th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home
news.wko.at

Diese sechs Kennzahlen sollten KMUs im Auge behalten

UnternehmensberaterInnen der Wiener Fachgruppe UBIT geben Tipps für KMUs

Jungunternehmer
© wkw

„Die Macht der Unternehmenskennzahlen ist auch bei kleinen und mittleren Unternehmen gewaltig und daher nicht zu unterschätzen“, sagt Mag. Martin Puaschitz, Obmann Fachgruppe UBIT in der WKW. Die UnternehmensberaterInnen der Wiener Fachgruppe UBIT empfehlen den KMUs daher ihre Kennzahlen immer im Auge zu behalten. Mag. Claudia M Strohmaier, Berufsgruppensprecherin Unternehmensberatung in der UBIT Wien, hat zusammengefasst, auf welche Alarmsignale KMUs bei sechs der wichtigsten Kennzahlen achten sollten und welche einfachen Maßnahmen bereits spürbare Verbesserungen bringen können.

  1. Cashflow 
    Der Cashflow ist ein guter Indikator für die finanzielle Gesundheit eines Unternehmens. Er gibt an, inwieweit sich ein Unternehmen selbst finanzieren kann. Diese Kennzahl bildet den Strom der gesamten finanziellen Mittel ab und errechnet sich aus der Differenz zwischen Einzahlungen und Auszahlungen. „Um einen Rückgang des Cashflows zu vermeiden, könnten als erste Maßnahmen kürzere Zahlungsziele mit den Kunden vereinbart werden. In Produktionsbetrieben sollte zudem eine Überproduktion vermieden werden, weil das Kapital bindet“, rät Unternehmensberaterin Mag. Claudia M Strohmaier.
  2. Eigenkapitalquote
    Ab welchem Wert bei den kreditgebenden Banken die Alarmglocken schrillen, hängt unter anderem davon ab, in welcher Branche ein Unternehmen tätig ist. Eine Eigenkapitalquote von weniger als 8 % gilt als absolutes Alarmsignal. Wer bisher immer pünktlich seine Kreditraten bezahlt hat, hat zumindest einen Pluspunkt bei den Geldhäusern. „Hat ein Unternehmer bei der kreditgebenden Bank auch sein privates Konto und ist dort ausreichend Deckung vorhanden, so verbessert das zwar nicht die Eigenkapitalquote des Unternehmens, aber sofern der Unternehmer mit seinem Privatvermögen haftet, dürfte der/die BankbetreuerIn die Nerven behalten“, weiß Mag. Strohmaier. Zugleich rät sie unbedingt von einer unrealistischen Bewertung der Firmenwerte ab, da dies keine zulässige Maßnahme sei, um eine höhere Eigenkapitalquote auszuweisen. Stattdessen empfiehlt die Expertin im Bedarfsfall entweder weniger Gewinn aus dem Unternehmen zu entnehmen, den Lagerstand zu verringern oder das Mahnwesen im eigenen Unternehmen zu verbessern.
  3. Deckungsbeitrag
    Der Deckungsbeitrag ist eine wichtige Kennzahl aus der Kostenrechnung. Zieht man vom Verkaufserlös eines bestimmten Produkts die variablen Kosten für dieses Produkt ab, erhält man den Deckungsbeitrag. Nach Abzug der Fixkosten sollte zumindest eine positive Zahl herauskommen, denn nur dann rechnet sich der Verkauf dieses Produktes. „Im Zuge von Eröffnungsangeboten kommt es zwar immer wieder vor, dass eine begrenzte Stückzahl eines Produkts temporär zu einem Preis abgegeben wird, der sich kalkulatorisch nicht rechnet, auf Dauer ist das aber keine Lösung“, sagt Mag. Strohmaier. „Vor allem kleine Unternehmen sollten nicht der Versuchung unterliegen, die Preise der Konkurrenz zu unterbieten, um mehr Umsatz zu generieren, denn diese könnten eine gänzlich andere Kostenstruktur haben“, so die Unternehmensberaterin weiter. Sinnvoller wäre es, sich mit Nischenprodukten von der Konkurrenz abzuheben oder die eigenen Kosten auf Optimierungsmöglichkeiten zu prüfen.
  4. Personalintensität
    Auch anhand dieser Kennzahl lassen sich Rationalisierungspotenziale ableiten. Je niedriger die Personalintensität, desto rentabler wurde das Personal eingesetzt. Die Personalintensität zeigt das Verhältnis von Personalaufwendungen zum Umsatz an. Mit jedem Euro, der in einem Unternehmen erwirtschaftet wird, fällt ein gewisser Euro-Betrag für Personalaufwand an. Die Personalintensität ist sehr stark von der jeweiligen Branche abhängig, branchenübergreifende Vergleiche sind daher wenig aussagekräftig. „Da der Personalaufwand in den meisten Unternehmen ein bedeutender Kostenfaktor ist, ist die Personalintensität ein guter Maßstab für die Produktivität und Effizienz in einem Unternehmen“, erklärt Mag. Strohmaier. Verbesserungen lassen sich zum Beispiel mit einer besseren Auslastung bzw. mit einer effizienteren Arbeitseinteilung erzielen.
  5. Eigenkapitalrentabilität
    Diese Kennzahl gibt an, welche fiktive Verzinsung mit dem Eigenkapital erwirtschaftet wurde. Je höher die erzielte Eigenkapitalrentabilität ist, desto effizienter wird das im Unternehmen eingesetzte Kapital eingesetzt. Zur Ermittlung wird der Jahresüberschuss (Nettogewinn) durch das Eigenkapital dividiert. Ein guter Richtwert für die anzustrebende Höhe ergibt sich in der Regel durch den Vergleich mit alternativen Anlagemöglichkeiten. Ist die Eigenkapitalrentabilität geringer als die Zinsen für die Veranlagung von „risikolosem Geld“ am Kapitalmarkt (Sparbücher, „AAA“-Anleihen…), wäre das nicht attraktiv. Schließlich sollte sich das Inkaufnehmen von unternehmerischem Risiko und die damit verbundene Arbeit auch lohnen. Freilich lässt sich auch die Eigenkapitalrentabilität durch betriebliche Maßnahmen verbessern. „Geeignete Maßnahmen wären etwa Kostensenkungsmaßnahmen, Verringerung des Lagerstandes und damit der Kapitalbindung oder eine Optimierung der Produktionsprozesse“, sagt Mag. Strohmaier.
  6. Schuldentilgungsdauer
    Ein Wert von weniger als sieben Jahren gilt als sehr gut. An dieser Kennzahl kann man die fiktive Entschuldungsdauer ablesen. Sie zeigt die Anzahl von Jahren an, die ein Unternehmen auf Basis der aktuellen Ertragslage benötigen würde, um das gesamte Fremdkapital zurückzuzahlen. Dabei wird die Annahme getroffen, dass der gesamte korrigierte Cashflow zur Tilgung des Fremdkapitals verwendet wird und kein Geld für Investitionen oder Gewinnausschüttungen. Niedrige Werte sind in der Regel positiv, da in diesem Fall die Verschuldung gering ist und/oder die Ertragskraft entsprechend hoch. „Eine Verbesserung dieser Kennzahl könnte zum Beispiel durch den Verkauf von nicht betriebsnotwendigem Vermögen herbeigeführt werden, um mit dem Geld Schulden zu tilgen“, empfiehlt Mag. Strohmaier. Der oder die UnternehmerIn könnte auch Geld aus dem Privatvermögen als Eigenkapital in den Betrieb einbringen, weitere Gesellschafter an Bord holen oder Kostensenkungs- und Umsatzsteigerungsmaßnahmen andenken. Der Maßnahmenplan sehe je nach Branche und persönlicher Lage unterschiedlich aus, wichtig sei aber auch bei dieser Kennzahl, dass rechtzeitig korrigierend eingegriffen werde.


