th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home
news.wko.at

Das wirksamste Mittel gegen Fachkräftemangel

Die Wirtschaftskammer Wien will die Lehre mit neuen und modernisierten Lehrberufen interessanter für Jugendliche und Betriebe machen. Bessere Vorbereitung in der Schule, Imagearbeit und bessere Bedingungen für Ausbildungsbetriebe sollen dazu beitragen.

Lehrlinge
© Atelier21/shutterstock.com

Fast 90 Prozent der heimischen Betriebe spüren den Fachkräftemangel, drei Viertel sind stark davon betroffen. Insgesamt fehlen der Wirtschaft in Österreich zigtausende Fachkräfte. Mit diesem besorgniserregenden Befund - Ergebnis einer aktuellen, heuer durchgeführten Befragung von Unternehmern - ließ die Wirtschaftskammer Österreich vor kurzem aufhorchen. Und der Blick in die Zukunft lässt eine weitere Verschärfung des Status quo befürchten: Denn aufgrund der demografischen Entwicklung in Österreich beginnt die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 20 und 60 Jahren schon ab dem nächsten Jahr zu sinken. Im Jahr 2030 soll diese Gruppe schon um 230.000 Personen kleiner sein als heute, prognostiziert Statistik Austria.

„Qualifizierte Fachkräftesind essenziell für den Wirtschaftsstandort.”
Walter Ruck

Gegensteuern ist also angesagt, und zwar rasch. Die Wirtschaftskammer kündigte umgehend eine Fachkräfte-Offensive an, bei der die Weiterentwicklung der Lehrausbildung eine wichtige Rolle spielen wird. Bestehende Lehrberufe sollen modernisiert, neue entwickelt werden. Erste Schritte wurden bereits gesetzt: Seit Anfang September gibt es neue Lehrberufe für Programmierer und IT-Techniker. Für den Handel wurde mit dem E-Commerce-Kaufmann eine moderne Ausbildung geschaffen, in der es auch schon die ersten Lehrlinge gibt. Weil der Einsatz digitaler Werkzeuge künftig aber in allen Branchen zum Berufsalltag gehören wird, sollen alle Lehrausbildungen um digitale Kompetenzen ergänzt werden. Nebeneffekt: Der Berufsweg Lehre wird aufgewertet und gewinnt an Attraktivität.

Ausbildung qualifizierter Fachkräfte wichtig für Wirtschaftsstandort

Auch in der Zukunftsvereinbarung, die Wirtschaftskammer Wien und Stadt Wien heuer im Juli gemeinsam unterzeichnet haben, spielt das Thema Fachkräfteausbildung eine wichtige Rolle. „Die Ausbildung qualifizierter Fachkräfte ist ein wichtiger Baustein für die positive Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Wien”, betont WK Wien-Präsident Walter Ruck, der die Zukunftsvereinbarung mit dem Wiener Bürgermeister Michael Ludwig unterzeichnet hat. Als Ziel wurde darin definiert, bis 2025 tausend neue Lehrstellen in der Bundeshauptstadt zu schaffen. Um das zu erreichen, muss nach Ansicht der WK Wien in diesen Bereichen angesetzt werden:

  • Bessere Vorbereitung in der Schule durch Schaffung von Bildungsstandards, die ein Mindestmaß an Kompetenzen bei allen Schulabgängern garantieren, sowie mehr und effizientere Berufsorientierung.

  • Image der Lehre und der Facharbeit verbessern, indem die beruflichen Perspektiven, die eine Lehre eröffnet, offensiv kommuniziert werden. Damit könnten auch mehr Maturanten für eine Lehre nach der Matura gewonnen werden.

  • Verbesserte Zusammenarbeit zwischen Lehrbetrieb, Lehrling und Berufsschule - insbesondere was Lehrinhalte und Berufsschul-Organisationsformen betrifft.

  • Mehr Unterstützung der Ausbildungsbetriebe, etwa durch den Ausbau der Förderungen, qualifizierte Weiterbildungsangebote für Ausbilder und Lehrlinge und eine flexiblere Gestaltung des rechtlichen Rahmens für Ausbildungsbetriebe.

Breite Palette an Service

Schon jetzt unterstützt die WK Wien die Ausbildungsbetriebe mit umfangreichen Serviceleistungen. Das beginnt mit der Beratung noch vor Schaffung einer Lehrstelle durch die Wiener Lehrstellenberater, einer gemeinsamen Initiative mit dem waff (Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds) und Arbeitsmarktservice Wien. Im Vorjahr haben diese Berater 700 Betriebe besucht und dabei 350 Lehrstellenzusagen verbucht. Ebenfalls im Angebot der WK Wien sind Workshops für Ausbilder, Förderberatungen für Lehrbetriebe und Coaching-Angebote für Lehrlinge und Betriebe. Viele Branchen wie die Mechatroniker veranstalten außerdem regelmäßig Lehrlings-Castings, bei denen sie für ihre Lehrbetriebe die Besten aus vielen Bewerber herausfiltern. In den Bereich der Imageförderung fällt das Qualitätssiegel „TOP-Lehrbetrieb”, das WK Wien und Stadt Wien mit anderen Sozialpartnern seit 2014 an knapp 200 vorbildliche Ausbildungsbetriebe verliehen haben.


Lehrlingsausbildung in Wien: Die Fakten

  • 3300 Wiener Unternehmen bilden derzeit Lehrlinge aus. Fast die Hälfte davon sind Gewerbe- oder Handwerksbetriebe. Sie bilden 40 Prozent aller Lehrlinge in der gewerblichen Wirtschaft aus.

  • Rund 5500 Jugendliche beginnen alljährlich eine Lehrausbildung in Wien.

  • Insgesamt bildet Wiens gewerbliche Wirtschaft derzeit rund 11.000 Lehrlinge aus. Weitere 4000 Jugendliche erhalten in überbetrieblichen Ausbildungszentren eine Berufsausbildung, und etwa 2000 Lehrlinge werden in Betrieben ausgebildet, die nicht zur gewerblichen Wirtschaft zählen (z.B. öffentliche und Bildungseinrichtungen, Ärzte, Künstler, Anwälte, ...). Wien ist hinter Oberösterreich das Bundesland mit den meisten Lehrlingen.

  • 2017 wurden in Wien 10.688 Lehrabschlussprüfungen absolviert. Darunter waren auch Wiederholer sowie Kandidaten, die außerordentlich zur Prüfung zugelassen wurden. Knapp ein Drittel schloss mit ausgezeichnetem oder gutem Erfolg ab.




Das könnte Sie auch interessieren

  • Unternehmen
Gemeinsam zum Erfolg (v.li.): Thomas Szekely, Alice van der Lee, Nino El Agrebi, Sergei Pegushin

Kooperation mit vier Gewinnern

 Von der Vision bis zur Geschäftseröffnung: Drei Berater kooperierten bei der Begleitung eines Jungunternehmers, der seinen Traum verwirklichte. Sein exklusives Teefachgeschäft „Channagasse” hat seit September geöffnet. mehr

  • Unternehmen
Freuen sich über den gemeinsamen Erfolg: (v.l.): David Ebraheim, Shanna und Mario Mirnig im Sevie-Store im 3. Bezirk.

Eine flinke Kooperation

Das Naturkosmetikunternehmen Sevie bietet seinen Kunden zusätzlich zum stationären Geschäft die Möglichkeit zur Onlinebestellung an. Gemeinsam mit einen Spezialisten für Transportlogistik kann Sevie die Lieferung der Waren innerhalb Wiens in nur zwei Stunden garantieren. mehr