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Expatriates bereichern unsere Stadt

Sie kommen von allen Kontinenten, um in Wien zu arbeiten, sind gut ausgebildet und schließen Fachkräfte-Lücken in Wiener Betrieben: Expats stehen bei der Wirtschaft in Wien hoch im Kurs. Und das wird auch so bleiben.

Akanksha Babbar, Expat-Beraterin Wirtschaftsagentur
© Karin Hackl Akanksha Babbar, Expat-Beraterin Wirtschaftsagentur

Wenn qualifizierte Fachkräfte im Ausland arbeiten wollen, besteht oftmals die Möglichkeit, dies innerhalb des Konzerns zu tun, für den sie ohnehin bereits arbeiten. Im Zuge einer mehrmonatigen Auslandsentsendung können sie unter Beibehaltung des gewohnten Arbeitgebers an einem anderen, internationalen Standort ihr Können beweisen.

Auf diese Weise kam auch Mert Evlek, Datenanalyst bei Siemens Mobility, nach Wien. Der gebürtige Türke wechselte im Juli 2021 beruflich in die österreichische Bundeshauptstadt und verlegte gemeinsam mit seiner Frau damit auch seinen Lebensmittelpunkt. Österreich hatte er bis dahin nur von Urlauben gekannt. Von seinem Arbeitgeber erhielt er einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Gleich nach seiner Ankunft in Wien bewarb er sich für die Rot-Weiß-Rot-Karte. Geholfen wurde ihm dabei vom Expat Center der Wirtschaftsagentur Wien. Die notwendigen Dokumente waren schnell eingereicht, die Karte bald ausgestellt. 

Der persönliche Kontakt im Expat Center war als Unterstützung für den Online-Antrag sehr wichtig.
Mert Evlek, Datenanalyst bei Siemens Mobility

Heute, ein Jahr später, finden sich der studierte IT-Spezialist und seine Ehefrau in Wien sehr gut zurecht und empfinden sowohl das Leben als auch die Arbeit in Wien als sehr angenehm, wie er erzählt.

Mert Evelk, Expat bei Siemens Mobility in Wien
© Florian Wieser Mert Evelk, Expat bei Siemens Mobility in Wien

Auch Jelena Kostic lebt und arbeitet seit einigen Jahren in Österreich - dies allerdings aufgrund anderer Umstände als Evlek. Die studierte Betriebswissenschafterin kam bereits 2016 aus Niš in Serbien nach Wien, um einen weiteren Studiengang zu absolvieren. „In Serbien war ich unzufrieden. Ich habe nach Weiterentwicklung gesucht”, erklärt Kostic. Mittlerweile hat sie das Studium der Kultur- und Sozialanthropologie an der Uni Wien fast abgeschlossen.
Seit 2019 ist sie für die FRC Consulting Steuerberatung tätig, in der sie hauptsächlich für Buchhaltung und Lohnverrechnung zuständig ist. Noch diesen Sommer möchte sie die Rot-Weiß-Rot-Karte beantragen, um auch nach dem Abschluss ihres Studiums weiterhin in Österreich arbeiten zu können. Auch sie hat sich dafür an das Expat Center gewendet und war mit der Beratung vor Ort sehr zufrieden.

In Österreich findet sich Kostic mittlerweile sehr gut zurecht, sie spricht fließend Deutsch. In Wien möchte sie noch viele Jahre bleiben.

Unterstützung beim Ankommen

Vor allem am Beginn haben es Expats in Österreich schwer - das Aufenthaltsrecht ist kompliziert, andere behördliche Gebote ebenso. In Wien finden sie seit elf Jahren Unterstützung im Expat Center. Vor einem Jahr eröffnete die Stadt Wien (MA 35) gemeinsam mit der Wirtschaftsagentur Wien und in Kooperation mit dem AMS Wien zudem das Business Immigration Office - es dient Personen aus Drittstaaten, die in Österreich einer Erwerbstätigkeit nachgehen wollen, mittlerweile als erste Anlaufstelle. Akanksha Babbar arbeitet als Beraterin der Wirtschaftsagentur Wien im Business Immigration Office und kennt die Probleme der Expats genau: „Alles steht und fällt mit dem Aufenthaltsrecht. Es gibt viele unterschiedliche Aufenthaltstitel, wir helfen den Expats, sich hier gut zurechtzufinden”, sagt Babbar. Hinzu kommen auch Themen wie die Suche nach einer passenden Wohnung, die Anmeldung des Wohnsitzes, die Rundfunkgebühr und viele andere, für Ausländer unbekannte bürokratische Details. „Auch die Erfahrungen anderer Expats sind für Neuankömmlinge sehr wichtig. Unser Expat Club ist ein guter Rahmen für diesen Austausch”, so die Expertin.

