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Das ist die Neue Seidenstraße

Die Neue Seidenstraße soll durch neu errichtetete Infrastruktur den Warentransport zwischen Ostasien und Europa beschleunigen –In verschiedenen Korridoren – zu Land und zu Wasser – werden die notwendigen Infrastruktureinrichtungen dafür geschaffen.

seidenstraße
© wkw/Sattler

Das ursprünglich als One Belt, One Road gestartete Projekt bündelt seit 2013 die Interessen und Ziele der Volksrepublik China unter Staatspräsident Xi Jinping zum Neu- und Ausbau interkontinentaler Handels- und Infrastruktur-Netze zwischen der Volksrepublik und in Summe 67 weiteren Ländern Afrikas, Asiens und Europas. Die Initiative bzw. das Gesamtprojekt betrifft rund 62 % der Weltbevölkerung und ca. 35 % der Weltwirtschaft. Mittlerweile wird das Vorhaben „Belt and Road Initiative“ (B&R, BRI) bzw. „Neue Seidenstraße“ genannt und bezieht sich auf den geografischen Raum des historischen, bereits in der Antike genutzten internationalen Handelswegs „Seidenstraße“.

Seidenstraße
© wkw/Pippan

Zusammengefasst handelt es sich um zwei Transportwege, einen nördlich gelegenen zu Land mit sechs Korridoren mit dem Titel „Silk Road Economic Belt“ und einen südlich gelegenen Seeweg namens „Maritime Silk Road“.

 

Die Finanzierung

Zur Finanzierung der Projekte wurde im Jahr 2014 ein 40 Mrd. USD schwerer Seidenstraßen-Fonds (Silk Road Fund) geschaffen, der von der State Administration of Foreign Exchange, der Chinese Investment Corporation, der Export-Import Bank of China (China EXIM Bank) und der China Development Bank bedient wird. Der Fonds erwirbt Anteile an Infrastruktur-, Entwicklungs- und industriellen Kooperationsprojekten bzw. –unternehmen.

Gemäß Angaben des chinesischen Statistikamtes beliefen sich die Direktinvestitionen chinesischer Investoren entlang der Seidenstraße im Jahr 2016 auf 14,5 Mrd. USD. Mit dem im Mai 2017 in Peking abgehaltenen Belt and Road Forum (BRF) unterstrich die chinesische Regierung ihr Vorhaben, die wirtschaftliche Zusammenarbeit der Länder entlang der Seidenstraße zu intensivieren. Dafür wurden zusätzliche Investitionen angekündigt. Im Juni 2017 wurde ein Memorandum of Understanding des Europäischen Investmentfonds (EIF) und des Seidenstraßen-Fonds (SRF) über ein Engagement von 500 Mio. EUR beschlossen. Im Rahmen eines „China-EU Co-Investment Fund“ (CECIF) wollen EIF und SRF gemeinsam in Private-Equity-Fonds und Risikokapitalfonds investieren, um vornehmlich kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) mit Chinabezug in Europa zu unterstützen.

Weitere Impulse gehen von der ebenfalls von China initiierten Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB) mit Sitz in Peking aus, zu deren insgesamt 57 Gründungsmitgliedern auch Österreich zählt. Die Entwicklungsbank wurde mit einem Startkapital von 100 Mrd. USD ausgestattet und tritt als zusätzliches Finanzierungsinstrument für Infrastrukturprojekte in Asien auf. Bislang wurden 13 Projekte in Tadschikistan, Bangladesch, Pakistan, Indonesien, Myanmar, Oman, Aserbaidschan und Indien genehmigt. Die AIIB ist zwar kein direktes Umsetzungs- bzw. Finanzierungsorgan der Belt-and-Road Initiative, China ist mit 26,1 % aber der größte Anteilseigner, gefolgt von Indien (7,5 %), Russland (5,9 %) und Deutschland (4,2 %). Seit 1. Juli 2018 bis 30. Juni 2019 besetzt das österreichische Finanzministerium den Posten des Executive Directors der AIIB.

Die multilaterale New Development Bank (NDB) mit Sitz in Shanghai wurde 2014 von den BRICS-Ländern gegründet und mit einem Kapital von 100 Mrd. USD ausgestattet. Rund 10 % der Kredite dürfte in Länder entlang der Seidenstraße gehen.

Projektfinanzierungen in den Ländern entlang der Seidenstraße erfolgen sehr häufig direkt über die China EXIM Bank, die China Development Bank (CDB) und die Agricultural Development Bank of China (ADBC). Auch die kommerziellen Banken, wie Bank of China und Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) haben ihre Aktivitäten in den Ländern entlang der Seidenstraße intensiviert und Niederlassungen in Europa gegründet. Ein regionales Headquarter der ICBC in Wien ist in Gründung.