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Dosiertes Corona-Bremsmanöver

Seit Dienstag gelten wieder strengere Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Anders als beim Lockdown im Frühjahr dürfen nun aber die meisten Branchen weiterarbeiten. Das begünstigt das beginnende Wirtschaftswachstum.

Seit Dienstag gelten wieder strengere Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Anders als beim Lockdown im Frühjahr dürfen nun aber die meisten Branchen weiterarbeiten. Das begünstigt das beginnende Wirtschaftswachstum.
© Syda Productions/Shutterstock Seit Dienstag gelten wieder strengere Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Anders als beim Lockdown im Frühjahr dürfen nun aber die meisten Branchen weiterarbeiten. Das begünstigt das beginnende Wirtschaftswachstum.

Im Schatten des Terroranschlags von Montagabend in der Wiener Innenstadt sind am Dienstag die neuen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus in Kraft getreten. Wie sehr sie den beginnenden Aufschwung bremsen werden, ist noch nicht klar. Fest steht: In den Sommermonaten ging es mit der Konjunktur bereits steil bergauf, die Wirtschaft ist gegenüber dem Vorquartal um 11,1 Prozent gewachsen, so das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo. Reißt der Aufschwung nun ab?

Weniger Branchen betroffen als im Frühjahr
Wifo-Konjunkturexperte Josef Baumgartner
© Alexander Müller Wifo-Konjunkturexperte Josef Baumgartner

„Ja, wir erwarten, dass der Aufschwung durch den Lockdown abreißt, aber der Einbruch dürfte nicht so stark ausfallen wie im Frühjahr, da weniger Branchen betroffen sind und Kindergärten und Schulen offen bleiben”, sagt Wifo-Konjunkturexperte Josef Baumgartner. Besonders hart trifft es allerdings erneut die Gastronomie, die Hotellerie und die Veranstaltungsbranche. Doch auch hier gibt es Unterschiede zum Frühjahr: So ist etwa bei der Gastronomie nun von Beginn an klar, dass Speisen weiterhin abgeholt und geliefert werden dürfen. Viele Betriebe bauen dabei auf funktionierende Strukturen auf, die sie im Frühjahr eingerichtet haben.

„Wie das Jahr wirtschaftlich endet, hängt davon ab, wie sehr nun die Corona-Zahlen zurückgehen.”
Josef Baumgartner, Wifo-Experte

Ähnlich sieht es bei den Veranstaltern aus: Wo es ging, wurden Events in die Online-Welt verlagert und können stattfinden. Zu vielen Absagen und schmerzlichen Einschnitten kommt es hier allerdings dennoch, etwa bei Theatern und Kinos, wo Betretungsverbote das Geschäft komplett stilllegen. In der Hotellerie bleiben Geschäftsreisen weiterhin erlaubt; für eine positive Bilanz sind diese allerdings bei weitem zu wenig.

Die Verhandlungen über das Hilfspaket laufen noch

Die Bundesregierung hat daher weitere Hilfsmaßnahmen für jene Branchen angekündigt, die jetzt ein weiteres Mal massiv betroffen sind. Die Verhandlungen mit der Wirtschaftskammer laufen noch, Details sind daher noch offen. In den allermeisten anderen Branchen läuft die Arbeit indes praktisch unverändert weiter. Denn anders als im Frühjahr bleibt der gesamte Einzelhandel offen, auch Friseure, Masseure, Kosmetiker und viele andere sind von der neuesten Verordnung nicht betroffen. Damit ist es wahrscheinlich, dass die bisherigen Konjunkturprognosen der Wirtschaftsforscher für das heurige Wachstum nicht dramatisch revidiert werden müssen.

Zuletzt war das Wifo von einem Leistungsrückgang von 6,8 Prozent ausgegangen - unter der Annahme, dass es zu keinem zweiten Komplett-Lockdown kommt. Die Wirtschaftsforscher haben sich allerdings auch angesehen, was ein nochmaliges, umfassendes Herunterfahren der Wirtschaft für einen Zeitraum von zehn Wochen bedeuten würde. In diesem pessimistischeren Szenario würde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) heuer um 9,3 Prozent sinken und 2021 mit einem zarten Wachstum von 0,4 Prozent auf niedrigem Niveau beinahe stagnieren. Ganz so schlimm dürfte es nun nicht kommen, weil die neuesten Maßnahmen vergleichsweise wenige Branchen betreffen und derzeit nur auf vier Wochen angesetzt sind.

