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Der Boom nach der Krise

Mehr als 8500 Wiener Gründer haben sich im Vorjahr trotz Corona-Krise selbstständig gemacht. Wieso sie zum Aufschwung nach Covid beitragen werden und weshalb bald mit einem Gründerboom zu rechnen ist.

Schrankerl-Gründer Stephan Haymerle und Sara Mari
© Schrankerl GmbH Schrankerl-Gründer Stephan Haymerle und Sara Mari

Der Wunsch, sich selbstständig zu machen, sein eigener Chef zu sein, mehr Verantwortung zu übernehmen und den Lebensalltag flexibler zu gestalten, schlummert in vielen Köpfen. 8503 Wiener Gründer haben diesen Wunsch tatsächlich umgesetzt - und das im großen Krisenjahr 2020. Einer von ihnen ist Sercan Dölen, Geschäftsführer und Mitgründer der Sempagon GmbH. „Mein Geschäftspartner und ich haben seit unserer Kindheit davon geträumt, uns irgendwann selbstständig zu machen”, erklärt Dölen, der gemeinsam mit Emre Köse das Gas- und Sanitärtechnik-Unternehmen in Wien Liesing gegründet hat - mitten in der Coronakrise, während des zweiten großen Lockdowns, im November 2020.

„Gründen muss einfacher werden.”
Barbara Havel, Vorstandsvorsitzende Junge Wirtschaft Wien

„Viele reden immer vom sprichwörtlichen Sprung ins kalte Wasser - über den muss man sich drübertrauen, denn das Wasser wird nicht wärmer durchs Abwarten”, schmunzelt Dölen, der den Lockdown und das steigende Bedürfnis der Menschen nach einem schönen Zuhause als Chance sah. „Jeder möchte es schön haben zu Hause - Covid hat das noch einmal verstärkt, deshalb war es für uns der optimale Zeitpunkt zu gründen”, betont er.

Der Markt verändert die Chancen

Auch Stephan Haymerle und Sara Mari haben das Jahr 2020 gewählt, um ihr Gründungsvor-haben umzusetzen. Mit dem Start-up Schrankerl bringen sie seit Juli 2020 vollwertige, regionale Küche mittels smarter Kühlschränke direkt ins Büro. „Der Wunsch war schon immer da. Durch die viele freie Zeit in der Kurzarbeit war es aber erst möglich, das tatsächlich umzusetzen”, schildert Haymerle, der die Veränderungen rund um Covid-19 als Chance sah, sein Unternehmen zu gründen. „Covid hat das Bewusstsein der Menschen geändert, auch hinsichtlich ihrer Ernährungsgewohnheiten und ihrer Wertschätzung gegenüber qualitativen Nahrungsmitteln”, schildert er die Idee hinter der Firma Schrankerl. „Und obwohl Homeoffice aktuell boomt, überlegen immer mehr Arbeitgeber, wie sie ihre Mitarbeiter nach Covid wieder zurücklocken können ins Büro - hier kommen wir mit Schrankerl ins Spiel”, so der Jungunternehmer, der Unternehmen in eher infrastrukturschwachen Gegenden mit Kühlschränken ausstattet, in denen täglich frische Menüs von lokalen Restaurants ohne Vorbestellung 24/7 verfügbar sind. „Covid-19 hat den Markt verändert, das eröffnet uns wiederum neue Möglichkeiten, die wir jetzt am Schopf packen müssen”, betont Haymerle.

Kontakte enorm gestiegen

Verglichen zum Jahr 2019 wurde bei den Neugründungen in Wien im Vorjahr zwar ein Minus von 6,9 Prozent verzeichnet, dass das Interesse an der Selbstständigkeit aber trotz der Krise ungetrübt ist, zeigt sich an den Kontakten und Anfragen im Gründerservice der Wirtschaftskammer Wien. Insgesamt 57.841 Kontakte - um rund 2500 mehr als noch im Jahr 2019 - wurden im Gründerservice der WK Wien erfasst. „Man merkt, dass großes Interesse besteht, die Leute erkundigen sich und beginnen sich ernsthaft vorzubereiten - damit sie, wenn sich die Lage hinsichtlich Covid-19 wieder etwas beruhigt hat, durchstarten können”, erklärt Barbara Havel, Vorstandsvorsitzende der Jungen Wirtschaft Wien. Die Krise habe zwar viele verunsichert - „einige haben ihr Vorhaben verschoben” - viele hätten aber die Zeit genutzt, um sich gezielt vorzubereiten. Wichtig sei nun aber, so Havel, Unternehmertum zu attraktivieren - „es den Betrieben einfacher zu machen”, um den Ball ins Rollen zu bringen und den wirtschaftlichen Aufschwung zu verstärken. Denn: „Neue Unternehmen bringen eine enorme Wertschöpfung: Al-leine durch die 8503 Gründungen im Vorjahr wurden insgesamt 15.000 Arbeitsplätze geschaffen”, betont Havel.

Wien hat die jüngsten Gründer

Bei den Wiener Gründern am stärksten vertreten waren im Jahr 2020 die Sparten Gewerbe und Handwerk (Anteil von 36,4 Prozent), Information und Consulting (Anteil von 25,7 Prozent) und der Handel (Anteil von 25,4 Prozent).  Die höchsten Zuwächse innerhalb der Fachgruppen verzeichneten die Versicherungsagenten mit einem Plus von 83,9 Prozent, in der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation gab es um 9,3 Prozent mehr Gründungen und die Fachgruppe Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie verzeichnete ein Plus von 6,9 Prozent. Außerordentlich hoch war in Wien der Anteil junger Gründer: 31,9 Prozent der neu gegründeten Einzelunternehmen waren zwischen 20 und 30 Jahren. Wiens Altersschnitt liegt damit bei 36,6 Jahren, fast zwei Jahre unter dem Österreichschnitt von 38,4 Jahren. „Das freut uns natürlich sehr, weil wir uns als Junge Wirtschaft Wien für die Interessen junger Unternehmer und Gründer einsetzen,” schildert Havel, die sich stark für eine Modernisierung und Digitalisierung veralteter Prozesse einsetzt.

Gründungsprozess erleichtern

„Ich gründe im Moment mein drittes Unternehmen und merke, wie schwer es einem gerade zu Beginn des Gründungsprozesses gemacht wird”, schildert sie. „Es muss einfacher werden. Die technischen Voraussetzungen müssen geschaffen werden, damit alle Behördenwege - digital, aber auch vorort schnell und einfach abgewickelt werden können”, erklärt Havel und betont: „Angefangen beim Businessplan über die SVS, die Standortsuche bis hin zur Betriebsanlagengenehmigung - die Vorlaufzeit einer Gründung ist enorm.”

Was die Zukunft bringt

Wie es nach Covid-19 weitergeht, werde sich zeigen, so die Jungunternehmerin. Angesichts der steigenden Anfragen und Kontakte im Gründerservice sei aber davon auszugehen, dass einige starke Gründerjahre bevorstehen. „Jetzt ist die Zeit, die Voraussetzungen dafür zu schaffen”, betont Havel.

Gründerzahlen Wien
© wkö

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