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Der Motor springt wieder an

Die Wirtschaft erholt sich von Lockdowns immer schneller, Konjunkturprognosen für die beiden kommenden Jahre sind durchwegs positiv. Doch Corona könnte wieder Sand ins Getriebe streuen.

Konjunktur
© Michal Vitek/Shutterstock

Die Wirtschaft in Österreich ist auf Wachstumskurs. Die coronabedingten Lockdowns setzen einzelnen Branchen enorm zu, insgesamt gesehen wird die Wirtschaft mittlerweile jedoch damit besser fertig und die Aussichten für die nächsten beiden Jahre sind gut.

„Der Aufschwung setzt sich fort, trotz Inflation und Corona-Risiken. Die Wirtschaft springt wie ein künstlich gedrosselter Motor wieder an, wenn man ihn nur laufen lässt.”
Michael Reiter, Chefökonom des IHS (Institut für höhere Studien)

So zieht das Wachstum - gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) - nach einem Dämpfer im vergangenen zweiten Halbjahr 2021 wieder an. IHS, Wifo (Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung) und auch die UniCredit Bank Austria berechnen in ihren Schätzungen für die kommenden beiden Jahre eine schnelle Erholung und eine solide Steigerung. Als einen Grund für das Wachstum geben die Experten an, dass die Menschen wieder mehr Geld ausgeben: der Privatkonsum steigt. Das Geld aus höherem Einkommen, staatlicher Unterstützung, der Steuerreform und der zuletzt höheren Sparquote werden in den beiden kommenden Jahren in den Konsum von Waren und Dienstleistungen fließen. Wie schnell sich die Dienstleistungen und vor allem der Tourismus normalisieren, hängt von den Erfolgen bei der Bekämpfung des Coronavirus ab.

Lieferengpässe prägen 2022

Die Industrie trägt ebenfalls zum Aufschwung bei, Investitionen ziehen wieder an, die Baukonjunktur ist robust. Doch Corona bringt auch hier Sand ins Getriebe. Material- und Transportprobleme, die sich durch die Auswirkungen der Omikron-Variante verschärfen könnten, trüben die Aussichten. „Insbesondere die steigenden Kosten bereiten der heimischen Industrie große Sorgen und dämpfen den Optimismus mittlerweile spürbar”, so Stefan Bruckbauer, Chefökonom der UniCredit Bank Austria. Die Gründe für die Engpässe sind vor allem coronabedingt. Globale Transportketten, die sonst präzise funktionieren, wurden durcheinandergewirbelt. Werke wurden zeitweise geschlossen, Häfen standen still, Container fehlten - weltweit, aber vor allem in Asien. Zumindest bis zum Sommer werden sich die Lieferengpässe wahrscheinlich noch fortsetzen und dadurch die Erholung der Wirtschaft bremsen.

Konjunktur
© wkw

Preisanstiege durch Energiekosten

Die Inflation wird heuer weiter hoch bleiben, so die Experten. Grund dafür sind neben den Lieferengpässen, die die Rohstoffpreise befeuern, vor allem die enorm gestiegenen Energiepreise. International sind sie seit Anfang 2021 deutlich nach oben geklettert. Getrieben werden sie vor allem durch den Gaspreis. Der Österreichische Gaspreisindex (ÖGPI) steigt im Jänner 2022 gegenüber Jänner 2021 um 600 Prozent. Grund für die Steigerung ist unter anderem die Abhängigkeit der Stromerzeugung von Gas. Die Nachfrage steigt auch durch die anziehende Konjunktur und die derzeit weniger gut gefüllten Gasspeicher Europas - die Angst vor Verknappung treibt den Preis hinauf. Die Inflation wird nach den Expertenprognosen 2022 hoch bleiben und erst 2023 wieder sinken. Das Wifo rechnet dann mit 2,2, die Unicredit Bank Austria mit nur mehr 1,5 Prozent. Hierfür ist vor allem die Entwicklung des Ölpreises relevant. Je höher er steigt, desto höher die Inflationsrate. Die Arbeitslosigkeit sank schon 2021 - vor allem am Bau und in der Industrie war Entspannung bemerkbar. Das IHS erwartet, dass die gegenwärtigen Pandemie-Eindämmungsmaßnahmen die Arbeitsmarktentwicklung nur kurzfristig dämpfen, das Vorkrisenniveau der Arbeitslosigkeit wird 2022 erreicht werden - der Mangel an Fachkräften wird sich fortsetzen.

Geldpolitik unterstützt Konjunktur

Die Europäische Zentralbank wird die Zinsen weiterhin niedrig halten, eine Anhebung wird frühestens 2023 erwartet. Bei der US-amerikanische Fed (Federal Reserve) werden drei bis fünf Zinsschritte erwartet, was den US-Dollar gegenüber dem Euro aufwerten wird. Das wiederum hat Auswirkungen auf die Exporte. Die Warenexporte werden nach einem Anstieg von mehr als zehn Prozent im Vorjahr in den Jahren 2022 und 2023 real ein Plus von rund acht Prozent erreichen und ebenfalls zur guten Konjunkturentwicklung beitragen. Langfristig sollte Corona laut den Experten keine strukturellen Auswirkungen haben. Je nach Sektor wird die Erholung jedoch recht unterschiedlich ausfallen. Warten müssen vor allem der Textil- & Bekleidungssektor, Beherbergungsbetriebe, Gastronomie, körpernahe Dienstleister sowie Papier- und Druckerzeuger.

Risiken für die Prognose

Die Corona-Pandemie und mit ihr die Versorgungsengpässe sind weiterhin Unsicherheitsfaktoren für die positive Prognose. Die globale Vernetzung der Wirtschaft und die gegenseitigen Abhängigkeiten könnten bei einem neuerlichen weltweiten Ansteigen der Fallzahlen das Wachstum noch verlangsamen. Laut UniCredit besteht noch Unsicherheit über das Verhalten der Haushalte und der Unternehmen am Weg zu einer neuen wirtschaftlichen Normalität. Geben die einen weniger aus und reagieren die anderen auf Versorgungsprobleme mit höheren Lagerbeständen, könnte das die Wirtschaftsdynamik bremsen. Ob der Wirtschaftsmotor weiterlaufen kann, ist einmal mehr davon abhängig, ob aufgrund von Corona Einschränkungen nötig werden.

Konjunktur
© Quelle: WIFO, Unicredit Research, IHS

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