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Die Gefahr im eigenen Haus – 5 Tipps für den sicheren Umgang mit smarten Weihnachtsgeschenken

Viele dieser „intelligenten“ Produkte bergen ein hohes Sicherheitsrisiko und eröffnen  Kriminellen und Hackern den Weg in die eigenen vier Wände.

Smarte Kommunikation
© wkw

Vom Smart-TV und Saugroboter über intelligente Zahnbürsten bis hin zum smarten Spielzeug – elektronische Gadgets werden zunehmend beliebter und sind auch als Weihnachtsgeschenke ein heißer Tipp. Abseits der vielen Vorteile bergen solche Präsente aber auch einige Sicherheitsrisiken: Vernetzte Geräte sammeln zum einen eine Vielzahl an Informationen innerhalb der eigenen vier Wände und stellen zum anderen durch die Internetanbindung für Kriminelle und Hacker einen potenziellen Angriffspunkt dar. Angefangen von mithörenden Fernsehern über gekaperte Staubsaugerroboter, die zum Spionagewerkzeug werden, bis hin zu Puppen, über denen Fremde mit den Kindern sprechen können – die Liste solcher bekannt gewordenen Fälle ist bereits lang. „Solche Geräte bedrohen die Privatsphäre erheblich. Doch bei vielen Anwendern fehlt noch das Bewusstsein über das Gefahrenpotenzial“, erklärt Martin Puaschitz, Obmann der Fachgruppe UBIT Wien. Vincenz Leichtfried, Ausschussmitglied der Fachgruppe UBIT Wien, ergänzt: „Smarte Geräte sind die Zukunft und bringen für uns zahlreiche Vorteile mit sich. Sich dagegen zu wehren macht weder Sinn noch wäre es überhaupt möglich. Jedoch sollte man für die sichere und sorgenfreie Verwendung einige wichtige Punkte beachten.“

1) Smarte Technik kritisch hinterfragen

Generell sollte vor der Installation bzw. Verwendung von smarten Geräten die Technik kritisch hinterfragt und die Funktionen genau betrachtet werden. So besteht vor allem bei vernetzten Geräten mit integrierten Kameras oder Mikrofonen ein hohes Risiko. Nicht nur Sprachassistenten wie Alexa und Co. zeichnen alles Gesagte auf, auch Video-Babyphone, sprachgesteuertes Spielzeug oder Fernseher machen das. „Samsung weist bei seinen Smart-TVs im Handbuch sogar explizit darauf hin, dass gesprochene Worte aufgezeichnet und an Drittanbieter geschickt werden. Machen Sie sich also bewusst, welche Sensoren diese Geräte haben und was sie damit alles erfassen können“, rät Puaschitz. Auch die Platzierung der Gerätschaften sollte genau überlegt werden. So raten die beiden Experten, in Schlaf- und Kinderzimmern generell auf mit dem Internet verbundene Produkte zu verzichten. Dazu zählt übrigens auch das Smartphone.

2) Nur vernetzen, was wirklich nötig ist

Sprachgesteuerte Assistenten wie Google Home oder Amazons Echo Dot sind aktuell besonders beliebt und liegen voll im Trend. Mit diesen lassen sich nahezu alle elektronischen Geräte vernetzen und via Sprachbefehl steuern. Beispielsweise können Kalendereinträge gemacht und E-Mails abgerufen sowie Licht und Musik gesteuert werden. Hier sollten Sie allerdings nur jene Geräte mit dem Sprachassistenten verbinden, die Sie wirklich benötigen. „Wird zum Beispiel der verknüpfte E-Mail Account gehackt, können Angreifer das Gerät nutzen, um die Betroffenen auszuspionieren. Viele Verknüpfungen bedeuten mehr Angriffsflächen und in Folge auch größeren Schaden“, gibt Puaschitz zu bedenken.

3) Auf Standby-Modus verzichten

Um möglichst schnell einsatzbereit zu sein, verfügen viele Geräte über einen Standby-Modus. In diesem Zustand sind sie aber weiterhin aktiv und filmen bzw. hören mit. Die permanente Aktivierung bedeutet auch eine permanente Aufzeichnung. Leichtfried hat dagegen einen einfachen, aber effektiven Tipp: „Der sicherste Weg, die Privatsphäre in den eigenen vier Wänden zu schützen bzw. wiederherzustellen, ist, nicht verwendete Geräte komplett auszuschalten.“ Um nicht jedes einzelne Geräte immer ein- und ausschalten zu müssen, bieten sich spezielle Zwischenstecker mit Funksteuerung an. Damit können elektronische Geräte bequem per Knopfdruck vom Stromnetz genommen werden. „Darüber hinaus spart man sich durch den geringeren Stromverbrauch etwas Geld und schont zugleich die Umwelt“, ergänzt Leichtfried. 

4) Smartphone schützen

Die meisten Geräte lassen sich mittlerweile via Smartphone bedienen und können dank der Internetverbindung auch von jedem beliebigen Ort aktiviert werden. Das Smartphone wird somit zu einer Art Hauptschlüssel für alle verwendeten Systeme und muss daher entsprechend geschützt werden. Das beginnt schon bei der Installation diverser Apps, wo man nur auf vertrauenswürdige Anbieter und Entwickler setzen sollte. Auch bei der tagtäglichen Verwendung gilt es einiges zu beachten. „Offene WLAN-Netze und dauerhaft aktivierte Verbindungen zu NFC und Bluetooth können von Hackern relativ einfach dazu genutzt werden, um Zugriff auf Ihre Daten zu erlangen. In diesem Fall könnten sie auch die Zugangsdaten zu den smarten Geräten erlangen und für kriminelle Machenschaften missbrauchen“, warnt Puaschitz. Zudem sollten Programme und Apps immer auf den aktuellen Stand gehalten werden.

5) Verwenden Sie sichere und verschiedene Passwörter

Ein oft gehörter Rat, der aber vom Großteil nur sehr halbherzig beachtet wird: Verwenden Sie ein sicheres Passwort! „Vor allem bei den smarten Geräten in den eigenen vier Wänden sollten Passwörter mit einer möglichst hohen Sicherheitsstufe gewählt werden, schließlich geht es hier um den Schutz Ihrer engsten Privatsphäre“, betont Leichtfried. Hierbei gilt: je länger, desto sicherer. Zudem sollte für jedes Gerät ein anderes Passwort verwendet und dieses regelmäßig erneuert werden. Gerade bei smarten Geräten darf man sich nicht in falscher Sicherheit wiegen und glauben, nicht davon betroffen zu sein. „Denken Sie immer daran, dass smarte Technik ein potenzielles Abhör- und Überwachungsrisiko beinhaltet. Ein sorgloser Umgang kann durchaus fatale Folgen haben. Berücksichtigt man diese einfachen Tipps und Ratschläge, kann das Risiko jedoch enorm reduziert werden“, lautet der abschließende Appell von Martin Puaschitz.

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