Die Berufsgruppe Unternehmensberatung der Fachgruppe UBIT Wien

Mit rund 21.000 Mitgliedern ist die Wiener Fachgruppe für Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie (UBIT) die größte Fachgruppe Österreichs und vertritt als Standesvertretung deren Anliegen und Interessen. Die Berufsgruppe Unternehmensberatung besteht aus knapp 7.500 Wiener Unternehmensberaterinnen und Unternehmensberatern, die umfangreiche Beratungsfelder abdecken und zu den wichtigsten Know-how Lieferanten für die Wiener Wirtschaft gehören. Die Berufsgruppe setzt sich vor allem für ein stärkeres Bewusstsein über die Möglichkeiten und Potenziale professioneller Unternehmensberatung ein. Übergeordnetes Ziel ist es, Wien als attraktiven Standort für wissensbasierte Dienstleistungen zu etablieren. 


Das könnte Sie auch interessieren

  • Gewerbe und Handwerk
Walter Ruck (3.v.l.), Innungsmeister Pawlick (2.v.r.), Vizepräsident Safferthal (1.v.r.) und Bundesinnungsmeister Frömmel (3.v.r.) gratulieren dem Architekturbüro Trimmel Wall Architekten ZTGmbH und der Baufirma Leyrer+Graf Baugesellschaft m.b.H.rn.

33. Wiener Stadterneuerungspreis: Das sind die Sieger, auf die Wien baut

Wertschätzung der Leistungen der Baubranche - Beste Planung und beste Sanierung ausgezeichnet -  Alte Bausubstanz zukunftsfit gemacht - Der Sieger: Haus Mariahilferstraße 182 mehr

  • Tourismus und Freizeitwirtschaft
Cafehaus

Wiener Gastronomie zur Rauchverbotsdiskussion: Wir brauchen Rechtssicherheit!

Dauerhafte Lösung für Anliegen der Branche gefordert – Beim aktuellen Mitarbeitermangel in der Gastronomie kann sich jeder seinen Arbeitsplatz selbst aussuchen mehr

  • Handel
Diplomverleihung

Diplome für die Lebensmittelhändler von morgen

32 junge Menschen bekamen am 26. Juni im Festsaal des Spartenhauses die Stadtschulratsdiplome verliehen. Besonders beeindruckend war die große Anzahl der Lehrlinge, die alle drei Berufsschuljahre mit ausgezeichnetem Erfolg abgeschlossen hatten. mehr