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Die neue Seidenstraße lockt weiter mit ihren vielen Möglichkeiten

Die Konzeptionsphase der Neuen Seidenstraße ist vorbei: 18.000 Züge sind bereits gefahren, 130 Länder sind beteiligt und nach wie vor sind lukrative Projekte in Aussicht.

seidenstraße
© pyta/shutterstock - wkw/pippan

Vor sechs Jahren fiel der offizielle Startschuss zur Belt and Road Initiative (BRI), der neuen Seidenstraße, die China mit Europa verbinden und dazwischen liegende potenzielle Märkte beleben soll. „Der proof of concept ist abgeschlossen, die Idee funktioniert”, bilanziert jetzt Markus Taube, BRI-Spezialist und Professor für Ostasienwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen. Das 2013 erstmals präsentierte und seither immer weiter verfeinerte Konzept sieht sechs Korridore und zwei Schifffahrtrouten vor, die das chinesische Milliardenreich mit Europa und Afrika verbinden sollen. Und eine dieser konzipierten Strecken soll auch nach Mitteleuropa, in die Nähe Österreichs führen: bis in das slowakische Kosice nämlich, einem der Endterminals der Breitspurbahn. Ein weiterer Ast, der in direkter Konkurrenz zur Trasse in die Slowakei steht, führt von Süden kommend bis nach Budapest.

Bereits mehr als 130 Länder involviert

„Bisher haben sich bereits mehr als 130 Länder der chinesischen Initiative angeschlossen, mehr als 18.000 Züge aus 59 chinesischen Städten sind bis Europa gefahren”, verweist Taube auf aktuelle Statistiken, wenn er sagt: „Das Projekt Neue Seidenstraße ist bereits ein Erfolg”. Derzeit jedoch, so gesteht er ein, vor allem für die chinesische Seite. Denn: „Europa fehlt noch immer eine gemeinsame Strategie, um an der Neuen Seidenstraße anzudocken”. So seien entlang der Korridore und Bahnstrecken mehr als 80 Industriezonen entstanden, die jedoch alle von chinesischer Seite aufgebaut und initiiert wurden. Dabei sei gerade das eine der großen Chancen der BRI.

„Die BRI bietet gerade europäischen Ländern und Unternehmen drei große Möglichkeiten, sich zu beteiligen. Zunächst einmal beim Aufbau der Infrastruktur, danach beim Betrieb und schließlich parallel dazu auch bei Investitionen entlang der Korridore, in den entstehenden Industriezonen etwa”.
Markus Taube

Paradebeispiel für den letzten Punkt ist der neu entstandene Industriepark im weißrussischen Minsk, der binnen weniger Monate aus dem Boden gestampft wurde. In Rekordzeit, wie so viele Projekte im Rahmen der Initiative. Denn: Die Ausschreibungen sind oftmals auf die riesigen Unternehmen Chinas abgestimmt, auf Baukonzerne mit 250.000 Mitarbeitern. „Das ist aber auch eine Chance für europäische  Qualitätsanbieter, die hier als Subauftragnehmer für Teilbereiche lukrative Aufträge an Land ziehen können”, macht Taube heimischen Unternehmen Mut.


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