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Die 13 wichtigsten Lehren aus der Corona-Krise

Jede Krise ist eine Chance, hört man immer wieder. Doch wie kann die Corona-Krise zur Chance werden? Die Wirtschaftskammer Wien hat sich angesehen, was Corona verändert hat - und was wir daraus lernen können.

Wirtschaftsvirus
© GEMINI PRO STUDIO/shutterstock.com

1. Gesundheitswesen: Engpässen vorbeugen und Digitalisierung beschleunigen

Im medizinischen Bereich war das Pandemiemanagement geprägt von ständig neu auftretenden Engpässen: Schutzmasken, Intensiv- betten, Call Center-Personal, Pflegepersonal, Testkapazitäten, Impfstoffmengen. Viele dieser Engpässe waren absehbar. „Für künftige Pandemien ist daher ein vorausschauender und rasch einsetzbarer Kapazitätenaufbau durchzuplanen”, sagt Alexander Biach, Standortanwalt in der Wirtschaftskammer Wien. Zudem seien E-Rezept, Telemedizin, Onlineauskünfte und assistive Robotik-Einsätze voranzutreiben.

„Es braucht ein neues Epidemiegesetz.”
Walter Ruck, Präsident der WK Wien

2. Flexibilität von EPU und KMU in Krisenzeiten stärken

Vor allem kleinere Betriebe müssen unterstützt werden, stets einen aktuellen Einblick über ihre wirtschaftliche Lage zu haben, damit sie in Krisenzeiten rasch reagieren können. Zudem braucht es Beratung für eine allenfalls notwendige Veränderung des Portfolios bzw. eine Ausstiegsberatung, wenn gar nichts mehr geht. Zudem sollten Einzelunternehmen ohne Beschäftigte den Privatkonkurs in Anspruch nehmen können, ohne ihre gewerbliche Tätigkeit dafür einstellen zu müssen.

3. Österreich braucht ein neues Epidemiegesetz

„Die Erfahrungen der Corona-Krise sollten gut analysiert werden und in einem neuen Epidemiegesetz und in einem neuen Krisenvorsorge- plan münden”, sagt WK Wien-Präsident Walter Ruck. Damit könne man sich für künftige Krisen wappnen und die kurzfristig umgesetzten Unterstützungen in rechtlich abgesicherte Standard-Instrumente überführen.

4. Öffentliche Konjunkturimpulse

Um Wirtschaftskrisen in dieser Dimension bewältigen zu können, braucht es vorübergehend eine massive Stärkung der öffentlichen Nachfrage. Wichtige wirtschaftliche Impulse mit kurz- und langfristigen Effekten können in Wien etwa vom Ausbau der Infrastruktur kommen. Weiters notwendig sind der beschleunigte Breit- bandausbau sowie Klimaschutzmaßnahmen wie beispielsweise ein erweiterter Reparaturbonus oder verstärkte thermische Sanierung. Nicht zuletzt braucht es auch starke Anreize für betriebliche Investitionen, die in der Krise stark zurückgefahren wurden: In der Akutphase helfen Investitionsprämien und beschleunigte Abschreibungen, nach der ersten Erholungen sind Investitionszuwachsprämien und Investitionsfreibeträge wirkungsvoll.

„Der Infrastrukturausbau bringt wichtige Impulse.”
Alexander Biach, Wiener Standortanwalt

5. Private Nachfrage stärken

Die weitere Senkung der Einkommensteuer stärkt die Kaufkraft und sorgt damit für einen zusätzlichen, wesentlichen Konjunkturimpuls. Gesenkt werden sollten auch die Lohnneben- kosten, um die hohe Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, die die Konjunktur derzeit ebenfalls massiv bremst.

 6. Ein neues Insolvenzrecht

Unternehmen, die das Steuer noch herumreißen können, sollten eine neue Art des rechtlichen Schutzes bekommen, um sich unter gerichtlicher Aufsicht selbst reorganisieren zu können. Ein Vorbild dafür ist das Chapter 11-Verfahren in den USA. Dadurch könnten viele Betriebe gerettet und erhalten werden.

