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Die Vollholz-Pioniere

Für jeden Kunden die individuelle Wohn-Lösung - das ist das Credo der Liesinger Tischlerei Simek. Der Betrieb greift dafür schon seit Jahrzehnten am liebsten zu natürlich behandeltem Massivholz.

Maria Praxmarer leitet seit fünf Jahren die Tischlerei Simek, die ihr Großvater 1932 gegründet hat. Die Fortführung des Familienbetriebs war der Absolventin eines Wirtschaftsstudiums „ein  Herzensanliegen”.
© wkw/Spitaler Maria Praxmarer leitet seit fünf Jahren die Tischlerei Simek, die ihr Großvater 1932 gegründet hat. Die Fortführung des Familienbetriebs war der Absolventin eines Wirtschaftsstudiums „ein Herzensanliegen”.

Wie so manches Unternehmerkind ist Maria Praxmarer im und mit dem elterlichen Betrieb groß geworden - in ihrem Fall die Tischlerei ihres Vaters Karl Simek in der Liesinger Dirmhirngasse. Das hinterlässt Spuren. Die Liebe zum Werkstoff Holz und zum Tischlerberuf zum Beispiel, wie Praxmarer sagt. Dass die Tochter den Betrieb übernimmt, war dennoch nicht zwingend vorgezeichnet. Nach einem Wirtschaftsstudium und einigen Jahren Arbeit im In- und Ausland stand sie jedoch vor dieser Entscheidung, als der Vater in den Ruhestand gehen wollte. „Die weite Welt hat mich schon auch gereizt”, gibt sie zu, „aber es war mir letztlich ein Herzensanliegen, den Familienbetrieb weiterzuführen.”

Von der Serienfertigung zur Passion für Naturholzmöbel

Seit fünf Jahren führt sie nun die Tischlerei, die ihr Großvater 1932 gegründet hat, damals noch in Rudolfsheim-Fünfhaus. Nach dem Zweiten Weltkrieg, so erzählt Praxmarer, hatte der Großvater 20 Mitarbeiter und mehrere Betriebsstätten, wo Möbel in Serienfertigung hergestellt wurden. Das änderte sich mit der Übernahme durch ihren Vater Mitte der 1970er Jahre. Der Tischlermeister und studierte Innenarchitekt setzte - schon am neuen Standort in Liesing - auf eine ganz andere Linie. „Er begann mit Massivholzmöbeln, die gewachst oder geölt waren - zu dieser Zeit ein Pionier”, erzählt Praxmarer. Als bald danach die erste Grün-Bewegung begann, passte Simeks Konzept genau zu diesem neuen Trend. Die Tischlerei etablierte sich als Naturmöbel- und Vollholz-Spezialist und bedient damit bis heute vorwiegend Privatkunden, die individuelle Lösungen suchen.

Unser Herz schlägt nach wie vor für Vollholzmöbel

Die Tochter führt diesen Weg weiter. „Unser Herz schlägt nach wie vor für Vollholzmöbel. Wir machen aber alles, was die Kunden wünschen”, betont sie. Aufträge abzulehnen, könne man sich kaum leisten - die Konkurrenz in der Branche sei hoch. Dass die Themen Nachhaltigkeit und Regionalität an Bedeutung gewinnen, merke man aber.

„Es gibt wieder viel mehr Kunden, die Beratung, Betreuung und den direkten Bezug zum Produkt schätzen”
Maria Praxmare

In ihrer Tischlerei kann jeder Kunde mitverfolgen, wie sein persönliches Möbelstück entsteht. „Das geht hin bis zur Mitarbeit bei einzelnen Arbeitsschritten.” Stolz ist sie auf ihre branchenunüblich hohe Frauenquote: Neben ihr werken drei weitere Frauen - darunter ein Tischlerlehrling - im Betrieb. Selbst habe sie sich als Frau in einer männerdominierten Branche gut behaupten können, sagt Praxmarer, obwohl sie den Tischlerberuf nicht von der Pike auf gelernt hat. „Diesbezüglich kann ich ja auf meine Mitarbeiter bauen, und auch mein Vater hat mich in den ersten Jahren fachlich unterstützt.” Mittlerweile komme es nur noch ganz selten vor, dass ein Kunde nach „dem Chef” fragt.

Ein Anliegen ist der Unternehmerin auch die gute Vernetzung im Grätzel. Dafür macht sie sich in der Liesinger Unternehmerinitiative WIR 23 stark. Deren nächstes Netzwerktreffen  für Unternehmer, Künstler und Bewohner des Grätzels findet in der Tischlerei statt „So wollen wir im Bezirk auch noch bekannter werden”, betont Praxmarer.


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