Einen spürbaren Bremseffekt auf die heimische Wirtschaft werde es aber geben, wie Baumgartner sagt: „Es ist eine Entwicklung zwischen den beiden Varianten zu erwarten. Wo genau sie liegen wird, hängt hauptsächlich davon ab, wie gut die Maßnahmen die Infektionen eindämmen und damit, ob es ab Anfang Dezember wieder zu einer Lockerung kommen kann.” Mitte November will die Bundesregierung die Lage neu bewerten und entscheiden. Wie das heurige Jahr wirtschaftlich ausgehen wird, hängt außerdem von den Staatshilfen ab. Eine Hürde dabei ist das EU-Wettbewerbsrecht: Seit Wochen verhandelt das Finanzministerium mit der EU-Kommission über mehr Spielraum, um die zweite Phase des Fixkostenzuschusses starten zu können - bisher vergeblich. Das EU-Recht könnte sich auch bei den nun angekündigten Hilfen als enges Korsett erweisen.

Die Arbeitslosigkeit steigt

Greifen die Hilfen nicht, gilt ein weiterer Anstieg der Arbeitslosigkeit in Österreich als sicher:

  • Mit Ende Oktober waren in Österreich rund 424.000 Menschen auf Jobsuche,
  • 166.000 davon in Wien.
  • In Wien entspricht das einem Plus von fast 22 Prozent im Jahresvergleich.
  • In der Wiener Hotellerie und Gastronomie war der Anstieg mit + 51 Prozent am höchsten.

Beiden Branchen dürfte das angepasste Kurzarbeitsmodell nun relativ durch die kommenden Wochen helfen. Denn die Wiener Stadthotellerie leidet bereits seit Monaten unter einer desaströsen Auftragslage, die so schlecht ist, dass sogar eine nur 30-prozentige Beschäftigung der Mitarbeiter vielfach schwierig ist. Derzeit steigt die Arbeitslosigkeit österreichweit auch wieder saisonbedingt.


Achtung!

Das gilt jetzt für Betriebe

  • Allgemeine Regeln
    Ein-Meter-Mindestabstand zu haushaltsfremden Personen; in geschlossenen öffentlichen Räumen zusätzlich Maskenpflicht. Ein Plexiglas-Visier reicht nicht.
  • Gastronomie
    In öffentlichen Lokalen dürfen keine Speisen und Getränke konsumiert werden. Abholservice ist zwischen 6 und 20 Uhr erlaubt, Lieferservice rund um die Uhr. Bei der Abholung dürfen Kunden das Lokal betreten - mit Maske und Abstand.Betriebskantinen dürfen offenhalten.
  • Hotels und Pensionen:
    Touristen-Betrieb ist untersagt, wobei bereits untergebrachte Gäste nicht vorzeitig abreisen müssen. Geschäftsreisen sind erlaubt, auch Internat-, Studentenheim-, Kurbetrieb etc. ist möglich.
  • Freizeiteinrichtungen
    Der gesamte Kundenverkehr ist untersagt. Das betrifft Tanzschulen ebenso wie Fitnessstudios, Theater, Museen, Indoorspielplätze, Hallenbäder, Wett-büros, Bordelle und Vergnügungsparks.
  • Veranstaltungen:
    Sie sind grundsätzlich untersagt und betreffen z.B. alle Kultur- und Sportveranstaltungen, Hochzeits- und Geburtstagsfeiern, Filmvorführungen, Fahrten mit Reisebussen oder Ausflugsschiffen zu touristischen Zwecken, Ausstellungen, Kongresse, Fach- und Publikumsmessen und Gelegenheitsmärkte. Es gibt eine Reihe an Ausnahmen, etwa den Spitzensport, die Religionsausübung, notwendige berufliche Zusammenkünfte, Demonstrationen, Veranstaltungen im privaten Wohnbereich sowie Zusammenkünfte von maximal sechs Personen, wobei diese nur aus zwei verschiedenen Haushalten stammen dürfen.
  • Kundenbereiche in Betrieben
    Betriebsstätten dürfen grundsätzlich betreten werden - daher können der Einzelhandel ebenso wie Friseure, Kosmetiker, Masseure etc., aber auch Handwerker wie Tischler oder Kleidermacher, die
    einen Kundenbereich haben, offenhalten. Pro Kunde müssen mindestens zehn Quadratmeter Fläche zur Verfügung stellen, Kunden müssen Masken tragen und Abstand halten. Das Personal braucht eine Maske, wenn es nicht z.B. durch eine Glaswand abgeschirmt ist.
  • Sicherheit am Arbeitsplatz
    Generell gilt ein Ein-Meter-Mindestabstand. Kann dieser nicht eingehalten werden, müssen Masken oder andere Vorrichtungen wie Trennwände oder feste Teams das Verbreitungsrisiko minimieren. Wenn keine Maskenpflicht gesetzlich vorgeschrieben ist, kann sie zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart werden.
  • Nächtliche Ausgangssperre
    Zwischen 20 Uhr abends und 6 Uhr früh darf man den privaten Wohnbereich grundsätzlich nicht mehr verlassen. Es gibt einige Ausnahmen, wie z.B. Hilfeleistungen, Gefahrenabwendung, berufliche Gründe oder die körperliche oder psychische Erholung.


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