Gut ausgebildete Fachkräfte

Am häufigsten hat Babbar mit Expats aus den USA zu tun, gefolgt von Briten, Russen, Türken und Indern. Vor allem geht es um Fach- und Führungskräfte aus der IT oder der Forschung, aber auch um handwerkliche Berufe wie Tischler und Installateure sowie Pflegekräfte und Techniker. In der Regel haben die Expats einen Uni-Abschluss oder eine andere hohe Fachqualifikation. Viele werden von Wiener Betrieben in Mangelberufen über die Rot-Weiß-Rot-Karte nach Österreich geholt und haben eine konkrete Jobzusage in der Tasche. Häufig sind aber auch konzerninterne Entsendungen mit dem Ziel, Wissen von der ausländischen Muttergesellschaft zur Wiener Tochtergesellschaft zu transferieren, berichtet Babbar. Zu tun hat sie daher nicht nur mit Expats selbst, sondern oft auch mit den Personalabteilungen der Konzerne, die bei ihr Rat suchen. „Ich versuche dann zu erklären, was ein Visum und was ein Aufenthaltstitel ist, welche Dokumente gebraucht werden, wie die Verfahren ablaufen”, berichtet Babbar, deren Eltern vor mehr als 30 Jahren von Indien beruflich nach Wien gekommen sind.

Dass Expats dauerhaft bleiben, ist laut Babbar nichts Ungewöhnliches. Die Aufenthaltsdauer reicht von projektbezogenen Einsätzen über wenige Monate bis zur kompletten Verlegung des beruflichen und familiären Lebensmittelpunkts auf Lebenszeit. Wer seine Familie mitnimmt oder nachholt, steht vor einigen schwierigen Entscheidungen. „Da muss man sich auch um den Schulplatz, Haustiere und vieles mehr kümmern”, weiß Babbar.

Expats sieht Babbar in Zukunft noch stärker gefragt als bisher.

Wir spüren, dass durch die Corona-Pandemie die Nachfrage nach internationalen Fachkräften sehr stark zugenommen hat. In vielen Berufen gibt es im Inland einfach nicht genug Angebot. Außerdem sind viele interessiert, sich international auszutauschen. Und viele Konzerne legen Wert darauf, mit Expats die Diversität ihrer Teams zu stärken, Netzwerke auszubauen und Arbeitsweisen zu verbreitern.
Akanksha Babbar, Beraterin der Wirtschaftsagentur Wien

Wien ist international attraktiv

Mit dem Leben und Arbeiten in Wien zeigen sich fast alle Expats sehr zufrieden, ergab eine Befragung der Wirtschaftsagentur Wien unter den von ihr beratenen Expats vor der Corona-Pandemie. Demnach bewerten 94 Prozent der Befragten Wien als international attraktiv, 89 Prozent würden Wien als Expat-Ziel weiterempfehlen. Besonders geschätzt werden in Wien die Sicherheit und Sauberkeit der Stadt, gefolgt vom Kultur- und Freizeitangebot und der geografischen Lage.

Gute Noten vergaben Expats auch für die Lebensqualität in Österreich bei der aktuellen InterNations-Studie, bei der rund 12.000 Expats weltweit befragt wurden. Eher schlecht bewertet wurde Österreich allerdings in der Kategorie Eingewöhnung. Bei dieser Studie werden Länder verglichen, nicht Städte. Für Wien liegen daher keine eigenen Werte vor.

Expats auf einen Blick:

Die Hard Facts

Expats (Expatriates) sind Fach- und Führungskräfte aus dem Ausland. Sie sind meist in international tätigen Unternehmen oder Organisationen angestellt - zum Beispiel als Auslandsentsendung innerhalb eines Konzerns - oder werden als Fachkräfte in einem Mangelberuf geholt. Großteils bekommen sie befristete Verträge für ihren Auslandsaufenthalt, manchmal auch unbefristete. Konzerne nutzen Expats häufig zum Know-how-Transfer, andere Betriebe nutzen sie zur Deckung ihres Fachkräftebedarfs.

Anlaufstellen

Business Immigration Office: Gemeinsame Einrichtung von MA 35 und Wirtschaftsagentur Wien in Kooperation mit dem AMS Wien. Fokus: Bearbeitung von Anträgen auf Erteilung eines Aufenthaltstitels und Beratung zum Aufenthalts- und Beschäftigungsrecht in Wien. Expat Center: Einrichtung der Wirtschaftsagentur Wien zur Beratung in Fragen, die darüber hinaus gehen, wie Wohnungssuche, Wohnsitzanmeldung, Schulanmeldung etc.

Die Rot-Weiß-Rot Karte

Qualifizierte Fachkräfte aus Drittstaaten können die Karte beantragen, wenn sie länger als sechs Monate in Österreich bleiben wollen. Sie ist die Berechtigung für eine befristete Beschäftigung bei einem bestimmten Arbeitgeber und eine Wohngenehmigung für Österreich. Die Karte wird für 24 Monate ausgestellt. Es muss einen gesicherten Lebensunterhalt geben. Angehörige können die Rot-Weiß-Rot-Karte plus beantragen. 

BU1: Im Bild: Mert Evelk, Expat bei Siemens Mobility in Wien  Fotocredit: Florian Wieser

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