 7. Mehr Eigenkapital in den Betrieben

Eine solide Eigenkapitaldecke ist die beste Voraussetzung, um Krisen gut zu übersehen. Um Betriebe beim Eigenkapitalaufbau zu unterstützen, ist eine Reihe von steuerlichen und anderen rechtlichen Maßnahmen notwendig - etwa die Abschaffung der Mindest-Körperschaftsteuer, die Aussetzung der Aufstockungsverpflichtung bei gründungsprivilegierten GmbH, eine staatliche Kapitalgarantie in Höhe von 30 Prozent für stille Gesellschafter sowie das Recht auf Nicht-Festsetzung von Abgaben, wenn ein Notstand durch höhere Gewalt ausgelöst wird.

 8. Home-Office gut absichern

Arbeiten von zuhause aus ist gekommen, um zu bleiben. Dafür ist ein guter Rechtsrahmen notwendig, der Arbeitnehmern und Unternehmern Sicherheit bietet und die „neue Welt des Arbeitens” widerspiegelt.

 „Der Stadthotellerie kann eine Konservierungsprämie helfen.”
Markus Grießler, Wiener Tourismusobmann

9. Regional einkaufen weiter stärken

Der „Buy local”-Gedanke ist über die Krise hinaus gezielt zu festigen, um heimische Wertschöpfung zu unterstützen. Davon profitieren Nahversorger im Grätzel ebenso wie regionale Produzenten und Lieferanten sowie die Umwelt.

10. Kleinsendungen fair besteuern

Kleinsendungen aus Drittstaaten wie China mit einem Warenwert von unter 22 Euro müssen bisher keine Einfuhrumsatzsteuer zahlen. Im boomenden Online-Handel trifft diese Steuerregelung heimische Händler hart. Am 1. Juli 2021 fällt diese Steuerausnahme. Unfaire Steuerregeln gibt es in anderen Bereichen aber weiterhin. Sie sind gezielt abzustellen. 

11. Internationalen Einkauf bündeln

Gebündelte Einkaufsmissionen können dafür sorgen, bei der Beschaffung von strategischen Gütern - wie zuletzt etwa bei Schutzmasken und Medikamenten - Abhängigkeiten zu verringern und Engpässe zu vermeiden. Dadurch kann auch günstiger und breiter gestreut eingekauft werden. Für diesen internationalen Einkauf könnte das weltumspannende Netzwerk der Außenwirtschaft Austria genutzt werden. 

12. Neue Instrumente im Tourismus

Für wirtschaftliche Schockzeiten ist für die Stadthotellerie eine „Konservierungsprämie” anzudenken, damit Hotels temporär stillgelegt werden können, ohne für immer geschlossen werden zu müssen. „Ziel ist, sie für das Ende des Schockzustandes bereit zu halten”, sagt der Wiener Tourismusobmann Markus Grießler. Weiters sind für Zeiten massiver Nachfrageeinbrüche neue Nutzungsformen anzudenken und zuzulassen, etwa die Nutzung von Hotels für Quarantäne, Schulen oder Home-Office. 

„Bei Click & Collect sind neue Wege anzudenken.”
Margarete Gumprecht, Wiener Handelsobfrau

13. Händler im Wettbewerb stärken

Der internationale Online-Handel ist derzeit die größte Gefahr der heimischen Händler. Vor allem die vielen kleineren brauchen aktive Unterstützung, etwa durch die Verbesserung ihrer Sichtbarkeit auf Plattformen wie wko.at/regionaleinkaufen und beim Aufbau eigener Online- Shops. Langfristig etablieren kann sich auch Click & Collect als Ansatz, um den regionalen Handel im Wettbewerb mit Onlineshops zu stärken. „Hier sind auch neue Modelle anzudenken, etwa Abholstationen im öffentlichen Raum, die von mehreren umliegenden Geschäften gemeinsam betrieben werden und auch außerhalb der Geschäftszeiten für Kunden zugänglich sind”, sagt Margarete Gumprecht, Obfrau des Wiener Handels.

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