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Entschädigung für Verdienstentgang bei Corona-Quarantäne

Sowohl Unternehmer als auch Mitarbeiter haben nach behördlich angeordneter Quarantäne Anspruch auf Entschädigung ihres Verdienstentgangs durch den Bund. Das Prozedere:

Geld
© moodboard/Corbis

Entschädigung von Mitarbeitern in angeordneter Quarantäne

Wenn Mitarbeiter behördlich unter Quarantäne gestellt werden, weil sie entweder selbst mit Corona infiziert sind oder enge Kontaktpersonen von Infizierten waren, so erlässt die Behörde (in Wien MA 15 Gesundheitsdienst) einen sogenannten Absonderungsbescheid. Der Arbeitgeber muss dem Mitarbeiter das Entgelt so lange in vollem Ausmaß weiterzahlen, bis die Quarantäne beendet ist und der Mitarbeiter den Dienst wieder antreten kann. Grundlage dafür ist das Epidemiegesetz. Der Arbeitgeber hat danach aber einen Anspruch auf die Rückerstattung des fortbezahlten Lohns inklusive Dienstgeberanteil zur gesetzlichen Sozialversicherung durch den Bund. Er muss dafür binnen drei Monaten nach Ende der Quarantäne einen Antrag auf Erstattung des weitergezahlten Entgelts stellen - an jene Bezirksverwaltungsbehörde, die den Absonderungsbescheid erlassen hat.

Dafür genügt ein formloses Schreiben mit folgendem Inhalt:

  • Betreff: „Antrag auf Vergütung des Verdienstentgangs gem. § 32 Epidemiegesetz”,
  • Firmenname, Kontoverbindung,
  • Name des Arbeitnehmers,
  • Zeitpunkt seiner Absonderung samt
    Bescheid über die Anordnung,
  • Zeitpunkt der Aufhebung der Absonderung samt Bescheid darüber,
  • Nachweis der Entgeltfortzahlung durch an den Arbeitnehmer (z.B. Lohnzettel, Überweisungsbeleg etc.).

Wenn sich ein Arbeitnehmer freiwillig in Quarantäne begibt, ohne dass der Verdacht einer Infektion besteht (z.B. als Kontaktperson II, siehe rechts), hat er keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Es empfiehlt sich in diesem Fall, mit ihm den Abbau von Urlaub oder Zeitguthaben zu vereinbaren.

Entschädigung von Unternehmern in angeordneter Quarantäne

Unternehmer in behördlich angeordneter Quarantäne haben Anspruch auf Erstattung ihres Verdienstentgangs. Für die Berechnung stellt das Gesundheitsministerium online ein Excel-Tool zur Verfügung. Dieses muss ausgefüllt dem Antrag auf Entschädigung (Inhalt siehe Pkt. 1, Angaben bezogen auf den Unternehmer, ohne Nachweis Entgeltfortzahlung) beigelegt werden - ausgedruckt oder bei Antragstellung per Mail als pdf. Das Excel-Tool umfasst neun Tabellenblätter und sowie umfangreiche Erklärungen zum Ausfüllen. Ein Bilanzbuchhalter, Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer muss die Richtigkeit der Berechnung bestätigen. Die Kosten, die sie im Zusammenhang mit der Antragstellung in Rechnung stellen, können vom Antragsteller direkt im Excel-Tool geltend gemacht werden (bis maximal 1000 Euro). 

Tipp!
Am besten auch gleich das Excel-Tool von Bilanzbuchhalter, Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer ausfüllen lassen!

So kommen Sie zur Verdienstentgang-Entschädigung

A) Mitarbeiter ist in Quarantäne

  1. Arbeitgeber zahlt Entgelt weiter für die Dauer der angeordneten Quarantäne.
  2. Binnen 3 Monaten nach Ende der Quarantäne Antrag auf Rückerstattung an die Bezirksbehörde, die die Absonderung angeordnet hat.
  3. Rückerstattung des bezahlten Entgelts an den Arbeitgeber. 

B) Unternehmer ist in Quarantäne

  1. Ausfüllen des Excel-Sheets für Berechnung Verdienstentgang (selbst oder durch Buchhalter/Steuerberater).
  2. Bestätigung der Berechnungen durch Bilanzbuchhalter/Steuerberater/Wirtschaftsprüfer.
  3. Rückerstattungsantrag plus ausgefülltes Excel-Sheet an die Bezirksbehörde, die die Absonderung angeordnet hat.Auszahlung erfolgt.


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