis zur Pension im Arbeitsmarkt bzw. im Betrieb bleiben können und in den letzten Jahren Jobs innehaben, die sie auch wirklich machen können - also weg von körperlich anstrengenden Jobs.” Damit das gelingen kann, sind permanente Weiterbildungsmöglichkeiten im Betrieb essenziell.
  4. Familienfreundlichere Strukturen schaffen
    Neben der stärkeren Einbeziehung der älteren Generation, muss auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein zentraler Punkt bei der Gestaltung der Arbeitsorganisation sein. „Wichtig ist, dass Familienfreundlichkeit auch für Männer ein Thema werden muss, damit sich dementsprechend mehr Frauen wieder am Arbeitsmarkt beteiligen können”, erklärt die Expertin.
  5. Mindset ändern und Karrierechancen erhöhen
    „Aktuell gelten Arbeitskräfte ab 50 Jahren als alt und sind am Arbeitsmarkt weniger begehrt. Das geht komplett an der Realität vorbei”, erklärt Famira-Mühlberger. Denn: „Mit 50 Jahren haben die meisten noch zehn bis 15 Jahre bis zur Pension. Gleichzeitig fallen in diesem Alter die Kinderbetreuungspflichten nach und nach weg. Gerade in diesem Alter eröffnet sich für viele die Möglichkeit, sich wieder stärker beruflich zu engagieren - diese Chance muss man seinen Mitarbeitern aber geben, so können auch Unternehmen davon profitieren.”


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