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Einfache Buchhaltung mit pauschalierten Betriebsausgaben

Kleine Unternehmen aus bestimmten Branchen, die nicht zur Buchführung verpflichtet sind, können gewisse Betriebsausgaben nach Durchschnittssätzen ermitteln. Neben Steuerern erspart dies auch bürokratischen Aufwand. 

© wkw

Die Möglichkeit, Betriebsausgaben zu pauschalieren, besteht grundsätzlich für nicht-buchführende Kleinunternehmen bestimmter Gewerbezweige. Nichtbuchführungspflichtig sind jene Gewerbetreibenden, die die relevante Umsatzgrenze von 700.000 Euro in zwei aufeinander folgenden Kalenderjahren beziehungsweise eine Million Euro in einem Jahr nicht überschreiten. Wird der Gewinn auch nicht freiwillig durch doppelte Buchhaltung ermittelt, haben sie die Steuer nach „vereinnahmten Entgelten” zu berechnen. Kapitalgesellschaften und Personengesellschaften ohne natürliche Person als Vollhafter ( Ges.m.b.H. & Co KG) sind immer zur Gewinnermittlung durch doppelte Buchhaltung verpflichtet. Diese Gesellschaften haben die Umsatzsteuer nach „vereinbarten Entgelten” zu versteuern und sind nicht zur Pauschalierung berechtigt.Die Höhe der Betriebsausgabenpauschale ist je nach Gewerbezweig unterschiedlich und liegt zwischen 5,2 Prozent (Fleischer) und 20,7 Prozent (Münzreinigungsbetriebe) vom Umsatz (siehe Kasten unten). Für Bäcker beträgt sie beispielsweise 11,5 Prozent, für Damenkleidermacher 8,9 Prozent und für Fotografen 14,4 Prozent.

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© kosmos111 / Shutterstock


Für die Inanspruchnahme der Pauschalierung sind folgende Voraussetzungen zwingend zu erfüllen:

  • Der Gewerbetreibende ist einem der unten angeführten Gewerbezweige zuzuordnen.

  • Der Gewerbetreibende führt weder ordnungsgemäße Bücher noch Aufzeichnungen, die eine ordentliche Gewinnermittlung ermöglichen.

  • Die Berechnung der Umsatzsteuer nach „vereinnahmten Entgelten” muss gestattet sein.

  • Es ist ein Wareneingangsbuch zu führen, in das alle Waren, Rohstoffe, Halberzeugnisse, Hilfsstoffe und Zutaten einzutragen sind, die der Unternehmer üblicherweise zur Weiterveräußerung erwirbt.

  • Die neben den pauschalierten Betriebsausgaben abzugsfähigen Aufwendungen müssen ordnungsgemäß aufgezeichnet werden.


Zusätzliche Betriebsausgabengeltend machen

Neben den mittels Durchschnittssätzen berechneten ab pauschalierten Betriebsausgaben können zusätzlich folgende Posten als Betriebsausgaben berücksichtigt werden:

  • Wareneingang an Rohstoffen, Halberzeugnissen, Hilfsstoffen und Zutaten laut Wareneingangsbuch,

  • Lohnaufwand laut Lohnkonto (inklusive Lohnnebenkosten),

  • Fremdlöhne, soweit diese in die gewerbliche Leistung eingehen,

  • ordentliche Absetzung für Abnutzung laut Anlagenverzeichnis, allenfalls der Restbuchwert bei Verkauf, Tausch oder Entnahme,

  • Anschaffungs- oder Herstellungskosten geringwertiger Wirtschaftsgüter,

  • steuerfreier Betrag nach § 12 Abs. 7 und 8 Einkommensteuergesetz 1988 laut Verzeichnis (= Übertragungsrücklage),

  • steuerfreier Betrag nach § 14 Abs. 6 Einkommensteuergesetz 1988 laut Verzeichnis (= Pensionsrückstellung),

  • Ausgaben für Miete oder Pacht, Energie, Beheizung, Post und Telefon laut Zahlungsbelegen,

  • Bei Gewinnermittlung mittels Bruttosystem: Abgeführte Umsatzsteuer abzüglich Umsatzsteuer vom Eigenverbrauch und Umsatzsteuer (Vorsteuer) für aktivierungspflichtige Aufwendungen laut Zahlungsbelegen,

  • Beiträge zur Pflichtversicherung in der gesetzlichen Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung sowie in der Selbstständigenvorsorge.
  • Seit dem Veranlagungsjahr 2010 können unter dem Titel „Gewinnfreibetrag” 13 Prozent des Jahresgewinns, aber maximal 3900 Euro, geltend gemacht werden. Ein investitionsbedingter Freibetrag über den Grundfreibetrag hinaus ist im Rahmen der Pauschalierung für nichtbuchführende Gewerbetreibende nicht möglich.

    pauschalsätze
    © wkw

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